Mitteilungen der DMG

Heft 03/99 (Auszüge)



 

Inhaltsverzeichnis (durch Anklicken eines Artikels kommen Sie direkt dorthin)
Ein (inoffizieller) Arbeitskreis für Theoretische Meteorologie
Klarstellung
Neuorganisation des Umweltbundesamt
BALTEX-Baltic Sea Experiment
Der Klimawandel: Sichtweisen und Interpretation
4. Fachtagung BIOMET
Hintergrundinformation Sommersmog 1999
CD-ROM ÖKOBASE Umweltatlas
Aus der Richtlinienarbeit der KRdL im VDI und DIN
Umweltatlas Wattenmeer
Nachruf Dr. Günter Mücket
Veranstalungskalender

Ein (inoffizieller) Arbeitskreis für Theoretische Meteorologie


Innerhalb des von 1970 bis 1977 geförderten DFG-Schwerpunktprogramms "Energiehaushalt und Zirkulation der Atmosphäre" bestand (bereits ab 1968) das Teilprogramm SPAAZ (Simulations-Projekt Allgemeine Atmosphärische Zirkulation), in welchem die im Schwerpunktprogramm vereinigten theoretischen Meteorologen zusammengearbeitet hatten. Mitglieder der damaligen Arbeitsgruppe erinnerten sich später gern an diese Jahre der Zusammenarbeit. Der Berichterstatter, während des Bestehens der SPAAZ- Gruppe Sprecher derselben, bemühte sich ab 1983 um die Wiederbelebung eines derartigen Arbeitskreises von Theoretikern, die sich durch ähnliche wissenschaftliche Interessen verbunden fühlten. Die Motivation hierfür entstand u.a. auch aus der Erkenntnis, daß innerhalb der kurzen Vortragszeit während der Tagungen Arbeiten theoretischen Inhalts in der Regel schwer in verständlicher Art an das Auditorium vermittelt werden können. Mehrtägige Workshops sollten stattdessen Theoretikern Gelegenheit geben, ihre abgeschlossenen neuen oder erst im Ansatz vorliegenden wissenschaftlichen Ergebnisse ausführlich einer Gruppe von interessierten Kollegen vorzustellen. Eine diesbezügliche Zusammenarbeit der Lehrstühle für Theoretische Meteorologie der Universitäten Berlin (FBU), Frankfurt und Innsbruck führte zur Gründung eines derartigen Arbeitskreises im Jahre 1986 und zur Durchführung von jährlichen Workshops über allgemeine Probleme aus der Theoretischen Meteorologie. Der anfängliche Teilnehmerkreis erweitert sich bald, ändert sich aber auch in seiner Zusammensetzung von Jahr zu Jahr. Im folgenden wird eine Zusammenstellung der Während der bisherigen Workshops gehaltenen Vorträge mitgeteilt. Neben Vorträgen, die dem main stream der aktuellen Forschung angehörten und die in der Regel auch veröffentlicht wurden, waren solche, die durch die Vorlesungenstätigkeit angeregt worden waren. Schwerpunktmäßig fanden sich jedoch Beiträge, die der Grundlagenforschung zuzuordnen sind.

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Klarstellung


Im Heft 2/99 der Mitteilungen ist im Beitrag "Wissenschaftlicher Sekretär der DMG" Abschnitt "Zeitschriften" wie folgt zu ersetzen; eine eventuell entstandene Unklarheit bitte ich zu entschuldigen:

Wie Ihnen sicher nicht neu ist, befinden sich die wissenschaftlichen Publikationen der DMG in einer Umstrukturierungsphase. Den Zusammenführungsprozeß mitzugestalten ist derzeit eine sehr wichtige Aufgabe. Doch auch weitere Publikationen u.a. für DMG-Mitglieder, wie die DWD-Fortbildungszeitschrift promet feiert dieses Jahr sein Wiedererstehen. Die DMG-Mitteilungen werden sich darüberhinaus in neuem, von mir ebenfalls mitzugestaltendem Gewand präsentieren.

A. Spekat

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Kurzberichte:

Neuorganisation des Umweltbundesamt

Seit Anfang August 1999 ist eine neue Organisationsstruktur des Umweltbundesamt in Kraft getreten. Die auffälligste Veränderung: Die Zahl der Fachbereiche wird von bisher fünf auf vier verringert. Insbesondere das Institut für Wasser-, Boden- und Lufthygiene, bislang der Fachbereich V des Umweltbundesamtes, wurde mit dem bisherigen Fachbereich II zusammengeführt. Bislang gab es zwischen beiden Fachbereichen thematische Überschneidungen. Der neue Fachbereich II wird im Obertitel "Umwelt und Gesundheit" heißen, eines der neuen Schwerpunktthemen des Umweltbundesamtes. Auch die Zahl der Abteilungen wird um ein Drittel reduziert - von bisher 23 auf 16.

Eine komplette Übersicht des neuen Aufbaus des Umweltbundesamtes gibt es im Internet unter http://www.umweltbundesamt.de (Rubrik "Presse").

UBA Presseinfo 23/99 August 99
 

25 Jahre Umweltbundesamt

Ein Vierteljahrhundert Umweltschutz: 22. Juli 1974 - Dieses Datum steht über dem "Gesetz über die Errichtung eines Umweltbundesamtes". Am 24. Juli 1974 wurde das Gesetz verkündet. Das Umweltbundesamt wurde selbständige Bundesoberbehörde mit Sitz in Berlin. In den folgenden 25 Jahren hat das Umweltbundesamt das Profil der Umweltpolitik in Deutschland wesentlich mit geprägt. Dies ist Anlaß für eine Rückschau auf die geleistete Arbeit und einen Blick in die Zukunft des Umweltschutzes. Am 16. September 1999 findet dazu in Berlin ein Symposium statt. Titel: "Umweltschutz im 21. Jahrhundert". Dazu werden der Direktor der UN-Umweltorganisation UNEP, Prof. Dr. Klaus Töpfer, Bundesumweltminister Jürgen Trittin und zahlreiche andere Wegbegleiter aus 25 Jahren in das Umweltbundesamt kommen. Zum 25. Geburtstag hält das Umweltbundesamt Informationen für Sie bereit. unter:

Tel: 030/8903-2208/-2250 und -2215;

e-mail: karsten.klenner@uba.de

und ingrid.hanhoff@uba.de

Das "Hintergrundpapier 25 Jahre Umweltbundesamt" mit den Aufgaben, Arbeitsschwerpunkten und wichtigen Meilensteinen der vergangenen 25 Jahre. findet man auch im Internet unter http://www.umweltbundesamt.de (Rubriken: Neue Angebote und Presse). Die rund 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Umweltbundesamtes arbeiten an der Schnittstelle von Wissenschaft und Politik. Aus wissenschaftlichen Erkenntnissen werden vom Umweltbundesamt umweltpolitische Maßnahmen abgeleitet. Die Arbeit des Umweltbundesamtes hat drei Säulen

  • Das Umweltbundesamt ermittelt, beschreibt und bewertet den Zustand der Umwelt, um Beeinträchtigungen von Mensch und Umwelt möglichst frühzeitig und umfassend zu erkennen. Beispielsweise sammelt und veröffentlicht das Umweltbundesamt Daten zum Zustand der Umwelt.
  • Das Umweltbundesamt entwirft fachliche Konzepte zur Lösung von Umweltproblemen und schlägt dem Bundesumweltministerium und anderen Bundesministerien wirksame Maßnahmen zum Schutz der Umwelt vor. Das Umweltbundesamt berät auch andere staatliche, kommunale und private Einrichtungen.
  • Das Umweltbundesamt informiert die Öffentlichkeit allgemeinverständlich über die Ursachen sowie die praktischen Möglichkeiten zur Lösung von Umweltproblemen.
Das Umweltbundesamt steht vor zwei wesentlichen Veränderungen: Eine in den kommenden Wochen ablaufende Neuorganisation wird das Amt effizienter machen. Und schließlich: Das Umweltbundesamt wird im Jahr 2002/2003 seinen neuen Dienstsitz in Dessau beziehen. 1996 hatte der Deutsche Bundestag entschieden, daß das Umweltbundesamt nach Sachsen-Anhalt umzieht. Im kommenden Jahr wird mit dem Bau des neuen Dienstgebäudes begonnen.

UBA-Presseinfo 23/99 vom Juli 99

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BALTEX-Baltic Sea Experiment:

Wasserkreisläufe im Klimasystem


Warum Erforschung der Wasserkreisläufe im Klimasystem?

Wasser bestimmt unser Leben in größter Vielfalt und Bedeutung. Wassermangel ist für die Zukunft in vielen Regionen der Erde allein durch die erwartete Bevölkerungszunahme vorhersehbar. Dadurch begünstigte politische Konflikte zeichnen sich bereits jetzt ab, wie etwa zwischen den Ländern des Vorderen Orients. Auch Wasserüberfluß kann zur beschränkten Nutzbarkeit von weiten Landflächen beitragen (Fluten in China, Südamerika). Am Zustandekommen des derzeitigen Klimas beteiligt sich das Wasser über Kaskaden von physikalischen und bio-geochemischen Prozessen.

Die Belastbarkeit von Vorhersagen von Wetter- und Klimaentwicklungen und von deren Wirkungen auf unsere Gesellschaft und die gesamte Umwelt sowie auch die Abschätzung anthropogener Einwirkungen auf die Umwelt und auf die Wasserverfügbarkeit hängt entscheidend von unserer Fähigkeit ab, die Wassertransporte in der Atmosphäre, in den obersten Bodenschichten, in den Seen und Flußsystemen und auch in den küstennahen Gebieten der Binnenmeere in ihrer vielfältigen Wechselwirkung genau zu modellieren. Dazu gehört auch deren genaue Erfassung durch direkte (z.B. Sonden, Bodenstationen) und indirekte (Radar, Satelliten) Messungen.

Die globalen Forschungsprogramme zum Klima (Weltklima Forschungsprogramm, WCRP) und zur Wechselwirkung in der Bio-Geosphäre (Internationales Bio- und Geosphären Programm, IGBP) stimulieren und koordinieren Forschungsarbeiten, wodurch auch bereits vielfältige Fortschritte erzielt werden konnten. Allerdings bestehen noch immer gravierende Mängel in der numerischen Simulation von Niederschlag und Verdunstung über weiten Gebieten der Erde und der Wechselwirkung dieser Austauschprozesse mit der Vegetation.

Im globalen Energie- und Wasserkreislaufexperiment (GEWEX), einem Unterprogramm des WCRP, werden daher einige Initiativen zur Einrichtung von besonderen Regionalprogrammen mit der speziellen Maßgabe unterstützt,

  • daß deren Ergebnisse in Zusammenarbeit mit Routinediensten gewonnen werden, um eine unmittelbare Anwendung zu garantieren, und
  • daß die hierbei entwickelten Methoden auf andere Gebiete der Erde mit ähnlichem Klima übertragbar sein sollen.
Neben dem das Wassereinzugsgebiet der Ostsee überdeckenden BALTEX gibt es noch ähnliche Experimente in anderen Klimazonen:
  • Mackenzie-River GEWEX Study (MAGS) in Kanada,
  • in den USA das gesamte Mississippi-Gebiet überdeckende Experiment (GCIP),
  • das Amazonasbecken umfassende Experiment LBA (Brasilien, USA, Europa)
  • das die Wechselwirkung zwischen dem asiatischen Monsun und dem Wasserabfluß aus Sibirien in die Arktis bestimmende GEWEX Asian Monsoon Experiment (GAME) mit besonderen Untersuchungsgebieten in Sibirien, China und Südostasien.
Diese planen ebenfalls für die Periode der Jahre 2000 bis 2003 intensive Beobachtungsphasen und einen Datenaustausch mit dem Ziel einer nachhaltigen Verbesserung der Belastbarkeit von Modellsimulationen und der Verifikation der aus Satellitenmessungen abgeleiteten Angaben über Mengen und Transporte von Wasser und Energie im Klimasystem.
 

BALTEX (Baltic Sea Experiment)

BALTEX entstand im Zeitraum 1992-1994 aus deutscher Initiative mit dem Ziel sämtliche Komponenten der Wasser- und Energiekreisläufe über dem Gebiet des Wassereinzugsgebietes der Ostsee mit hohem räumlichen und zeitlichem Detail zu erfassen und in Modellen zu simulieren sowie deren Variabilität in bezug zur weltweiten Zirkulation der Ozeane und Atmosphäre (z.B. Einwirkungen des El-Niñ o und der für Europa wichtigeren Nordatlantischen Oszillation - NAO) zu setzen. Die Ergebnisse sollen unmittelbar in die Arbeiten der operationellen Dienste für Wetter und für die Wasserwirtschaft in allen betroffenen Staaten einfließen.

Das BALTEX-Gebiet überdeckt mit einer Fläche von etwa 2,1 Mio. km2 die Ostsee und ganz oder nur teilweise die Territorien von insgesamt 14 Staaten. Es ist mit etwa 80 Mio. Einwohnern besiedelt, die es intensiv nutzen. Die Ostsee selbst wird in zunehmendem Maße zur Wasserstraße für den Handel mit dem europäischen Rußland. Das Klima im Norden ist bereits subarktisch, im Süden dagegen moderat kontinental. Diesem Gebiet kommt durch das Bestreben einiger Staaten nach Integration innerhalb der Europäischen Union besondere Bedeutung zu.

Wie in anderen Experimenten des GEWEX bestimmt eine international und interdisziplinär besetzte Arbeitsgruppe die wesentlichen Arbeitsrichtungen, wobei die Strategie von gleichzeitigen Prozeßstudien in verschiedenen Regionen von der Nutzung und Weiterentwicklung regionaler Modelle Gebrauch macht. Die Arbeiten dieser "Steering Group" werden unterstützt von einem am GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht angesiedelten "internationalen BALTEX-Sekretariat", das auch die Arbeiten weiterer Arbeitsgruppen koordiniert. Das Sekretariat ist auch für die Sammlung spezieller Daten aus den Staaten der früheren Sowjetunion, Polen, den baltischen Staaten und Weissrussland zuständig.

Drei Datenzentren wurden eingerichtet: für meteorologische (beim DWD in Offenbach), für hydrologische (beim SMHI in Norköpping) und für ozeanographische Daten (beim FIMR in Helsinki). Hier werden umfangreiche Datensätze für die Zwecke der Modellverbesserung und für klimatologische Untersuchungen gesammelt. Die Vorbereitungsphase zwischen den Jahren 1992 und heute diente der schrittweisen Definition des Projektes, der Entwicklung von numerischen Modellen und dem Aufbau von Datenzentren. Es wurden bereits eine Reihe von Prozeßstudien, an denen Arbeitsgruppen aus den verschiedenen BALTEX-Ländern teilgenommen haben, durchgeführt.

Gute Fortschritte wurden in der Modellierung von Wassertransporten am Erdboden erzielt, insbesondere in einigen komplexen Flußsystemen, wovon auch die Vorhersage von Hochwasserereignissen profitieren kann. Eine erste Simulation der komplexen Wechselwirkung zwischen der Atmosphäre und der Ostsee mit einem die Atmosphäre mit der Ostsee koppelnden Modell ist erfolgt. Auch wurden Methoden entwickelt, um die in den GPS-Daten enthaltenen Informationen über den atmosphärischen Wasserdampfgehalt zur Verifikation von Modellvorhersagen zu nutzen. Ebenso konnten die in Radardaten sichtbaren Niederschlagsgebiete über der Ostsee mit Modellrechnungen verglichen werden. Die 2. "Wissenschaftliche Konferenz" zum BALTEX im Frühjahr 1998, an der 180 Wissenschaftler aus 20 Ländern teilnahmen, bot einen umfassenden Überblick über die bereits geleistete Arbeit und auch über die durch BALTEX stimulierten Forschungen in anderen Klimazonen.

Aus Deutschland beteiligten sich bisher die nachfolgend aufgeführten Forschungseinrichtungen bzw. Institute:
 

GKSS-Forschungszentrum, Geesthacht Sekretariat, regionale Modellierung, Wolkenradar, Messungen in Lindenberg
MPI-Meteorologie, Hamburg regionale Klimamodellierung, Kopplung des Modells mit der Ostsee
IfM, Kiel Modellkopplung Ostsee - Atmosphäre, Fernerkundung und Messung von Niederschlag, Modellierung der Ostsee
DWD, Offenbach meteorologisches Datenzentrum, Austauschexperiment Lindenberg, Datenassimilation, Einsatz und Auswertung von Radardaten
BfG, Koblenz hydrologische Daten
Meteor. Institut, Uni Hannover Energieflußmessungen Ostsee/Eis- Atmosphäre
Hydrol. u. Meteor. Institut, Uni Dresden Ableitung von Wolken- und Strahlungsparametern aus Satellitendaten
Meteor. Institut, Uni Berlin Ableitung von Wolken- und Feuchteparametern aus Satellitendaten
Meteor. Institut, Uni Leipzig Kopplung von hydrologischem Modell mit mesoskaligem Atmosphärenmodell
Meteor. Institut, Uni Hamburg Teilnahme an Feldexperiment DIAMIX
Ingenieurbüro Ludwig, Karlsruhe Wasserhaushaltsmodell für das Ostsee-Einzugsgebiet 
IOW, Warnemünde ozeanographische Messungen
Meteor. Institut, Uni Bonn Verifizierung hydrologischer Parameter mit Satellitendaten

Weiterführung in der Hauptphase BRIDGE (2000-2002)

Die bisher erreichten Ergebnisse rechtfertigen die Weiterführung von BALTEX im Rahmen einer mehrjährigen intensiven Beobachtungsphase. Diese Beobachtungsphase wird mit dem Namen BRIDGE (Brücke) bezeichnet und soll eine Brücke zwischen den beteiligten Fachdisziplinen und Nationen darstellen. Das Hauptanliegen von BRIDGE ist:

  • die Entwicklung und vollständige Validation von Modellen, welche die Atmosphäre mit den Landoberflächen und ihren Flußsystemen sowie mit der Ostsee interaktiv koppeln, durch
  • verbessertes Prozeßverständis in allen Kompartimenten und verbesserte numerische Verfahren, die auch Gebrauch von der Assimilation von sehr unterschiedlichen Eingabedaten machen können.
Eine Absichtserklärung zur Mitarbeit an diesem Projekt (Interim Memorandum of Understanding) haben bisher 40 Arbeitsgruppen (davon 12 aus Deutschland) aus 10 BALTEX-Ländern, aus Österreich und den Niederlanden unterzeichnet und dabei ihre geplanten eigenfinanzierten Beiträge näher spezifiziert. Durch enge Zusammenarbeit von Mitarbeitern des GKSS-Forschungszentrums mit Wissenschaftlern aus Kanada und Japan zu Fragestellungen zum BALTEX und der Übertragbarkeit von Modellen und von Methoden leisten auch diese Länder einen aktiven Beitrag zum BALTEX.

Die Hauptphase von BRIDGE beginnt bereits im Oktober 1999 und soll 2 vollständige Jahresgänge überdecken; sie wird daher im Februar 2002 enden. Sie besteht aus einer Komponente, die im wesentlichen alle Routinemessungen besonders intensiv sammelt. Dieser sind mehrere Intensivmeßphasen im gesamten BALTEX-Gebiet überlagert, die zu bestimmten Jahreszeiten erfolgen und eine zeitlich dichtere Folge von Radiosondenmessungen sowie die Sammlung von Satellitendaten enthalten. Zu letzteren gehören nicht nur die Daten bereits bekannter Satelliten für die Meteorologie; es sollen auch die Daten des Satelliten ENVISAT und möglichst alle aus GPS-Signalen ableitbaren Informationen über den Wasserdampf in der Atmosphäre in die Analysen mit einbezogen werden. Ebenso werden die Daten möglichst aller Regenradarmessungen des Verbundes BALTRAD, zu dem Geräte aus den 3 skandinavischen Staaten, aus Deutschland und Polen beitragen, miteinander verknüpft. Estland und Lettland installieren derzeit (1999) je ein Radar.

Während BRIDGE werden auch weitere Feldexperimente über der Ostsee und über klimatisch sehr unterschiedlichen Landgebieten stattfinden, um den Austausch von Wasser zwischen der Atmosphäre und dem mit unterschiedlicher Vegetation bedeckten Land genauer zu erfassen und für die Modellierung zu verstehen. Eines dieser Gebiete liegt im Norden Finnlands, ein anderes befindet sich auf dem Gelände des Meteorologischen Observatoriums Lindenberg und in dessen Umgebung.

BALTEX ist bereits ein international hochangesehenes Projekt. Seine Ergebnisse werden zum einen viele direkte Anwendungen ermöglichen, zum anderen fließen sie nahtlos in die Forschungen zur Variabilität des Klimas (CLIVAR) und dessen regionale Folgen ein. CLIVAR soll nicht nur langfristig erwartete Klimaänderungen, die als Folge des zusätzlichen Treibhauseffektes erwartet werden, für politische und wirtschaftliche Entscheidungen belastbar erklären, sondern es soll auch den Vorhersagezeitraum für aktuelle Wetterereignisse und die Witterung so genau gestalten, daß sich besonders empfindliche Zweige von Volkswirtschaften danach richten können.

(Unter http://w3.gkss.de/baltex/baltex_home.htmlfindet der Leser weitere Informationen zum BALTEX)

Prof. Dr. E. Raschke,
E-Mail: raschke@gkss.de
Institut für Physik der Atmosphäre
D-21502 Geesthacht

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Der Klimawandel: Sichtweisen und Interpretation

Ergebnisse des Projektes

"The Perspectives of Climate Scientists on Global Climate Change"

(gekürzte Fassung mit fr. Genehmigung der Autoren)


Zusammenfassung

In diesem Artikel werden einige der Ergebnisse des Projektes "The Perspectives of Climate Scientists on Global Climate Change", vorgestellt. Für dieses Projekt wurde ein Fragebogen an 1.000 Wissenschaftler in den USA, Kanada und Deutschland verschickt. In den Antworten finden sich Ähnlichkeiten und Differenzen zwischen den einzelnen Ländergruppen. Hier sollen die Ergebnisse für die deutsche Forschergruppe im Vordergrund stehen. Deutsche Forscher zeigen im allgemeinen das größte Vertrauen in die Zuverlässigkeit von Klimamodellen. Sie geben in stärkerem Maße als die anderen Gruppen an, daß Klimawandel negative Auswirkungen für ihre Gesellschaft haben wird und glauben in stärkerem Maße an die Notwendigkeit politischer Maßnahmen, um dem Klimawandel zu begegnen. Unterschiede zwischen den Gruppen finden sich auch in der Bewertung der Beziehung Wissenschaft - Politik. Deutsche Forscher haben, prozentual gesehen, den geringsten Kontakt mit Medien und Politik. Trotz dieser geringen Kontakte ist die deutsche Gruppe diejenige, welche am stärksten die Meinung zum Ausdruck bringt, daß es Forscher gibt, die in der Lage sind, die sozialen Auswirkungen eines Klimawandels bewerten zu können. Wissenschaftler aller betrachteten Länder zeigen sich unzufrieden mit der gegenwärtigen Beziehung zwischen Wissenschaft und Politik. Wir glauben, daß die Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen das Ergebnis der unterschiedlichen sozio-historischen Kontexte sind, in denen sich die Wissenschaft in den einzelnen Ländern befindet. Dies weist auf die soziale Konstruktion des Gegenstandes "Klima" hin.

1. Die Untersuchung

1.1 Die Stichprobe

Der für diese Untersuchung entwickelte Fragebogen enthält 74 Fragen und wurde an über 1.000 Klimawissenschaftler in Nordamerika (Kanada und USA) und Deutschland verschickt. Die Mehrzahl der Fragen sollte anhand einer sieben-Punkte-Skala beantwortet werden. Den Befragten wurden eine Reihe von Aussagen vorgelegt, für die ein bestimmter Grad an Zustimmung oder Ablehnung angegeben werden sollte. Die Antwortmöglichkeiten reichten von "1=stimme zu" bis "7=stimme nicht zu". Der Wert 4 kann abhängig von der Fragestellung entweder als Ausdruck von Unentschiedenheit oder als Ambivalenz betrachtet werden. Am Ende der Fragebögen wurde Platz für Kommentare gelassen. Hier wurde deutlich, daß manche der Befragten einige der Fragestellungen bemängelten.

Für die Untersuchungsstichprobe wurden auf deutscher Seite von der Verwaltung der "Deutschen Meteorologischen Gesellschaft" per Zufallsverfahren 450 Mitglieder ausgewählt. Weitere 50 Fragebögen wurden an Mitglieder des Hamburger "Max-Planck-Instituts für Meteorologie" und des "Meteorologischen Instituts" der Universität Hamburg verteilt, welche per Zufallsverfahren aus der gemeinsamen Telefonliste ausgewählt wurden. Die Antwortquote lag bei etwa 40%. Aus den USA kamen 149 Antworten, aus Kanada 35 und aus Deutschland 228.

2.2 Ergebnisse

2.2.1 Möglichkeiten der Klimaforschung

Am Beginn der Untersuchung stand die Absicht zu erfahren, ob Klimaforscher der Überzeugung sind, daß die globale Erwärmung bereits eingesetzt hat. Tatsächlich ist die Überzeugung weit verbreitet (Abb.1). Es wurden Mittelwerte von 3.4 für die USA, 2.9 für Kanada und 3.3 für Deutschland ermittelt.

Nach Fragen zu einzelnen Komponenten von Klimamodellen wurde zusammenfassend die Frage gestellt, ob Klimamodelle in der Lage sind, klimatische Verhältnisse der Vergangenheit korrekt zu verifizieren (Mittelwerte: Deutschland 3.4, Kanada 4.1, USA 4.4.) Hier können leichte Differenzen zwischen den einzelnen Ländergruppen festgestellt werden. Weiter wurde gefragt, ob Klimamodelle in der Lage sind, zukünftige Klimaverhältnisse korrekt darzustellen (Mittelwerte: Deutschland 4.3, Kanada 4.6, USA 4.9).

Auf deutscher Seite besteht eine leicht größere Zuversicht im Gebrauch von Klimamodellen zur Verifizierung vergangener Klimaverhältnisse. Dieses Vertrauen auf deutscher Seite und die leichte Skepsis auf Seiten der US-amerikanischen Forscher wiederholt sich in der Frage nach der Vorhersage zukünftiger klimatischer Bedingungen. Die Werte zeigen insgesamt, daß es einen gewissen Grad der Übereinstimmung zwischen den Forschergruppen gibt bezogen auf die aktuell vorhandenen Möglichkeiten der Klimamodellierung.

2.2.2 Bewertung von Klimaänderungen

Bei der Frage nach den Auswirkungen eines Klimawandels zeigen die Ergebnisse, daß von einer Mehrzahl der Forscher spürbare Einflüsse auf die Gesellschaft erwarten werden, in der sie leben. Die deutsche Gruppe weist in der "starken" Zustimmung den höchsten Wert auf (7%). Es kann die Vermutung geäußert werden, daß in Deutschland die Nachteile als deutlich höher empfunden und kritische Grenzen daher niedriger angesetzt werden. Diese Ansichten mögen Eingang gefunden haben in die Überzeugungen der Forscher und Bestandteil ihrer Sicht der Gesellschaft sein (Mittelwerte: Kanada 4.3, USA 3.8, Deutschland 3.6).

Die Ergebnisse der letzten Frage lassen Auswirkungen auf die Forderung nach politischen Maßnahmen erwarten. Dies wurde im weiteren Verlauf der Untersuchung bestätigt (Abb. 2 ). Während bei der Frage nach der Notwendigkeit solcher Maßnahmen in den Mittelwerten nur geringe Unterschiede zwischen den Gruppen zu beobachten sind, fällt auf, daß der größte Anteil jener Befragten, die am stärksten die Aussage, es gäbe keine Erfordernis politischer Programme ablehnen, aus der deutschen Forschergemeinschaft stammt.

2.2.3 Kontakt mit der Öffentlichkeit und den Medien

Es entstand die Vermutung, daß die Forschung mit ihren Ergebnissen durch Darstellung in den Medien einen gesellschaftlichen Einfluß u.a. auf politische Präferenzen ausübt. Dies würde einen stärkeren Kontakt mit der Öffentlichkeit bedeuten und im deutschen Fall möglicherweise ein erhöhtes soziales Bewußtsein aufzeigen, welches Ausdruck des Wissens über gesellschaftliche Sichtweiten sein könnte. Um diese Thesen zu untersuchen, wurden eine Reihe von Fragen gestellt, welche den Umgang mit den Medien betreffen. Es wurde gefragt, wie oft Klimawissenschaftler von Politikern und Medien kontaktiert werden, um Informationen zum Klimawandel zu geben. In beiden Fällen geben deutsche Wissenschaftler den geringsten Kontakt an.

2.2.4 Wissenstransfer und gesellschaftlicher Einfluß

Um den Prozeß der Vermittlung von Expertenwissen in Gesellschaft und Politik näher zu betrachten ist eine Aufgliederung der Forschergemeinschaft erforderlich. Die im vorherigen Abschnitt angesprochenen Fragen zeigen, daß länderübergreifend ein relativ geringer Anteil der Forschergemeinschaft in Kontakt steht zur Politik und zu den Medien. Eine nähere Analyse [1] dieser Gruppe hat ergeben, daß es sich in beiden Fällen nicht notwendigerweise um dieselben Forscher handelt. Die Antworten dieser Wissenschaftler über das Auftreten und die Auswirkungen einer globalen Erwärmung weisen erkennbare Unterschiede auf zu den Antworten derer, die keine oder wenig Kontakte nach außen pflegen.

So wird die Aussage, daß der Prozeß der globalen Erwärmung bereits zu beobachten ist von Seiten der Forscher mit Kontakt zur Politik in höherem Maße als in der Gesamtstichprobe zugestimmt, während die Zustimmung der Forscher mit Präsenz in den Medien niedriger ausfällt. Möglicherweise sind die Medien darauf bedacht, gegensätzliche Extrempositionen in der Klimadiskussion zu präsentieren, um interessant für eine große Leserschaft zu wirken. Politische Entscheidungsträger hingegen suchen nach Vertretern, die einen Konsens in der Klimadebatte präsentieren, welcher aktuell darin besteht, daß die globale Erwärmung stattfindet (siehe oben).

Um das Verhältnis Wissenschaft - Politik näher zu betrachten, wurde die Frage gestellt, inwieweit die Politik den aktuellen Stand der Klimaforschung verfolgt und davon Gebrauch macht (Abb. 3 , Mittelwerte: USA 4.6, Kanada 4.1, Deutschland 4.4). Die Beantwortung dieser Frage wird als ein weiteres Maß für die Bewertung des aktuellen gesellschaftlich - wissenschaftlichen Kontextes der Klimaforschung betrachtet. Hier sehen die Forscher aller Länder offensichtlich die Notwendigkeit einer Verbesserung. Einer der Gründe für die Überzeugung, daß der aktuelle Stand der Forschung in der Politik nur unzureichend rezipiert wird, mag in der Art und Weise liegen, in der dieses Wissen präsentiert wird. Um dieser These nachzugehen, wurde die Frage gestellt, inwieweit Klimaforscher die Möglichkeit haben, jene Informationen, welche die Politik erreichen, zu kontrollieren (Abb. 4 , Mittelwert: USA 4.4, Kanada 4.4, Deutschland 3.3).

Die deutsche Forschergruppe neigt offensichtlich am stärksten zu der Annahme, daß es einen gewissen Grad an Kontrolle über das zu vermittelnde Wissen gibt. Dies mag erneut auf Besonderheiten innerhalb der einzelnen Forschergemeinschaften hindeuten. Aus Abb. 3 kann der Schluß gezogen werden, daß die aktuellen Ergebnisse der Klimaforschung in der Politik nur unzureichend rezipiert werden. Gleichzeitig wird aus Abb. 4 deutlich, daß es ein gewisses Vertrauen in die Kontrolle über das zu vermittelnde Wissen gibt. Hier stellt sich die Frage, warum jenes Wissen, welches die Politik erreicht, nicht immer das aktuellste ist. Um dem nachzugehen, wurde die Frage gestellt, ob die Klimawissenschaften wertneutral geblieben sind (Abb. 5 , Mittelwert: USA 4.3, Kanada 4.4, Deutschland 4.0).

Die Antworten auf diese Frage deuten darauf hin, daß die Klimawissenschaften einem gewissen Einfluß gesellschaftlicher Wertvorstellungen unterliegen und dies von Forscher aller drei Länder so gesehen wird. Es wurde die Möglichkeit erwogen, daß die relative Neuheit der Klimawissenschaften und ihre politische Bedeutung die Gründe für den Einfluß gesellschaftlicher Wertvorstellungen sind. Es wurde gefragt, inwieweit es sich bei Klimawandel um einen komplexen Gegenstand handelt, der voller Unsicherheiten ist und in einem großen Maße Vermutungen und Interpretationen zuläßt (Abb. 6 , Mittelwerte: USA 2.3, Kanada 2.8, Deutschland 2.5). Die Daten verdeutlichen, daß der Einfluß gesellschaftlicher Wertvorstellungen auf die "objektive" Wissenschaft als stark empfunden wird.

2.3 Schluß

Mit den in dieser Darstellung präsentierten Daten wurde versucht, den Prozeß der sozialen Herausbildung des Gegenstandes "Klima" innerhalb der Wissenschaft zu betrachten. Die Daten belegen einen weitgehenden Konsens in dem Glauben, daß der Prozeß der globalen Erwärmung bereits eingesetzt hat. Es gibt jedoch einen gewissen Unterschied in der Bewertung von Klimamodellen und deren Fähigkeit, künftige Klimaverhältnisse korrekt zu ermitteln.

Während sich insgesamt die Einschätzungen im Hinblick auf die naturwissenschaftliche Sachlage und die sozio-ökonomischen Implikationen in Nordamerika und Deutschland nur geringfügig unterscheiden, treten beim Kontakt zu den Medien und zur Politik, sowie bei dem Zutrauen in die Kompetenz von Klimaforschern als Berater im sozio-ökonomischen Bereich, deutliche Unterschiede zwischen den USA und Deutschland auf. In Deutschland ist nur eine kleine Minderheit von Forschern in Kontakt mit Medien und Politik. Jedoch ist ein Selbstverständnis der Klimaforschung als adäquater gesellschaftlicher Berater erkennbar. Anders in den USA - dort wird der Kontakt zwischen Wissenschaft und Politik bzw. Medien von vielen Wissenschaftlern getragen, die Kompetenz der Wissenschaft als Berater für Klimafolgenpolitik wird jedoch kritisch gesehen.

Länderübergreifend glauben viele Forscher, daß die Klimawissenschaften die Objektivität einer wertneutralen Wissenschaft verloren haben. Dies mag mit dem sozio-kulturellen Kontext zusammenhängen, in dem jede Forschergemeinschaft sich befindet, sowie mit dem politischen Charakter der Klimawissenschaften und ihrem relativ kurzen Bestehen. Wenn die Wissenschaft einen hohen Grad an Unsicherheiten und Vermutungen aufweist und nicht als wertneutral betrachtet wird, wird ein Großteil des Wissens welches an die Öffentlichkeit gelangt gleichermaßen zum Gegenstand von sozialen Interpretationen wie von gesicherten Fakten ("postnormale Wissenschaft"). Diese gesellschaftlich-wissenschaftlichen Herausbildungen können das Ergebnis historischer und kultureller Kontexte sein, in denen sie erzeugt werden. Diese These führt zu der Vermutung, daß die Interpretationen von Forschungsergebnissen in der Öffentlichkeit den Wissenstransfer in die Politik und in die Gesellschaft beeinflussen und der sozialen Konstruktion des Gegenstandes "Klima" eine große Bedeutung zukommt. Die Klimawissenschaften sind aufgrund ihres viele Gesellschaftsbereiche tangierenden Untersuchungsgegenstandes und somit wegen ihres politischen Charakters besonders anfällig für solche Einflüsse. Hierdurch können Richtung und Verwendung von Forschung mit bestimmt werden, wodurch die Entwicklung politischer Maßnahmen beeinträchtigt werden kann. Die in diesem Papier vorgestellten Ergebnisse mögen einerseits Symptome einer neu herausgebildeten Wissenschaft sein. Andererseits können sie Ausdruck einer Entwicklung sein, in der Wissenschaft globale Phänomene mit weitreichenden Konsequenzen zu betrachten, welche eine verstärkte Zusammenarbeit von Natur- und Sozialwissenschaften erfordern.

Die Umfrage für diese Untersuchung ist in der Zwischenzeit ausgedehnt worden auf Wissenschaftler aus Italien und Dänemark. Detaillierte Resultate sind im Internet verfügbar unter der Adresse http://w3g.gkss.de/G/Mitarbeiter/Storch/THYSSEN/HTML/survey/questions.htm. Die vollständige Fassung dieses Aufsatzes findet sich unter der Adresse http://w3g.gkss.de/G/Mitarbeiter/Storch/THYSSEN/HTML/D/d.htm. Weitere Veröffentlichungen zur Umfrage bieten [2-4].

Danksagung

Wir danken der Thyssen-Stiftung für ihre großzügige finanzielle Unterstützung, die dieses Projekt ermöglichte, dem GKSS-Forschungszentrum und dem Max-Planck-Institut für Meteorologie für fortdauernde Hilfestellung, der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft für die Versendung unserer Fragebogen sowie all jenen Wissenschaftlern, die die Zeit gefunden haben an der Befragung teilzunehmen.

Literatur:

[1] Bray, Dennis, und Hans von Storch: Climate Science and the Transfer of Knowledge to public and political realms. In: Anthropogenic Climate Change. Proceedings of the First GKSS School on Environmental Research, Springer Verlag 1998, ISBN 3-540-65033-4, S. 287-328.

[2] Bray, Dennis, und Hans von Storch: Climate Science. An empirical example of postnormal science. Bull. Amer. Met. Soc. 80: 439-456, 1998

[3] Bray, Dennis, und Hans von Storch: The Climate Change Issue. Perspectives and Interpretations. In: Proceedings of the 14th International Congress of Biometeorology 1996, Teil 2, S. 391-398

[4] von Storch, H. und D. Bray, 1999: Perspectives of climate scientists on global climate change. - Conference Proceedings. Climate Change Policy in Germany and the United States, Berlin, June 15-18, 1997. Publications of the German American Academic Council, Volume 7, ISSN 0948-4809, 33-48

Dennis Bray, Hans von Storch, Sönke Rau

E-Mail: bray@dkrz.destorch@gkss.de
Institut für Gewässerphysik GKSS Forschungszentrum,
D 21502 Geesthacht

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4. Fachtagung BIOMET, am 19.-20. April in München-

gemeinsam mit der Gesellschaft zur

Förderung Medizin-Meteorologischer Forschung e.V.


Im Gegensatz zu den vorausgegangenen Fachtagungen BIOMET, die sich 1989 und 1993 auf die Agrar- und Forstmeteorologie mit der Phänologie konzentrierten oder 1996 auf die Humanbiometeorologie, sollten die Themen dieser 4. Fachtagung die ganze Bandbreite der Biometeorologie einnehmen. Wie schon 1996 konnte der Vorsitzende des FA BIOMET, PD Dr. Peter Höppe, mit der Unterstützung des Instituts für Arbeits- und Umweltmedizin der LMU München, die Tagung im Haus der Carl Friedrich von Siemens Stiftung in München-Nymphenburg organisieren. Die 93 Teilnehmer, hauptsächlich aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, fanden hier eine besonders gastfreundliche Aufnahme in einer stilvollen Umgebung und damit auch einen Ausgleich für die Anstrengungen, die das sehr gedrängte Vortragsprogramm abverlangte. Zwischen den einzelnen Vorträgen konnten sich kurze, kritische Diskussionen entwickeln, die sich in der anregenden Atmosphäre des Treffens in den Pausen und am Abend fortsetzten.

Die zehn Vorträge der ersten Sitzung Agrarmeteorologie stellten den Entwicklungsstand von Kartenwerken als Planungshilfen und von EDV- gestützten Informationssystemen für die landwirtschaftliche Beratung vor. Sie beschäftigten sich u.a. mit dem Einfluß der Witterung auf den Ernteertrag und mit möglichen Auswirkungen der in verschiedenen Szenarien vorgegebenen Klimaänderungen auf Kornerträge bei Winterweizen. Den Abschluß bildeten Themen aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung: die Ausbreitung von Geruchsstoffen und das Stallklima.

Lediglich drei Vorträge widmeten sich dem Thema Phänologie. Im Vordergrund stand dabei eine Übersicht der Beobachtungsprogramme der letzten 3 oder 4 Jahrzehnte, der Methoden und Ergebnisse und der Zusammenhänge mit der Variabilität des Klimas.

Stoffflüsse in Waldbeständen und damit verbundene Fragen der turbulenten Diffusion oder der Photosynthese bildeten das zentrale Thema der 14 Vorträge zur Forstmeteorologie. Dieser Programmteil wurde von der Arbeitsgruppe in Göttingen und daneben von Gruppen in Dresden/Tharandt und in Freiburg bestritten. Die Vorträge gaben einen Einblick in die meist im Rahmen aktueller Forschungsprojekte erarbeiteten Ergebnisse von Feldmessungen und begleitenden Modellrechnungen. Die Grundlage bildeten jeweils Untersuchungen auf langjährig betriebenen Versuchsflächen und die Erfahrungen aus über längere Zeit verfolgten Forschungszielen. Ein letzter Vortrag zur Forstmeteorologie behandelte unter dem Stichwort Buchenwälder ein abweichendes Thema, das auch schon bei der Fachtagung 1993 durch neue, überraschende Erkenntnisse über die Ansprüche der Buche an das Klima aufgefallen war.

Einen aktuellen Querschnitt durch das ausgedehnte Gebiet der Humanbiometeorologie und ihrer Anwendungen in der Medizin-Meteorologie, der Stadt- und der Gebäudeklimatologie, boten die 19 Vorträge der letzten Sitzung. Sie hatten ihre Schwerpunkte bei einem der drei Wirkungskomplexe Wärme, (UV-)Strahlung und Luftqualität oder behandelten übergreifende Themen. Die Nähe zur Forstmeteorologie zeigte sich in zwei Beiträgen mit Vergleichen Wald/Freiland für die Wärmebelastung und Wald/Stadt für die Luftqualität. Bei den Vorträgen zum Thema Wärmebelastung reichte die Skala von Globalen Klimaänderungen über Systeme zur Wahrung vor Hitzewellen bis zum Innenraumklima. Zwei Beiträge berichteten über den Stand der Wissenschaft und der "Technik" auf dem Gebiet der Klimatherapie und bei der Vorhersage des Biowetters. Zu nennen ist auch die Vorstellung des derzeitigen Stands einer "Internationalen Stadtklima Homepage" (www.stadtklima.de), die umfassende Informationen zum Thema anbiete und zur Mitarbeit einlädt.

Kurzfassungen der Vorträge werden in einem besonderen Band der Annalen der Meteorologie veröffentlicht.

Am Ende der Fachtagung stand die Verabschiedung von Herrn PD Dr. Höppe, des bisherigen Vorsitzenden des Fachausschusses und zukünftigen Präsidenten der International Society of Biometeorology (ISB). In der anschließenden Sitzung der Arbeitsgruppe des FA BIOMET stellte der neue Vorsitzende, Prof. Dr. Ch. Bernhofer, TU Dresden, Vorschläge über die Ausrichtung der zukünftigen Arbeit des Fachausschusses zur Diskussion. Eine fachliche Aufteilung der Aktivitäten in Untergruppen wird nicht für sinnvoll gehalten, sie würde den Informationsaustausch zwischen den Teilgebieten beeinträchtigen. In einem weiteren Diskussionspunkt ging es um den für zu gering eingeschätzten Anteil der Biometeorologie im Lehrangebot der Meteorologie an den Hochschulen und um die Förderung einer der Bedeutung des Fachgebiets angemessenen Ausbildung.

Einen letzten Punkt der Sitzung bildete die Organisation der nächsten Fachtagung, der ersten, bei der auf die bewährten Gastgeber im Raum München verzichtet werden muß. Ein Tagungsort und ein geeigneter Termin sollen bei einem im Dezember 1999 in Tharandt vorgesehenen Treffen der Arbeitsgruppe festgelegt werden.

Prof. Dr. K. Höschele
Bettäckerstr. 2, 70839 Gerlingen

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Kurzmitteilungen


Hintergrundinformation Sommersmog 1999 vom Umweltbundesamt aktualisiert

Wie entsteht der sogenannte Sommersmog? Wie wirkt Ozon auf den Menschen und die Umwelt? Was kann man gegen die hohen Ozonwerte tun? Die "Hintergrundinformation Sommersmog" des Umweltbundesamtes gibt auf 20 Seiten eine umfassende Übersicht über das Thema Ozon. Das Umweltbundesamt hat jetzt eine aktualisierte Fassung veröffentlicht. Sie ist im Internet abrufbar oder bei der Pressestelle des Umweltbundesamtes in Papierform erhältlich. Die "Hintergrundinformation Sommersmog" umfaßt neun Kapitel: Ozon in der Atmosphäre; Entstehung von bodennahem Ozon; Emissionsquellen der Vorläufersubstanzen; Gibt es einen Ozontrend?; Wirkungen auf Menschen; Wirkungen auf Pflanzen; Grenz- und Schwellenwerte; Maßnahmen und Fazit.

Die aktuelle "Hintergrundinformation Sommersmog" gibt es im Internet oder in der Papierform in der Pressestelle des Umweltbundesamtes , Postfach 33 00 22, 14191 Berlin, Telefon: 030/8903-2226/-2250 oder -2208, e-mail: jana.schmidt@uba.de oder karsten.klenner@uba.de

UBA Presseinfo 22/99 Juni 99

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CD-ROM "ÖKOBASE Umweltatlas : Neuauflage des geographischen Umweltinformationssystems

Die CD enthält Umweltdaten und -anschriften von vielen hundert Orten in Deutschland Das Angebot des geographischen Umweltinformationssystems umfaßt neben lokalen Luft- und Gewässerdaten, Anschriften örtlicher Umwelteinrichtungen, Beratungsstellen und Umweltexperten auch Videos und Spiele. Die von der Clemens Hölter GmbH entwickelte neue Version "ÖKOBASE Umweltatlas 2.0" enthält vollständig überarbeitete und aktualisierte Datenbestände. Erstmalig unterstützt das Statistische Bundesamt den "ÖKOBASE Umweltatlas" mit seinen Daten.

Der "ÖKOBASE Umweltatlas 2.0" ist einfach zu handhaben: Man braucht einen PC mit Windows-Betriebssystem. Dann kann man sich in eine Deutschlandkarte hineinzoomen und die Umweltinformationen für viele hundert Orte in Deutschland abrufen. Deutschlandweite Tabellen und Übersichten zu verschiedenen Themenbereichen ergänzen dieses Angebot, Fotos und Filme zu geschützten und schützenswerten Gebieten runden es ab.

Der "ÖKOBASE Umweltatlas" soll zukünftig noch besser werden. Deshalb bittet das Umweltbundesamt alle Institutionen Deutschlands, die über geeignetes Datenmaterial verfügen, um Unterstützung. Bei Fragen oder Anregungen wenden Sie sich bitte an die Clemens Hölter GmbH oder das Umweltbundesamt, Fach-gebiet "Umweltaufklärung", Postfach 33 00 22, 14191 Berlin, Fax: 030/8903-2912.

Der "ÖKOBASE Umweltatlas 2.0" kann ab sofort bezogen werden bei der Clemens Hölter GmbH, Am Kuckesberg 9, 42781 Haan, Tel. 02129/51011, Fax 02129/51013, E-Mail: oekobase@T-Online.de, INTERNET: http://www.oekobase.de.

Pressemitteilung Nr. 13/99 Mai 99

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LITERATURHINWEISE


Aus der Richtlinienarbeit der KRdL im VDI und DIN

Richtlinie VDI 2052

Raumlufttechnische Anlagen für Küchen
Ventilation equipment for kitchens
Ausgabedatum: Juni 1999
Ersetzt den Entwurf vom November 1997 und die Ausgabe vom Mai 1995
Erscheint in deutsch/englischer Fassung
 

Richtlinie VDI 4210 Blatt 1

Fernmeßverfahren -
Messungen in der Atmosphäre nach dem LIDAR-Prinzip - Messen gasförmiger Luftverunreinigungen mit dem DAS-LIDAR Remote Sensing - Atmospheric Measurements with LIDAR Measuring of Gaseous Air Pollution with DAS LIDAR
Ausgabedatum: Juni 1999
Ersetzt den Entwurf vom Dezember 1997
Erscheint in deutsch/englischer Fassung

Guideline VDI 4210 Part 1

Remote Sensing - Atmospheric Measurements with LIDAR -Measuring of Gaseous Air Pollution with DAS LIDAR Fernmeßverfahren - Messungen in der Atmosphäre nach dem LIDAR-Prinzip Messen gasförmiger Luftverunreinigungen mit dem DAS-LIDAR
Release: June 1999
Substitutes the draft edition of December 1997
Released in German and English Language.
 

Richtlinie VDI 4280 Blatt 2 (Entwurf)

Planung von Immissionsmessungen - Regeln zur Planung von Untersuchungen verkehrsbedingter Luftverunreinigungen an Belastungsschwerpunkten
Ausgabedatum: Juli 1999
Einsprüche bis 30. November 1999
 

Richtlinie VDI 3783 Blatt 12 (Entwurf)

Umweltmeteorologie - Physikalische Modellierung von Strömungs- und Ausbreitungsvorgängen in der Atmosphäre
Ausgabedatum: August 1999
Einsprüche bis 31. Dezember 1999

Hrsg.: für alle Richtlinien - Verein Deutscher Ingenieure,Kommission Reinhaltung der Luft (KRdL) im VDI und DIN - Normenausschuß
Vertrieb: Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin
Tel.: 030 / 2601 - 2260, Fax: 030 / 2601 - 1260,
E-Mail: postmaster@beuth.de

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Umweltatlas Wattenmeer, "Band 1: Nordfriesisches und Dithmarscher Wattenmeer" (270 Seiten, ISBN 3-8001-3491-8) ist 1998 und " Band 2: Wattenmeer zwischen Elb- und Emsmündung" (200 Seiten, ISBN 3-8001-3492-6) 1999,Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart

Mit dem Erscheinen des zweiten Bandes "Wattenmeer zwischen Elb- und Emsmündung" ist nun die gesamte deutsche Nordseeküste im "Umweltatlas Wattenmeer" dargestellt. Zu dem im ersten Band beschriebenen schleswig-holsteinischen Teil des nordfriesischen und dithmarscher Wattenmeeres kommt nun das hamburgische und niedersächsische Wattenmeer hinzu. Der von den beiden Nationalparkbehörden und dem Umweltbundesamt herausgegebene Atlas präsentiert anschaulich Ergebnisse aus der Ökosystemforschung Wattenmeer, die die ersten zehn Jahre der Wattenmeer-Nationalparke wissenschaftlich begleitete.

UBA Presseinfo Nr. 17/99 Juni 99

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PERSONALIA

NACHRUF

Dr. Günter Mücket,

*8.11.1920 +31.1.1999


Am 31. Januar 1999 verstarb Dr. Günter Mücket nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 78 Jahren. Dr. Mücket war durch seine Tätigkeit an den Meteorologischen Observatorien Lindenberg und Potsdam ein Wegbereiter für die Forschungen auf dem Gebiet "Landoberflächenprozesse und Grenzschicht" und damit auch für das Projekt LITFASS.

Geboren am 8. November in Berlin-Charlottenburg studierte er nach Abitur (1939 an der Leibniz-Oberrealschule) und Arbeitsdienst von April 1940 bis April 1942 in seiner Wehrdienstzeit in sechs Trimestern Meteorologie an der Universität Berlin. Er gehört damit zu der Generation der "Jungmeteorologen", deren zahlreiche Vertreter die Entwicklung der Meteorologie in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg nachhaltig beeinflußten. Im Januar 1943 begann er nach Entlassung aus dem Wehrdienst am Marine-Observatorium Greifswald seine berufliche Laufbahn als Wetterdienst-Referendar, die er dort nach Ablegung der Großen Staatsprüfung für den höheren Wetterdienst 1944 als beratender Meteorologe fortsetzte. Die schwere Nachkriegszeit von Februar 1946 bis Februar 1947 verbrachte er als Schulamtsbewerber für den höheren Schuldienst an der Einheitsschule in Baruth (Mark).

Am 1. März 1947 begann er am Aerologischen Observatorium Lindenberg als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der von Leonhard Foitzik geleiteten Abteilung für Sichtforschung, einem international anerkannten Experten auf diesem Gebiet. Nach dem Weggang Foitzik`s 1950 und einem Teil der Mitarbeiter an das Institut für Feinmechanik und Optik der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin in Berlin-Adlershof übernahm G. Mücket die Leitung dieser Abteilung. Gestützt auf seine sorgfältigen experimentellen und theoretischen Untersuchungen gelangen ihm hier zwei für die damalige Zeit beachtenswerte Geräteentwicklungen, ein registrierendes Transmissometer, das durch seinen robusten Aufbau und einfache Wartung für Routineaufgaben eingesetzt werden konnte (Abhandlungen des MHD der DDR V, Nr. 39, 1956) und ein ebenfalls mit dieser Zielstellung entwickelter Streulichtschreiber (Veröffentlichungen des MD der DDR 20, 1964). Nur wer weiß, wie schwierig damals experimentelle Arbeiten im Osten Deutschlands durchführbar waren, kann diese Leistungen entsprechend einordnen. Den krönenden Abschluß dieser Arbeiten bildete seine Dissertation "Messungen zur spektralen Extinktion des Lichts in der bodennahen Atmosphäre im Bereich 385 bis 1000 nm", mit der er 1969 an der Humboldt-Universität promovierte.

Mit Fragen des turbulenten Austauschs in der Atmosphäre, seinem zweiten Arbeitsgebiet, beschäftigte er sich erstmals gründlich 1961 als Leiter der DDR-Teilnehmergruppe der sowjetischen Atlantik-Expedition auf dem Forschungsschiff "Michael Lomonossow". Sofort erkannte er, daß diese Probleme zu den grundlegendsten der Meteorologie und atmosphärischen Physik gehörten. Diese Erkenntnis war es auch, die ihn veranlaßte, auf eigenen Wunsch um eine Versetzung an das Meteorologische Hauptobservatorium Potsdam nachzusuchen. 1967 nach Potsdam versetzt, begründete er hier die experimentelle Seite einer "modernen" Potsdamer Turbulenzforschung, deren Anfänge bis 1912 zurückreichen. Die Verfügbarkeit hoch aufgelöst nässender Windmeßgeräte (Ultraschallanemometer) und trotz vieler Unzulänglichkeiten erste Ansätze einer Massendatenverarbeitung erlaubten es 1969, daß sich das Meteorologische Hauptobservatorium Potsdam in den Kreis weltweit sehr weniger Institut einreihen konnte, die diese Meßtechniken beherrschten und damit bereits 1973 an einem internationalen Experiment teilnehmen konnte. Alles dies wäre ohne G. Mücket undenkbar gewesen, der nicht nur durch seine gründlichen fachlichen Arbeiten die neuen Techniken sicher zum Einsatz brachte, sondern auch durch Ideenreichtum noch vorhandene Unzulänglichkeiten in der Datenverarbeitung überwinden half. Die Publikationen dieser Zeit zeigen diesen komplizierten Weg vom Analogrechner, Lochstreifen, Magnetband bis zu ersten Mikrorechnern auf (Geod. Geophys. Veröff., R. II, 26, 1984). Interessante technische Lösungen mit Endlosmagnetbändern erlaubten sogar umfassende Spektraluntersuchungen. Die Liebe zur Optik ist aber geblieben und konnte in hervorragender Weise mit der Turbulenzforschung verbunden werden. Zusammen mit Kollegen in der Akademie der Wissenschaften kam 1973/74 (gleichzeitig zu Entwicklungen in den USA und der ehemaligen Sowjetunion) ein Lyman- alpha-Hygrometer zur Verdunstungsvermessung zum Einsatz und Ende der 70er Jahre ein Infrarothygrometer in völliger Eigenentwicklung (Veröffentlichungen des MD der DDR 27, 1989). Die Zahl vielfältiger und origineller Geräte zur Verbesserung des Meßbetriebs ist beachtlich. Leider war es G. Mücket aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich, am internationalen Turbulenzmeßgerätevergleich 1981 in Cimljansk/Rußland teilzunehmen, als "seine Technik" sich erfolgreich bewährt hatte und 10 Jahre das Turbulenzetalon der osteuropäischen Staaten wurde. Mit soliden fachlichen Arbeiten, wissenschaftlicher Ehrlichkeit und Bescheidenheit hat G. Mücket einen Grundstock in der experimentellen Turbulenzforschung gelegt, der noch heute seine Früchte in der Arbeit des Meteorologischen Observatoriums Lindenberg bringt.

Alle, die mit G. Mücket zusammenarbeiteten, waren beeindruckt von seinem hohen fachlichen Können und seiner tiefen Menschlichkeit. Sein Tod hat uns alle sehr berührt.

D. Spänkuch, Potsdam, S.-H. Richter, Lindenberg und Th. Foken, Bayreuth

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 Veranstaltungskalender 

(liegt jetzt als eigenes Web-Dokument vor)

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26.8.1999
A. Spekat