Mitteilungen der DMG

Heft 04/99 (Auszüge)


Inhaltsverzeichnis (durch Anklicken eines Artikels kommen Sie direkt dorthin)
Grußadresse des Vorsitzenden der DMG
Die Europäische Meteorologische Gesellschaft (EMS) ist gegründet!
Société Météorologique de France (SMF)

Meteorologische Gesellschaften in Italien

Unione Meteorologica Italiana (UNIMET)
Associazione Italiana di AgroMeteorologia (AIAM)
Società Italiana di Meteorologia Applicata (SIMA)
Società Meteorologica Subalpina (SMS)
Hrvatsko Meteorolosko Drustvo (HMD)
Nederlandse Vereniging van Beroepsmeteorologen (NVBM)
Societatea Meteorologica Româna (SMR)
Slovenska Meteorologicka Spolocnost (SMS)
Slovensko Meteorolosko Drustvo (SMD)
Svenska Meteorologiska Sällskapet (SMS)
Ceská Meteorologická Spolecnost (CMeS)
Erstes Herausgebertreffen zur neuen METEOROLOGISCHEN ZEITSCHRIFT
Internationales Symposium "Abraham Gottlob Werner und seine Zeit"
Wechselbeziehungen zwischen Geologie und Meteorologie am Beispiel von Horace-Bénédict Saussure (1740-1799)
Der Meteorologe und Geologe J. A. Deluc (1727-1817) und der Wandel naturwissenschaftlicher Sicht- und Denkweisen während seiner Schaffenszeit
J. W. Goethes Vorstellungen vom Schichtenbau der Atmosphäre
Meteorologische Beobachtungen und Aufzeichnungen im Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis zur Einrichtung des staatlichen Messnetzes zu Beginn des 19. Jahrhunderts
Lampadius' Atmosphärologie - Meilenstein der Wissenschaftsentwicklung auf Drängen von Abraham Gottlob Werner
4th European Conference on Applications of Meteorology ECAM´99
COST78-Action "Development of Nowcasting Techniques" 
EUMETNET Workshop on Forecast Verification
5. Internationale Zusammenkunft Geowissenschaftlicher Gesellschaften in Birmingham
StuMeTa 1999 in Köln
Wie wird meteorologische Information der breiten Öffentlichkeit vermittelt
Durch den Eistunnel in die Eiszeit
Nichtmeteorologisches über die Atmosphäre


Grußadresse des Vorsitzenden der DMG anläßlich des regulären Endes der Amtszeit zum 31.12.1999

Liebe Mitglieder,

nach nunmehr 3jähriger Amtszeit als Vorsitzender der DMG möchte ich mich von Ihnen verabschieden und Sie gleichzeitig mit dem folgenden Beitrag einladen, Bilanz zu ziehen. 

An erster Stelle ist es mir ein Anliegen, mich bei Ihnen allen für Ihr Vertrauen und die tatkräftige Unterstützung zu bedanken, die die vielen Aktivitäten und Entscheidungen der letzten 3 Jahre erst möglich gemacht haben. Ebenso gilt mein Dank den Mitgliedern und Beauftragten des Vorstandes der DMG für Ihr dauerhaftes Engagement für unsere Gesellschaft. Ohne eine solche umfangreiche ehren-amtliche Selbstverpflichtung wäre die DMG nicht lebensfähig.

Als der amtierende Geschäftsführende Vorstand der DMG 1997 seine Tätigkeit aufnahm, stand unsere Gesellschaft vor einer Reihe strategischer Weichenstellungen und es galt, die DMG den neuen Umgebungsbedingungen anzupassen. Dies betraf in erster Linie die Zukunft der wissenschaftlichen Zeitschriften der DMG sowie den europäischen Einigungsprozeß, der nun auch merklichen Einzug in die meteorologische Landschaft hielt. Darüber hinaus war die adäquate Präsenz im World Wide Web (WWW) herzustellen, die Frage der Ausweitung des DMG-Anerkennungsverfahrens auf das Arbeitsgebiet Synoptik zu diskutieren und die Öffentlichkeitsarbeit unserer Gesellschaft zu optimieren. 

Diese Herausforderungen waren allesamt neben den  quasi regulären Aktivitäten der DMG anzupacken. Der damit entstandene dauernde Arbeitsaufwand führte in Verbindung mit den langfristigen Konsequenzen der zukünftigen mehr professionellen Ausrichtung der DMG zu einer Neuerung in der Geschichte unserer Gesellschaft: Seit 01.04.1999 wurde, zunächst befristet bis zum Jahresende, ein hauptamtlicher wissenschaftlicher Sekretär auf Halbtagsbasis bestellt. Dies ist aus meiner Sicht einer der entscheidenden Schritte zur angestrebten Zukunftssicherung unserer DMG. 

Inzwischen ist die European Meteorological Society mit der DMG als Gründungsmitglied und ständigem Ratsmitglied offiziell ins Leben gerufen worden. Es gelang darüber hinaus, das EMS Sekretariat zu-nächst in Berlin zu etablieren, was die führende Rolle der DMG, aber auch ihre Verpflichtung innerhalb der EMS unterstreicht. Die weitere Ausgestaltung der EMS zum Vorteil ihrer tragenden Gesellschaften bleibt auch weiterhin einer der Schwerpunkte der DMG-Aktivitäten. 

Die Neuordnung der Zeitschriftenlandschaft der DMG konnte deutlich vorangebracht werden: Mit dem Kauf der Titelrechte der Zeitschrift ,Beiträge zur Physik der Atmosphäre' vom Vieweg Verlag und der Kündigung und Neuverhandlung der Verträge zur ,Meteorologischen Zeitschrift' mit dem Bornträger-Verlag einschließlich Konsortialverträgen mit den meteorologischen Gesellschaften Österreichs und der Schweiz wurden die Voraussetzungen für die Konzentration auf ein gestärktes wissenschaftliches Organ der DMG (sowie der ÖGM und SGM) geschaffen. Erfolg, Anerkennung sowie die Erfüllung der sat-zungsgemäßen Ziele der DMG sind auf das engste mit dem Erfolg einer wissenschaftlichen Zeitschrift verbunden.

Unter der Regie unseres hauptamtlichen wissenschaftlichen Sekretärs, Herrn Spekat, geht die WWW-Präsenz  der DMG als Gesamtverband in sein drittes Jahr. Der unumkehrbare Erfolg dieses online Mediums wird die Arbeit der DMG in künftigen Jahren entsprechend stark beeinflussen.

Während sich die Erweiterung des DMG-Anerkennungsverfahrens auf das Arbeitsgebiet der Synoptik in der Erprobung befindet, hat die Verbesserung der allgemeinen Öffentlichkeitsarbeit unserer Gesellschaft noch nicht das gewünschte Stadium erreicht. Hier liegen noch Betätigungsfelder, die in den nächsten Monaten und Jahren zu bearbeiten sind.

Ich werde das Amt des Vorsitzenden der DMG mit der Gewißheit übergeben, daß unsere Gesellschaft für die nächsten Jahre gut gerüstet ist und daß die Weichen für  unserer zukünftige Entwicklung so gestellt sind, daß wir unsere Satzung aktiv und kreativ umsetzen können. 

Udo Gärtner 

Top of page



 
Links: Impression des ECAM-Veranstaltungsorts in Norrköping
 

Rechts: EMS-Logo, zusammengesetzt aus den Wettersymbolen: E - Nebel, Himmel nicht sichtbar; M - Altocumulus; S - Cirrostratus

 
Die Europäische Meteorologische Gesellschaft (EMS) ist gegründet!

Einleitung

Die Gründung der European Meteorological Society (EMS) fand während der 4. European Conference on Applications of Meteorology (ECAM) in Norrköping statt (Abbildung 1 zeigt einen Ausschnitt aus der Gründungsversammlung im Kongresszentrum "Louis de Geer"). Diese Konferenz war sowohl ein sehr wichtiges Treffen für Wissenschaftler, die sich mit angewandter Meteorologie beschäftigen; als auch mit der Gründung der EMS ein aus Sicht der DMG bedeutendes Ereignis. Damit erlebte eine Entwicklung ihren ersten Höhepunkt, die seit rund fünf Jahren betrieben wurde und die eng mit den ECAM-Konferenzen verbunden war. In den Mitteilungen der DMG und wäh-rend der Deutschen Meteorologen-Tagung (DMT) in Leipzig wurden Sie über das Werden der EMS informiert.
 

Abb.:1 Präsidialtisch bei der Gründungsversammlung der EMS; von links: Jon Wieringa (NVBM, Niederlande), Anna-Karin Aqvist (SMS, Schweden), Réné Morin (SMF, Frankreich), Stan Cornford (RMS, United Kingdom), Werner Wehry (DMG)

Ein wenig EMS-Geschichte

Wenn es einen "Startschuss" für die EMS gegeben hat, dann fiel er mit großer Wahrscheinlichkeit auf der ersten ECAM 1993 in Oxford. Dort trafen sich erstmals Vertreter von 14 Meteorologischen Gesellschaften aus Europa, deren Adressen damals - recht mühsam - von Prof. Jon Wieringa/ Wa-geningen (Holland) gesammelt worden waren. Die Royal Meteorological Society (RMS) übernahm mit ihrem damaligen Präsidenten, Dr. Paul Mason, die Organisation eines Workshops, der die Sammlung von Informationen über die Gesellschaften Europas und deren weitere Tätigkeit anregte. 

Diese Zusammenarbeit intensivierte sich während und nach der ECAM 1995 in Toulouse, wo die Notwendigkeit europaweiter Aktivität deutlich wurde. Der Entschluss, tatsächlich eine Europäische Meteorologische Gesellschaft zu gründen, wurde während der ECAM 1997 in Lindau gefaßt, nachdem nun auch die Société Météorologique de France (SMF) mit ihrem damaligen Präsidenten René Morin die Dinge aktiv in die Hand nahm. Eine erste sehr wertvolle Informationssammlung entstand nun als ECTOM = European Catalogue of Training Opportunities in Meteorology, die vor allem vom damaligen Forschungsleiter von Météo-France, Gerard de Moor, betrieben und mit zwei Disketten beendet wurde. Sie finden die - inzwischen aktualisierten - Ergebnisse unter
http://www.met.fu-berlin.de/dmg/dmg_home/ectom.html.

Während der DMT 1998 in Leipzig trafen sich die Mitglieder der in Lindau benannten Vorbereitungsgruppe (Vertreter der Meteorologischen Gesellschaften Frankreichs, Österreichs, der Schweiz, Englands, Italiens, Hollands und Deutschlands), um die EMS-Satzung zu erarbeiten, sehr erfolgreich, wie die in Norrköping erfolgte EMS-Gründung unter Beweis stellt.

Die EMS-Gründung
 

Abb. 2: Gruppenbild nach der EMS-Gründung; stehend von links: Helge Faurby (DaMS, Dänemark), Alica Bajic (HMD, Kroatien), Anna-Karin Aqvist (SMS, Schweden), Marjana Gajic-Capka (HMD, Kroatien), Ove Akesson (SMS, Schweden), Stan Cornford (RMS, United Kingdom), Fritz Neuwirth (ÖGM, Österreich), Jaquet Ambühl (SGM, Schweiz), Jon Wieringa (NVBM, Niederlande), Morgane Daudier (SMF, Frankreich), Ab Maas (NVBM, Niederlande), Ivan Obrusnik (CeMS, Tschechien), Raino Heino (GS, Finnland), Geert Groen (NVBM, Niederlande) und Renato Carvalho (APMG, Portugal). Sitzend von links: Tanja Cegnar (SMD, Slowenien), Réné Morin (SMF, Frankreich), Werner Wehry (DMG) und Tage Andersson (SMS, Schweden)

Die EMS ist eine Assoziation von Meteorologischen Gesellschaften. Gründungs-Mitglieder sind 21 Meteorologische Gesellschaften aus 20 europäischen Ländern, die natürlich auch weiterhin ihre Selbständigkeit behalten werden.  Abbildung 2 zeigt ein "Familienbild" mit etlichen Präsidenten der EMS-Mitgliedsgesellschaften, aufgenommen nach der Gründungsversammlung, bei der für die DMG Prof. W. Wehry im Namen des Präsidenten der DMG, Herrn Gärtner, das Gründungsdokument unterzeichnet hat (s. Abbildung 3). 
 

Abb.3: Prof. Werner Wehry bei der Unterzeichnung des Gründungsdokuments

Es wird erwartet, dass noch fehlende Länder, die z.T. keine eigenständigen meteorologischen Gesellschaften haben und diese erst gründen werden, demnächst dazukommen werden. Wie oft bei solchen Anlässen gab es aus technischen oder finanziellen Gründen potentielle Unterzeichner, die nicht anwesend sein konnten. De facto waren in Norrköping die Meteorologischen Gesellschaften zweier Länder nicht vertreten (Rumänien und Spanien), die jedoch bald in die EMS aufgenommen werden (die Rumänische Meteorologische Gesellschaft hat inzwischen die Gründungsdokumente unterzeichnet). Nunmehr kann festgestellt werden, dass über die Mitgliedsgesellschaften in der EMS mehr als 10.000 Meteorologen und meteorologisch Interessierte zusammengeschlossen sind. So steht zu hoffen, dass die EMS in Zukunft eine gewichtige Rolle in Europa und auch in Übersee übernehmen kann.

Die EMS nimmt ihre Arbeit auf

Als erster EMS-Präsident wurde René Morin von der Société Météorologique de France (SMF) gewählt. Vizepräsident und Schatzmeister ist Stanley Cornford von der Royal Meteorological Society (RMS). Als weitere Vizepräsidenten wurden Fritz Neuwirth (Österreichische Gesellschaft für Me-teorologie, ÖGM) und Jon Wieringa (Nederlandse Vereniging van Beroepsmeteorologen, NVBM) gewählt.

Im Rat der EMS sind drei permanente Mitglieder (für die DMG: Werner Wehry, für die SMF: René Morin, und für die RMS: Stanley Cornford) und sechs turnusmäßig wechselnde Mitglieder vertreten, derzeit: Tage Andersson für die SMS, Schweden; Tanja Cegnar für die SMD, Slowenien; Fritz Neuwirth für die ÖGM, Österreich; Miroslav Ondras für die SMS, Slowakei; Sabino Palmieri für UNIMET, Italien und Jon Wieringa für die NVBM, Niederlande.

Bereits im Vorfeld der EMS-Gründung wurde Einigkeit darüber erzielt, dass der Sitz der Gesellschaft und ihr Sekretariat in Berlin am Institut für Meteorologie der Freien Universität sein wird. Die EMS ist dem Institut und der Universitätsverwaltung für die großherzige Offerte Dank schuldig, die Sekretariatsräume mietfrei zur Verfügung zu stellen, übrigens dieselben Konditionen, die auch für das DMG-Sekretariat in Berlin gelten. Auch hier ist aller Anfang schwer: die Vereinsregistrierung und das finanzielle Umfeld müssen sich erst etablieren. Ungeachtet dessen wird die EMS ihre Arbeit aufnehmen und sich derjenigen Probleme annehmen, die auf nationaler Ebene allein nicht oder nicht wirkungsvoll bearbeitet werden können. 

Folgende Arbeitsbereiche sollen vordringlich zu bearbeitet werden: 

  • Die Entwicklung von Anwendungen der Meteorologie (und benachbarter Wissenschaften wie Physik und Geographie) für das öffentliche Wohl und für die Völker Europas zu unterstützen,
  • das Verstehen und die Kenntnisse der Öffentlichkeit über meteorologische Inhalte zu verbessern,
  • europaweit nutzbare Qualitäts- und Anerkennungskriterien für Meteorologen und deren Arbeitsergebnisse zu erarbeiten,
  • für den Schulunterricht - zusammen mit sachverwandten Wissenschaften - Vorschläge zu erstellen und anzubieten mit dem Ziel gemeinsamer Formen und Inhalte,
  • vor allem Synergien zu erzeugen, z.B. durch den Austausch von Wissen und Ideen, die es allen Mitgliedsgesellschaften ermöglicht, ihre nationale Arbeit noch erfolgreicher zu gestalten.
Vor der EMS-Gründung gab es bereits Initiativen wie ECTOM; auf diesem Fundament soll als eine der ersten Aktivitäten der EMS eine Untersuchung der Lage der schulischen Ausbildung zunächst in den einzelnen Ländern, dann europaweit erfolgen. Eine erste von der EMS mitveranstaltete wissenschaftliche Konferenz wird am 9. und 10.3.2000 in Potsdam stattfinden mit dem Titel "50 Jahre numerische Wetterprognose" (Informationen auf dem www unter 
http://www.met.fu-berlin.de/dmg/dmg_home/50thnwp_e.html), zu der führende Wissenschaftler aus Deutschland, Russland, USA, Frankreich, Skandinavien und England eingeladen sind und an der voraussichtlich 250 Personen aus mehr als 20 Ländern teilnehmen werden. In vergangenen Ausgaben der Mitteilungen wurde bereits darüber berichtet.
 

Der EMS-Sekretär

Als DMG-Sekretär liegt mir die Gründung der EMS auch persönlich am Herzen, gibt sie mir doch die Möglichkeit, in die spannende Entwicklung eingebunden zu sein. Im Miteinander liegt das Heil, und daher habe ich zu meiner Teilzeittätigkeit als DMG-Sekretär die Teilzeittätigkeit als Sekretär der EMS angenommen (s. Abbildung 4, aufgenommen bei der EMS-Gründungsversammlung). Da die Arbeitsbereiche von DMG und EMS-Sekretariat inhaltlich viele Parallelen zeigen, sehe ich es als sinnvoll an, diese auch gemeinsam angehen zu können. Das besondere Engagement der DMG in der EMS wird durch diese Verbindung ebenfalls sichtbar. Ein weiterer Vorteil liegt in der Logistik, denn es ist ganz sicher erstrebenswert, zwei Sekretariate am selben Ort zu führen.
 
 

Abb. 4: Der EMS- und DMG-Sekretär, Arne Spekat

EMS-Mitglieder stellen sich vor

In der Folge habe ich Texte zusammengestellt, die mir von einigen Mitgliedsgesellschaften der EMS übermittelt wurden. Sie sollen Ihnen u.a. näherbringen, welche Vielfalt sich in der EMS wiederfindet, Parallelen und Unterschiede aufzeigen sowie Ihnen Anregungen zu persönlicher Kontaktaufnahme geben. Im Laufe der Zeit werde ich Ihnen in lockerer Folge weitere Mitgliedsgesellschaften vorstellen. Bitte schauen Sie sich auch auf der EMS-Website
http://www.emetsoc.org um.

Arne Spekat
DMG- und EMS-Sekretär
Institut für Meteorologie
FU Berlin
Carl-Heinrich-Schäfer-Weg 6-10
D-12165 Berlin

Top of page


 
Société Météorologique de France (SMF)

Die Société Météorologique de France ist eine Non-Profit-Organisation, gegründet 1852. Sie ist durch eine Kooperationvereinbarung mit dem französischen Wetterdienst, Météo-France, verbunden, mit dem sie die Zeitschrift "La Météorologie" veröffentlicht.

Ziele

  • Förderung des Wissens über die atmosphärische Umgebung durch die Stimulierung von Forschung und der Verbreitung von Wissen und Bildung
  • Bündelung all derer, die mit Meteorologie befaßt sind: Forscher, Meteorologen, Lehrer, Studenten, Wetterclubs, Fernsehmeteorologen, Nutzer und alle Personen mit starkem Interesse an Meteorologie.
Hauptaktivitäten

Organisation

  • Wissenschaftliche Symposien
  • Konferenzreihen für die breite Öffentlichkeit
  • Beteiligung am Internationalen Wetterprognostiker-Festival in Issy-Les-Moulineaux
  • Organisation zweier Wissenschaftspreise, mit dem Ziel der Förderung wissenschaftlicher Forschung und von meteorologischen Anwendungen junger Forscher und Oberschüler
Förderung
  • Unterstützung der Wetterclubs: Organisation der Jahrestreffen der Wetterclubs, Einrichtung eines Forums auf dem Web
  • Einrichtung des "Collège des Présentateurs Météo", das für eine Akkreditierung für Fernsehmeteorologen sorgt
Veröffentlichungen
 
  • "La Météorologie" (vierteljährliches Journal), in Zusammenarbeit mit Météo-France herausgegeben
  • Meteorologischer Kalender, gemeinsam mit der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft herausgegeben
  • EMS Newsletter
Kontakt

Société Météorologique de France
1, quai Branly
F-75340 Paris cedex 07, France
Tel.: +33 1 45 56 73 64 Fax: +33 1 45 56 73 63
E-mail: smf@meteo.fr Website auf Französisch http://www.smf.asso.fr

Top of page



 
Meteorologische Gesellschaften in Italien

Vorbemerkung: Eine nationale Besonderheit auf dem Gebiet der Meteorologischen Gesellschaften liegt in Italien vor. Dort existieren fünf Gesellschaften, die ganz oder teilweise auf meteorologi-schen Sektoren arbeiten. Drei davon, AIAM, SIMA und SMS haben sich jüngst zu einer Union zusammengefunden, die sie z.B. im Rahmen der EMS nach außen vertritt. Die anderen, dort nicht organisierten Gesellschaften sind die Unione di AgroBiologia und die AGI.

Top of page



 
Unione Meteorologica Italiana (UNIMET)

Ein wenig Geschichte: Die Anfangsphasen der "Beobachtungssysteme"

In der "Naturphilosophie" des alten Rom (Lucrezio, Plinius der Ältere und Plinius der Jüngere, Seneca, etc.) wurde das "Wetter" bereits als eine Ansammlung natürlicher und erklärbarer Phänomene betrachtet, aber erst im 17. Jahrhundert wurde die quantitative Erfassung dank neuer meteorologischer Instrumente wie Barometer, Regenmesser und Thermometer möglich. Diese Instrumente stellten die Früchte der Arbeit von Galilei's Schülern (Evangelista Torricelli, Benedetto Castelli und anderer) dar. Als Ergebnis ist Italien stolz darauf, eines der frühesten Meteorologischen Netze besessen zu haben - begründet durch die Accademia del Cimento - operationell von 1654 bis 1667.

Das 18.Jahrhundert, das Zeitalter der Aufklärung, war gekennzeichnet durch die Entstehung einiger historischer Observatorien, wie dem Observatorium von Brera bei Mailand, dem Observatorium von Padua und jenem von Rom (Collegio Romano).

Die Komplexität der geographischen Erscheinungen, die unterschiedlichen Klimate sowie eine Vielzahl von meteorologischen Problemen in verschiedenen Teilen des Landes, verbunden mit schwierigen Reisebedingungen haben in der Vergangenheit nicht vorteilhaft zur breitgefächerten wissenschaftlichen Kommunikation zwischen den Experten und der Einrichtung einer einzigen Gesellschaft, die sich mit Meteorologie befaßt beigetragen.

Meteorologische Institutionen und Assoziationen in Italien

Im späten 18. Jahrhundert, mit der Vereinigung Italiens wurde in Florenz ein nationales Büro für Meteorologie (eine Vorform des Wetterdienstes) eingerichtet, das zu dieser Zeit Hauptstadt war. 1881 begründete Pater Francesco Denza in Turin die Societá Meteorologica Italiana, die als Vorfahr der Italienischen Assoziationen in den einzelnen Feldern betrachtet werden kann.

Im 20. Jahrhundert, genauer im Jahr 1925 wurde die Zuständigkeit für Wetterbeobachtungen und Vorhersagen gesetzlich auf die Italienische Luftwaffe übertragen. In jüngster Zeit wurde erst eine Reform des Wetterdienstes eingeleitet, in deren Szenario die neuen "regionalen" Dienste (überwiegend der Umwelt- und Agrarunterstützung gewidmet) auftraten, von denen einige bereits operationell arbeiten, andere auf dem Wege der Implementierung sind.

Was ist UNIMET?

UNIMET ist ein offener "Klub" von Italienischer Assoziationen (die jede ihre eigene Identität behält), die sich für Meteorologie interessieren, mit dem Hauptaugenmerk auf die Unterstützung der Beteiligung, als "Vereinigung", an der EMS und in Europäischen Kulturinitiativen.

Die in UNIMET zusammengeschlossenen Assoziationen sind Non-Profit-Organisationen wissenschaftlicher und professioneller Natur und dienen atmosphärischen und verwandten Wissenschaften. Sie regen den Fortschritt in den Atmosphärenwissenschaften an durch die Veröffentlichung von Beiträgen in ihren Publikationen (NIMBUS, AIAM News, SIMA-Newsletter und -Tagungsbände), der Herstellung von Büchern und Monographien und der Organisation von Spezialtreffen.

Kontakt

Die in UNIMET derzeit zusammengeschlossenen Gesellschaften AIAM, SIMA und SMS sind im Rahmen dieses Heftes ebenfalls porträtiert; Sie erreichen diese unter den dort jeweils angegebenen Adressen. Eine Informationsseite auf Englisch zur UNIMET finden Sie unter http://www.met.fu-berlin.de/dmg/dmg_home/unimetinfo.html

Top of page



 
Associazione Italiana di AgroMeteorologia (AIAM)

(Auszug aus dem englischen Übersichtstext zur Agrarmeteorologie und der AIAM aus deren Website)

Agrarmeteorologie in Italien

Land- und Forstwirtschaft überziehen große Regionen Italiens, ein Land von 301.000 km² Größe, langgestreckter Form und komplexer Topographie. Die Folge ist eine große Vielfalt des Klimas und folglich auch der Kulturen - von alpinen und kontinentalen Kulturen mit Apfelbäumen, Mais und Soja bis zu mediterranen Kulturen mit Oliven und Zitrusfrüchten. Es gibt 150.000 km² landwirtschaftlich genutzte Fläche, 87.000 km² Wälder und 40.000 km² Weiden.

Die eben erwähnten Eigenschaften begründen das Interesse an der Agrarmeteorologie in unserem Lande, wo alle drei Segmente dieser Disziplin (Dienste, Forschung und Ausbildung) vorhanden sind:

Agrarmeteorologische Dienste - sie sind durch das Zentrale Büro für Landwirtschaftliche Ökologie (UCEA) repräsentiert, das Teil des Italienischen Landwirtschaftsministriums (MIPA) ist. UCEA koordiniert regionale Dienste, die in einem relevanten Teil der 20 Regionen Italiens tätig sind. Informationen können Sie unter ucea@flashnet.it erhalten.

Agrarmeteorologische Forschung - sie wird von einigen Instituten des Nationalen Forschungsrates (CNR) und einigen Instituten der Landwirtschaftlichen Fakultäten durchgeführt. Die Adressen sind auf den AIAM-Webseiten zu finden.
Agrarmeteorologische Ausbildung - die Grundlagen der Agrarmeteorologie werden den Studenten landwirtschaftlicher weiterbildender Schulen vermittelt; auf systematische Weise wird die agrarmeteorologische Ausbildung von einigen Landwirtschaftlichen Fakultäten durchgeführt (Florenz, Padua, Neapel...), wo besondere agrarmeteorologische Kurse seit einigen Jahren angeboten werden.

Die AIAM

Die Assoziation der Agrarmeteorologie Italiens (AIAM) entstand 1997 auf Initiative einer Gruppe von Wissenschaftlern, Professoren, Studenten, Beratern und Offiziellen der Agrarmeteorologischen Dienste mit den folgenden Zielen

  • Förderung und Vorstellung der Agrarmeteorologie und der Agrarmeteorologen
  • Verstärkung der Kontakte zwischen den Agrarmeteorologen und Verbreitung von Informationen über diese Wissenschaft
  • Förderung von Ausbildung und Training
  • Unterstützung bei Erstellen operationeller Regeln und technischer Normen
  • Unterstützung des Kontakts zwischen Forschung, Lehre und Diensten der Agrarmeteorologie
  • Schaffung eines Netzwerkes von Vereinigungen und Berufstätigen, die in den Feldern Meteorologie, Klimatologie, Umwelt und Landwirtschaft arbeiten
Die Mitgliedschaft in der AIAM unterstützt das Wachstum dieser faszinierenden Mischung aus Meteorologie und Biologie in Italien, gibt den Mitgliedern Gelegenheit, Geistesverwandte auf jährlichen Treffen zu begegnen und verbindet mit dem weltweiten Netz von Agrar- und Forstmeteorologen.

Kontakt

Präsident und Schatzmeister der AIAM
Luigi Mariani
Ersal-Sevizio Agrometeorologico della Lombardia
Via Amedeo Modigliani, 4
20144 Milano MI
Tel.: +39 2 423 84 10/+39 2 21 76 21
e-mail: anamar@tin.ithttp://www.fisbat.bo.cnr.it/AIAM

Top of page



 
Società Italiana di Meteorologia Applicata (SIMA)

Angewandte Meteorologie

Meteorologie ist ein uralter Name für eine junge Wissenschaft; dieser Wissenszweig reicht jedoch bis in die Anfangsgründe der menschlichen Zivilisation zurück, wo das Leben der Urmenschen, Jäger und Bauern stark von den Wetterbedingungen abhing. Nach 1800 wurde die Meteorologie, von den Fortschritten in Mathematik, Physik und Chemie profitierend, eine Wissenschaft mit dem Ziel des Studiums und Verstehens der Atmosphäre.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm der Einsatz meteorologischer und klimatologischer Information in Landwirtschaft, Wasserwirtschaft, Umweltverschmutzungskontrolle, Bewahrung der Lebensqualität etc. dramatisch zu. Der Fortschritt folgte zwei Wegen: auf der einen Seite wurden numerische Modelle erfolgreich bei der Verfügbarkeit von Wettervorhersagen guter Qualität bis zu 6 Tagen im Voraus; auf der anderen Seite wurde eine verbesserte Verfügbarkeit von und Zugang zu Wetter- und Klimainformation angeboten. In der Folge schafften neue Entwicklungen des Internets, das Erscheinen sowohl regionaler als auch lokaler meteorologischer Dienste, gefolgt von neuen, privaten Anbietern meteorologischer und klimatologischer Produkte ein aufregendes neues Szenario.

Die angewandte Meteorologie und Klimatologie sind die expandierenden Zweige der Wissenschaft, die sich mit der beschriebenen Entwicklung befaßt.

Was ist die SIMA?

SIMA ist eine Non-Profit-Organisation, vor etwa 20 Jahren in Mailand gegründet; verbunden mit der Italienischen Assoziation der Ingenieure und Architekten verfolgt die SIMA folgende Ziele:

  • Förderung und Entwicklung von Studien und Forschung in den Feldern Meteorologie und Kli-matologie als ein Beitrag zur Lösung der Probleme, die mit menschlicher Aktivität verbunden sind.
  • Einrichtung und Anregung nationaler und internationaler Kontakte zwischen Wissenschaftlern, Ingenieuren und Studenten, die an meteorologischen Anwendungen interessiert sind
  • Förderung und Verbreitung meteorologischen und klimatologischen Wissens, insbesondere bei Jugendlichen
  • Aufrechterhaltung aktiver Kontakte zu Universitäten und anderen wissenschaftlichen Institutionen mit dem Ziel, das Wissen der Mitglieder zu verbessern und zu aktualisieren und auch die Orientierung akademischer Forschung auf angewandte Meteorologie zu unterstützen.
SIMA-Aktivitäten

Die Gesellschaft organisiert eine Vielzahl von nationalen und internationalen Treffen sowie Kurse und Seminare aller Anspruchsebenen. In den meisten Fällen werden zum Nutzen der Mitglieder Tagungsbände veröffentlicht. Ein Rat- und Zitatdienst ist auf Anfrage per e-mail erhältlich, während Webseiten aufgestellt werden, um Information über SIMA-Aktivitäten in Realzeit zu aktualisieren und über die Aktivitäten und Forschung der Mitglieder in einer offenen "Forum"-Rubrik zu informieren. Bemerkenswert unter den jüngsten Initiativen sind:

  • Nationales Treffen zur Ultravioletten Strahlungsintensität und Meteorologie, 24. Februar 1999, Palazzo Baleani, Rom. Der Erfolg des Treffens förderte die Vorbereitung eines Heftes, das von der SIMA zusammengestellt wurde.
  • Im Anschluß an eine Tagung zur Geschichte der Meteorologie, die gemeinsam von der SIMA und der Italienischen Geographischen Gesellschaft organisiert wurde ist die Ausgabe eines Buches in Vorbereitung, das im kommenden Jahr erscheinen wird.
  • Meteorologischer Tag 1999: Wetter Klima und Gesundheit; nationales Treffen in Mailand, ge-meinsam von der SIMA und dem Mailänder Duomo-Observatorium unter Schirmherrschaft der WMO gefördert.
Kontakt

SIMA c/o ANIAI
Corso d'Ittalia 102
00198 Rom, Italien
Fax: +39  (0)6 440 43 10  e-mail: palmieri@axrma.uniroma1.it
Eine Informationswebseite zur SIMA in Englisch finden Sie unter http://www.met.fu-berlin.de/dmg/dmg_home/simainfo.html

Top of page



 
Società Meteorologica Subalpina (SMS)

Die Subalpine Meteorologische Gesellschaft ist eine junge Gesellschaft mit über 1200 Mitgliedern, sowohl Professionellen als auch Amateuren. Sie ist die am breitesten gefächerte Italiens.

Die SMS wurde 1993 in Turin im Nordwesten Italiens (diese Region bezeichnet man auch als "subalpin") gegründet, aber folgt den Zielen der ehemaligen Italienischen Meteorologischen Gesellschaft, die ebenfalls in Turin 1880 gegründet wurde und während des Zweiten Weltkriegs geschlossen war.

Aktivitäten

Die Aktivitäten der Gesellschaft sind

  • Popularisierung der Meteorologie
  • Vorträge in Schulen zu Meteorologie und Klimatologie
  • Artikel in Zeitungen und Zeitschriften
  • Teilnahme an Radio- und Fernsehprogrammen
  • Veröffentlichungen
  • Das NIMBUS-Journal - ein illustriertes Journal hoher Qualität auf den Gebieten Meteorologie, Klimatologie und verwandter Wissenschaften, vierteljährlich herausgegeben. Auflage: 1500. Bezieher: 1300 im Lande und 200 weltweit; Versand an Mitglieder und Bibliotheken
  • Bücher und andere Publikationen (Zeitreihenanalyse, Glaziologie der Alpen, lokale Klimageschichte, Wolkenatlas)
  • Organisation meteorologischer und verwandter Konferenzen
  • Organisation des nationalen Wetterfotografiewettbewerbs "Vittorio Sella"
  • Forschungssektionen zum Thema Zeitreihenanalyse und glaziologische Beobachtungen
  • Leitung der historischen Observatorien (Moncalieri bei Turin, seit 1865 und Cuneo, seit 1877)
Kontakt

Societá Meteorologica Subalpina
Via Re 86
I-10146 Torino
Italien
Tel.: +39 (0)11 79 76 20    Fax: +39 (0) 11 6 68 92 00
e-mail: meteo@arpnet.it Website auf Italienisch: http://www.arpnet.it
Informationstext auf Englisch: http://www.met.fu-berlin.de/dmg/dmg_home/smsinfo.html

Top of page



 
Hrvatsko Meteorolosko Drustvo (HMD)

Die Kroatische Meteorologische Gesellschaft ist eine kleine Gesellschaft mit langer Tradition. Sie wurde 1965 gegründet. Ihre 130 Mitglieder sind Berufs- oder Amateurmeteorologen und andere Freunde der Meteorologie.

Aktivitäten

  • Popularisierung der Meteorologie
  • Vorträge zur Meteorologie in Schulen
  • Artikel in Zeitungen
  • Beteiligung an Radio- und Fernsehprogrammen
  • Veröffentlichungen
  • Croatian Meteorological Journal - Wissenschaftliche Zeitschrift auf den Feldern Meteorologie und verwandte Wissenschaften, einmal jährlich veröffentlicht, versandt an viele institutionelle Abonnenten in Meteorologischen und Hydrologischen Diensten, Wirtschaft und Industrie, Universitäten und Bibliotheken (300 im Lande und 200 in 20 Europäischen Ländern)
  • Bücher und andere Veröffentlichungen
  • Organisation von Tagungen für Meteorologie und verwandte Wissenschaften
  • Zusammenarbeit mit anderen Meteorologischen und verwandten Gesellschaften
  • Feier des World Meteorological Day
Überblick: Meteorologie in Kroatien

Der Meteorologische und Hydrologische Dienst (MHS)

Der Meteorologische und Hydrologische Dienst (MHS), die nationale Behörde für Meteorologie und Hydrologie in Kroatien beschäftigt rund 500 Mitarbeiter. Es gibt neun Abteilungen

  • Hydrologie
  • Wettervorhersage (mit Telekommunikation)
  • Agrarmeteorologie (mit Forstmeteorologie)
  • Umweltüberwachung (Wasser und Luft)
  • Forschung
  • Klimatologie (Meteorologische Netzwerke, Datenerfassung und -verarbeitung)
  • Zentrum der Maritimen Meteorologie (außerhalb von Zagreb, in Split)
  • Hagelunterdrückung
  • Verwaltung und Service
Der MHS trägt die operationellen und Forschungsaktivitäten und vertritt Kroatien auch international. Die Zentrale ist in Zagreb; es gibt darüber hinaus regionale Zentren für Maritime Meteorologie in Split und Rijeka.

Die Belegschaft setzt sich aus zwei Ebenen zusammen:

  • Techniker, mit Oberschulausbildung, die sich mit den Grundtätigkeiten befassen: Operationeller Betrieb, Meßinstrumente, Ausrüstung
  • Meteorologen, mit Universitätsabschluß, verantwortlich für Forschung, tätig auf politischer oder Leitungsebene
Außerhalb des MHS gibt es spezialisierte Dienste für die Luftverkehrskontrolle und die Armee Kroatiens.

Ausbildungspanorama in Kroatien

Die Hauptuniversität befindet sich in Zagreb. Unter ihren Fakultäten befinden sich diejenigen für Naturwissenschaft und Mathematik, Medizin, Agronomie und andere. Alle Fakultäten besitzen Ab-teilungen, sie sind hier für die Naturwissenschaften und Mathematik aufgelistet:

  • Biologie
  • Chemie
  • Geographie
  • Geologie
  • Mathematik
  • Physik
  • Geophysik
Das Studienfach Geophysik mit Meteorologie wurde in Zagreb bereits 1898 angeboten, während das Studium der Geophysik als eigenständiges Fach erst seit 1947 möglich ist. Das Studium ist in mehrere Teilbereiche untergliedert: Meteorologie, Geophysik (Seimik, Gravitation, Erdmagnetismus) und Physikalische Ozeanographie.

Im ersten und zweiten Jahr ist die Ausbildung gemeinsam mit der Physik auf Ingenieursebene. In den ersten beiden Jahren erhalten die Studenten Grundwissen in Mathematik und Physik. Im dritten Jahr werden die Studenten in die Physik gasförmiger, flüssiger und fester Erde eingeführt, während Spezialisierung erst im vierten Jahr möglich ist. Das Curriculum erfüllt internationale Anforderungen zur Ausbildung von Spezialisten der Geophysik. Am Ende dieses vierjährigen Studiums müssen die Studenten einen Aufsatz schreiben, eine Abschlußprüfung ablegen und bekommen dann den Titel eines Batchelor of Sciences in Physik mit der Spezialisierung auf Geophysik und Meteorologie.

Sowohl Studenten aus anderen Fachrichtungen der Naturwissenschaftlichen und Mathematischen Fakultät als auch Studenten einiger anderer Fakultäten nehmen an einer Reihe von Geophysik- und Meteorologievorlesungen teil. So nehmen, z.B. angehende Physik- oder Geologie/Geographielehrer an Geophysikvorlesungen teil und angehende Experten der Agronomiefakultät hören Einführungskurse in Agrarklimatologie

Kontakt

Alica Bajic
Hrvatsko Meteorolosko Drustvo
Gric 3
HR-10000 Zagreb
Kroatien
Tel.: +385 (0)1 456 5682 Fax: +385 (0)1 43 10 26
e-mail: bajic@cirus.dhz.hr
Eine Webinformationsseite in Englisch finden Sie unter http://www.met.fu-berlin.de/dmg/dmg_home/croatiametsocinfo.html

Top of page



 
Nederlandse Vereniging van Beroepsmeteorologen (NVBM)

Was ist die NVBM?

Die NVBM oder Niederländische Gesellschaft für Berufsmeteorologen ist eine Gesellschaft für alle, deren Beruf Meteorologie ist und die hinreichende meteorologische Ausbildung besitzen. Stellen Sie sich Berufe wie Wettervorhersage, Klimaforschung und Meteorologieausbildung vor.

Die NVBM wurde in de Bilt am 27.März 1991 gegründet und hatte im September 1999 189 Mitglieder.

Ziele der NVBM

Ein Ziel der NVBM ist es, eine hohe Qualität der Berufsmeteorologie sowohl in wissenschaftlichen als auch in sozialen Aspekten aufrecht zu erhalten. Wir arbeiten daran, sowohl das meteorologische Wissen der Mitglieder als auch ein (Europäisches) Zertifizierungsprogramm aufrecht zu erhalten und zu verbessern. Die NVBM will auch das Erscheinen der Meteorologen auf eine höhere Ebene heben, indem sie für nationale oder europaweite Themen eintritt, die die allgemeine Arbeitssituation unserer Mitglieder beeinflussen. Nicht zuletzt will die NVBM die sozialen Bindungen zwischen ihren Mitgliedern stärken.

Die NVBM-Mitglieder erhalten vierteljährlich "Meteorologica", ein Holländisches Journal mit Information über das Wetter, Artikel zu aktuellen Wetterthemen und Entwicklungen in der Holländischen Meteorologie. Daneben informiert sie ein regelmäßig erscheinender Newsletter über Neuigkeiten und Aktivitäten der NVBM: Das Jahrestreffen, die jährliche Konferenz zu einem aktuellen meteorologischen Thema, andere Gesellschaftsereignisse mit Bildungscharakter, Preisnachlaß auf meteorologische Literatur und andere Ideen, die die Mitglieder liefern.

Kontakt

Secretariaat NVBM
Postbus 464
NL-6700 AL Wageningen
Niederlande
Tel./Fax: +31 317 425689 e-mail: pelkwijk@weerbureau.nl
Website auf Holländisch: http://www.nvbm.nl
 

Top of page



 
Societatea Meteorologica Româna (SMR)

Die Rumänische Meteorologische Gesellschaft wurde 1990 am Nationalen Institut für Meteorologie und Hydrologie in Bukarest gegründet. Toma Runcano war der Hauptinitiator und erster Präsident der Gesellschaft.

Ihre 100 Mitglieder sind Meteorologen, Lehrer, Professoren und Freunde der Meteorologie.

Hauptaufgaben der SMR

  • Wachstum des öffentlichen Bewußtseins für Themen, die mit Meteorologie verbunden sind 
  • Vorträge über Meteorologie in Schulen
  • Verbreitung wissenschaftlicher Resultate in Zeitungen, Radio, Fernsehen und dem Internet
  • Organisation interdisziplinärer Treffen mit anderen Spezialisten und Entscheidungsträgern mit Interesse an der Umweltproblematik
  • Einstufung und Förderung wertvoller ru-mänischer Beiträge zur Entwicklung der Meteorologie durch Publikation und der Verleihung von Preisen
  • Förderung globaler Kontakte zwischen Meteorologen durch Zusammenarbeit mit anderen Meteorologischen Gesellschaften
Aktivitäten 1999

Die SMR-Mitglieder waren an der Organisation eines Treffens zum Meteorologischen Tag (23. März 1999) beteiligt. Außerdem war die SMR Mitveranstalter der Jahressitzung, die im Juni 1999 am Nationalinstitut für Meteorologie, Hydrologie und Wasser-Management in Bukarest stattfand. In diesem Jahr wurde der SMR-Preis erstmals einer wichtigen meteorologischen Arbeit zuerkannt. Seine Gewinnerin ist Elena Savin, Erstautorin des Aufsatzes "Actual evapotranspiration assessment using remote sensing data", der bei der Jahressitzung vorgestellt wurde. Gegen Ende dieses Jahres wird die SMR außerdem zwei Ausgaben des Romanian Journal of Meteorology (ein wissenschaftliches Journal in Englisch mit Abstracts in Französisch) unterstützen.
 

Kontakt

Drd. Otilia Diaconu
National Institute of Meteorology and Hydrology
Sos. Bucarsti-Ploiesti 97
71552 Bukarest
Rumänien
Tel.: +40 1 230 31 16  Fax: +40 1 230 31 43
e-mail: otilia@meteo.inmh.ro
Eine Informationsseite der SMR auf Englisch finden Sie unter 
http://www.met.fu-berlin.de/dmg/dmg_home/romaniametsocinfo.html

Top of page



 
Slovenska Meteorologicka Spolocnost (SMS)

Die Slowakische Meteorologische Gesellschaft an der Slowakischen Akademie der Wissenschaften wurde 1959 innerhalb der Tschechischen Meteorologischen Gesellschaft gegründet. Die SMS ist eine Gemeinschaft von Wissenschaftlern und Berufstätigen in Meteorologie, Klimatologie und verwandter Gebiete in der Slowakischen Republik. Das Hauptziel der SMS-Aktivitäten ist es Zusammenarbeit zwischen den Meteorologen und anderen Spezialisten zu entwickeln und in der breiten Öffentlichkeit Information zu Meteorologie und Klimatologie zu verbreiten. Die SMS besteht aus drei regionalen Zweigen (Westliche, Zentrale und Ost-Slowakei mit Zentralen in Bratislava, Banská Bystrica und Kosice). Das Hauptkomitee der SMS wird alle drei Jahre von der Generalversammlung der SMS gewählt. Der Sitz der SMS ist am Slowakischen Hydrometeorologischen Institut in Bratislava.

Der weithin bekannte Prof. Dr. Mikulás Koncek (1900-1982), der die moderne Meteorologie in der Slowakei 1939 einrichtete war erster Vorsitzender der SMS. Er war außerdem der erste Direktor des Slowakischen Staatlichen Meteorologischen Instituts (von 1939 bis 1949) und der erste Vorsitzende des Bereichs für Astronomie, Geophysik und Meteorologie an der Comenius-Universität von Bratislava (von 1952 bis 1970). Die darauf folgenden SMS-Vorsitzenden waren Dr. Ferdinand Samaj, Dr. Ivan Panenka, Dr. Dusan Závodsky, Dr. Milan Lapin und zuletzt Dr. Miroslav Ondrás (seit 1999). Aufgrund der Teilung der Tschechoslowakei in zwei unabhängige Staaten am 1.Januar 1993 wurde die ehemalige Tschechoslowakische Meteorologische Gesellschaft in die Meteorologischen Gesellschaften Tschechiens und der Slowakei geteilt, aber die Verbindungen blieben sehr eng.

Die Zahl der SMS-Mitglieder liegt um 170 im vergangenen Jahr. Wegen des sehr geringen Budget sind die Aktivitäten der SMS im Wesentlichen auf die Organisation von meteorologischen und klimatologischen Seminaren konzentriert, in der Regel in Zusammenarbeit z.B. mit dem Slowakischen Hydrometeorologischen Institut, der Slowakischen Bioklimatologischen Gesellschaft und dem Nationalen Klimaprogramm der Slowakei. Die Kosten für das SMS-Bulletin (dreimal pro Jahr, 50 Seiten Umfang, Auflage: 220) umfassen ein Drittel des SMS-Jahresbudgets. In diesem Bulletin können die SMS-Mitglieder wissenschaftliche und andere Artikel publizieren; das SMS-Komitee veröffentlicht dort Information über die SMS-Aktivitäten.

Historisch gab es enge Zusammenarbeit zwischen den Meteorologischen Gesellschaften der Slowakei, Tschechiens und Ungarns, hauptsächlich bei der Organisation internationaler Konferenzen alle zwei Jahre. Ernste finanzielle Schwierigkeiten unterbrachen 1992 diese Zusammenarbeit. Die gegenwärtige Kooperation zwischen den Meteorologischen Gesellschaften in Mitteleuropa wird nur durch gelegentliche Kontakte bei anderen Konferenzen möglich sein. Die SMS liefert auch Beiträge zum Newsletter der EMS.

Kontakt

Slovak Meteorological Society
At the Slovak Academy of Sciences
Slovak Hydrometeorological Institute
Jeséniova 17
SK-833 15 Bratislava
Slowakei
Tel.: ++421 7 5477 50 52 Fax: ++421 7 5477 36 20
e-mail: miroslav.ondras@mail.shmu.sk
Eine Informationswebsite auf Englisch finden Sie unter 
http://www.met.fu-berlin.de/dmg/dmg_home/slovakmetsocinfo.html

Top of page



 
Slovensko Meteorolosko Drustvo (SMD)

Die Slowenische Meteorologische Gesellschaft wurde 1954 gegründet. Die Initiative ging von Prof. Reya aus. Die Gesellschaft fing mit wenigen Mitgliedern an: Prof. Reya, einigen jungen Meteorologen mit Universitätsabschluß in Meteorologie und einigen Studenten. Der Hauptzweck der Meteorologischen Gesellschaft war die Förderung der modernen, auf physikalischen Gesetzen beruhenden Meteorologie in unserer Gesellschaft.

Es war die SMD, die es jungen Meteorologen ermöglichte, ihr Wissen außerhalb der Grenzen des ehemaligen Jugoslawiens (seinerzeit war Slowenien Teil des ehemaligen Jugosla-wiens) zu verbessern und weiter zu entwickeln. Die Ziele der Gesellschaft waren sehr ambitioniert, denn sie begann eine neue Zeitschrift: "Papers" (Razprave), die die erste wissenschaftliche Meteorologische Publikation im gesamten Land war. Es war die SMD, die es einführte und förderte, daß zeitgenössische Meteorologie Eingang in den Meteorologischen und Hydrologischen Dienst Sloweniens fand und die Prof. Reya half, die Bedeutung des Lehrstuhls für Meteorologie an der Universität von Ljubljana zu vergrößern. Die Stellung der jungen Meteorologen war zu dieser Zeit schwierig, da alle wichtigen Positionen im Slowenischen Meteorologischen und Hydrologischen Dienst Geographen innehatten, die kein Verständnis für die sich weltweit entwickelnden neuen Methoden auf dem Feld der Wettervorhersage hatten.

Es war die SMD, die einen internationalen Austausch junger Meteorologen mit dem Dä-nischen Wetterdienst und der Universität Köln organisierte. Doch der größte Erfolg wurde am Ende der 50er Jahre und am Beginn der 60er Jahre verzeichnet. Dank Dr. Manohin hatte jeder der im Vorhersagedienst arbeitenden Meteorologen die Gelegenheit, einige Zeit an der Freien Universität Berlin unter der Mentorschaft des berühmten Prof. Scherhag zu verbringen.

Nach dieser goldenen Periode unserer Gesellschaft, auf Grund des Mangels an Studenten und finanzieller Probleme öffnete sich die Gesellschaft auch für andere Profile, nicht nur Meteorologen. Der wissenschaftliche Teil der Aktivitäten wurde zum größten Teil der Universität überstellt und der Hauptzweck der Gesellschaft wurde für viele Jahre die Förderung neuer Aktivitäten wie der Agrarmeteorologie, Umweltmeteorologie und angewandten Meteorologie. Die größte Herausforderung jener Zeit war es, den Politikern und Ökonomen zu zeigen, daß Meteorologische Information zuverlässig und nützlich war, daß es sich auszahlte, meteorologische Information zu beachten. Die Gesellschaft war die erste, die die Entwicklung der Human-Biometeorologie verstand und unterstützte.

Die Gesellschaft arbeitete als Ergänzung zum Slowenischen Meteorologischen und Hydrologischen Dienst. Es war ihre Aufgabe, neue, interessante Gebiete aufzutun, denn sie war flexibel und nicht durch die starren Regeln der Regierungsinstitutionen eingeschränkt.

Auch jetzt unterstützt die Gesellschaft erwartungsvoll, was ihre Mitglieder erreicht haben, eröffnet neue Perspektiven, ermutigt Enthusiasten, gibt die Gelegenheit, Aufsätze zu veröffentlichen. Sehr oft (im Schnitt einmal monatlich) organisieren wir Vorträge (manchmal sind wir Gastgeber für ausländische Kollegen), um Wissen zu vermitteln und neue Ergebnisse auf dem Gebiet der Meteorologie vorzustellen. Eine interne Publikation, die zweimal jährlich erscheint hilft uns, über die Aktivitäten unserer Mitglieder informiert zu bleiben. "Papers" ist immer noch die wichtigsten Publikation, jetzt in Kooperation mit dem Hydrometeorologischen Institut Sloweniens herausgegeben. Wir stellen eine Homepage der Gesellschaft zusammen, die noch nicht vollständig entwickelt ist. Unsere Hauptaufgabe ist es, mit allen Meteorologen in unserem Land in Kontakt zu bleiben, da nahezu ein Drittel der Kollegen mit Abschluß in Meteorologie diese verlassen haben, um andere, meist besser bezahlte Berufe zu ergreifen. Derzeit ist kein Meteorologe in Slowenien arbeitslos. Ungefähr ein Drittel der Meteorologen arbeiten beim Slowenischen Hydrometeorologischen Institut.

In den letzten Monaten waren unsere Anstrengungen auf die Förderung der Idee, ein Institut für Atmosphärische Wissenschaften in Slowenien einzurichten konzentriert, da es zur Zeit in unserem Land keinen Vollzeitbeschäftigten Forscher auf dem Gebiet der Meteorologie gibt. Die Initiativgruppe stellte eine Liste von Aufgaben und einen Arbeitsplan für ein solches Institut zusammen und stellte die formale Anfrage dem Ministerium für Wissenschaft und Technologie vor. Das Slowenische Hydrometorologische Institut, das eine Regierungsinstitution ist, und als solche keine Forschungsaktivitäten entwickeln soll unterstützt unsere Initiative vollständig. 

Wir organisieren auch gemeinschaftliche Aktivitäten wie Picknicks, Exkursionen und ein traditionelles Treffen im Dezember.

Gegenwärtig hat die SMD 80 Mitglieder, darunter alle wichtigen Meteorologie-Experten Sloweniens. Das Präsidium wird alle vier Jahre gewählt, die nächste Wahl ist für das Frühjahr 2001 geplant. Das Präsidium besteht aus dem Präsidenten, dem Vize-Präsidenten, Sekretär, Schatzmeister und vier Beisitzern.

Kontakt

Tanja Cegnar
Vojkova 1 / b
SI-1000 Ljubljana, Slowenien
Tel.: +386 61 32 74 61 Fax: +386 61 133 13 96
e-mail: tanja.cegnar@gov.si oder tanja.cegnar@rzs-hm.si
Website auf Slowenisch: http://meteorologija.fiz.uni-lj.si/SMD/
Informationstext auf Englisch: http://www.met.fu-berlin.de/dmg/dmg_home/sloveniametsocinfo.html

Top of page



 
Svenska Meteorologiska Sällskapet (SMS)

Die Schwedische Meteorologische Gesellschaft wurde vor 40 Jahren gegründet und ist eine für alle an Meteorologie Interessierte offene Gesellschaft. Derzeit hat die SMS rund 320 Mitglieder und dazu gehören die meisten in Schweden berufstätigen Meteorologen. Die SMS veranstaltet Vorträge und veröffentlicht vierteljährlich die Zeitschrift "Polarfront".

Die SMS unterstützt die meteorologische Zusammenarbeit der nordischen Länder und alle zwei Jahre findet ein Meteorologisches Treffen der nordischen Länder statt. Die SMS freut sich außerdem auf die Zusammenarbeit mit Meteorologischen Gesellschaften aus ganz Europa.

Ausbildung/Forschung

In Schweden kann Meteorologie am MIUU (Bereich Meteorologie der Universität von Uppsala) oder am MISU (Bereich Meteorologie der Universität Stockholm) studiert werden. Vor der Belegung von Kursen in Meteorologie liegt in der Regel ein zweijähriges Studium der Mathematik und Physik. Die Dauer der Meteorologiekurse liegt bei 1 ½ bis 2 Jahren, in Abhängigkeit vom Abschluß (Batchelor of Sciences oder Master of Sciences).

Hauptforschungsfelder sind Atmosphärenchemie und Dynamische Meteorologie (MISU) und Grenzschichtmeteorologie (MIUU).

SWECLIM (Swedish Regional Climate Modelling Programme) hat sich zum Ziel gesetzt, unser Wissen zu den Auswirkungen des Klimawandels in Schweden und anderen nordischen Ländern zu erweitern. SWECLIM ist eine Kooperation zwischen dem Rossby-Zentrum am SMHI, der Forschungsabteilung SMHI-If des SMHI und Angehöriger von: MISU, Marines Forschungszentrum der Universität Stockholm (SMFO), Bereich Ozeanographie der Universität Göteborg (OIGU).

SMHI

Die meisten der zivilen Meteorologen arbeiten beim Schwedischen Institut für Meteorologie und Hydrologie (SMHI), wo es neben Meteorologie auch Abteilungen für Hydrologie und Ozeanographie gibt. Die Zentrale befindet sich in Norrköping; SMHI besitzt vier Regionalzentren in Malmö, Göteborg, Sundsvall und auf dem Flughafen Stockholm-Arlanda.

Wetterdienst beim Schwedischen Militär

Das Schwedische Militär besitzt seinen eigenen Wetterdienst und beschäftigt rund 90 Meteorologen. Er erstellt Serviceleistungen für die Marine, die Armee und die Luftwaffe. Das Militär arbeitet mit dem SMHI und den Universitäten zusammen. 

Kontakt 

SMS 
c/o Peo Ganerlöv 
Box 40 
S-190 45 Stockholm/Arlanda 
Schweden 
e-mail: annakarin@tf.atcit.mil.se 
Website: http://www.svemet.org/
 

Top of page



 
Ceská Meteorologická Spolecnost (CMeS)

Die Tschechische Meteorologische Gesellschaft ist eine Organisation Freiwilliger, die das Recht besitzt, ihre Mitglieder auszuwählen. Es ist eine Gruppierung von Wissenschaftlern, Lehrern und anderen Spezialisten, die auf dem Gebiet der Meteorologie und verwandten Feldern tätig sind. Ihr gemeinsames Ziel ist es, die Meteorologie und verwandte Wissenschaften zu fördern, während sie ihre Bedürfnisse, Traditionen und internationalen Verbindungen beachtet. Unter denHauptzielen der Gesellschaft sind die folgenden an dieser Stellen nennenswert:

  • Erhöhung des Standards der Meteorologie in der Tschechischen Republik
  • Verbreitung wissenschaftlicher Ergebnisse und ihre praktische Implementierung
Die Tschechische Meteorologische Gesellschaft wurde am 1. Januar 1993 gegründet, nachdem die damalige Tschechoslowakei geteilt wurde und setzt die Aktivitäten der Tschechoslowakischen Meteorologischen Gesellschaft fort, die bereits 1958 gegründet worden war. Prof. Dr. Mikolas Koncek, Dr. sc., ein tschechoslowakischer Klimatologe war ihr erster Präsident. Von Anfang an hat die Gesellschaft zur Gemeinschaft von Gelehrtengesellschaften gehört und bevor sie sich veränderte verfolgte sie ihre Aktivitäten gemeinsam mit anderen Gesellschaften innerhalb der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften. Gegenwärtig ist die Tschechische Meteorologische Gesellschaft Mitglied im Rat der Gelehrtengesellschaften, eine Gemeinschaft von 52 Gesellschaften in der Tschechischen Republik auf den Gebieten der Wissenschaft und Humanität.

Zur Zeit hat die Gesellschaft 201 reguläre und 3 Ehrenmitglieder. Prof. Jan Bednar, PhD, der Leiter des Bereiches für Meteorologie und Umweltschutz an der Fakultät für Mathematik und Physik der Karlsuniversität Prag ist der Präsident der Gesellschaft. Ihre Aktivitäten werden von einem zehnköpfigen Komitee bestimmt, das auf einer ad hoc-Basis vier- bis fünfmal jährlich zusammentritt.

Die Aktivitäten der Gesellschaft werden in drei regionalen Zweigen (Prag, Hradec Kralove in Nordostböhmen und Brno) und zwei besonderen Arbeitsgruppen (für Geschichte und für Terminologie) durchgeführt. Die Gesellschaft arbeitet mit anderen meteorologischen Institutionen, Universitäten und verwandten Gelehrtengesellschaften in der Tschechischen Republik zusammen, insbesondere mit der Astronomischen und der Bioklimatologischen Gesellschaft. Im Juni 1999 beschloss die Gesellschaft, die Satzung der European Meteorological Society anzuerkennen und ihr Mitglied zu werden.

Die Gesellschaft organisiert wissenschaftliche Konferenzen und Workshops, Seminare, Vorträge und Vortragsreihen, für gewöhnlich in Zusammenarbeit mit anderen Meteorologischen Institutionen im Lande (Tschechisches Hydrometeorologisches Institut; Institut für Atmosphärische Physik der Akademie der Wissenschaften; Bereich für Meteorologie und Umweltschutz an der Fakultät für Mathematik und Physik der Karlsuniversität Prag). In diesem Jahr war dies zum Beispiel ein Seminar "80 Jahre Staatliches Meteorologisches Institut in Prag"; seine Hauptthemen umfaßten

  • die Geschichte des Meteorologischen Instituts in der ehemaligen Tschechoslowakei, 
  • die gegenwärtigen Bedingungen, 
  • Aufgaben und Perspektiven des Tschechischen Hydrometeorologischen Instituts, und seines Regionalen Zentrums für Numerische Bereichswettermodellierung in Mitteleuropa - RC LACE
Im letzten Jahr wurde eine Konferenz "Meteorologie am Beginn eines neuen Jahrhunderts" und außerdem ein Workshop "Warnungen und Sicherheit bei Strahlenunfällen" organisiert. Vortragsreihen des Prager Zweigs "Vorträge zur Meteorologie" sind bereits zu einer Tradition geworden; sie werden im Herbst und Frühjahr einmal pro Monat durchgeführt. Bemerkenswerte Werke, die unter der Schirmherrschaft der Gesellschaft erstellt wurden sind z.B. das "Meteorologische Wörterbuch - terminologisch und erklärend", das 1993 von der Prager Akademie veröffentlicht wurde. In diesem Jahr wurde das Manuskript einer Luxusausgabe des Buch "Geschichte der Tschechischen und Slowakischen Meteorologie" vollendet. Das Informationsbulletin der Gesellschaft erscheint für ihre Mitglieder halbjährlich. In diesem Jahr arbeitete die Gesellschaft bereits das zweite Mal mit dem Rat zur Verbreitung Meteorologischer Information zur Auswahl der Träger des bedeutenden "Pythie"-Preises zusammen.

Kontakt

CmeS
Na Sabatce 17
143 06 Prag 4
Tschechische Republik
e-mail: zizkova@kav.cas.cz
Website: http://www.chmi.cz/poboc/BR/metspol/metspol.html
 

Top of page



 
Erstes Herausgebertreffen zur neuen METEOROLOGISCHEN ZEITSCHRIFT

Wie Ihnen bekannt ist, befindet sich die Zeitschriftenlandschaft der DMG in einer Neuordnungs- und Konsolidierungsphase. Wichtigstes Ziel ist in diesem Zusammenhang, eine namhafte wissenschaftliche Zeitschrift herauszugeben, die ein zukunftsträchtiges Forum für Fachpublikationen darstellt und nicht nur für die bisherigen Bezieher reizvoll ist. Nach dem nunmehr erfolgten Kauf der Titelrechte der Zeitschrift ,Beiträge zur Physik der Atmosphäre' durch unsere Gesellschaft ist der Weg für folgende Lösung frei: Zusammen mit den Gesellschaften Österreichs und der Schweiz wird ein neues Journal herausgegeben, das eine Fusion aus ,Meteorologischer Zeitschrift' und ,Beiträgen zur Physik der Atmosphäre' darstellt. Dabei wurde mit Blick auf den seit vielen Jahren gut eingeführten Namen entschieden, dass das neue Journal ,Meteorologische Zeitschrift' heißen soll. Die bisherigen Abonnenten beider Zeitschriften werden über die Entwicklung ausführlich informiert.

Zur Vorbereitung der Herausgabe der neuen Meteorologischen Zeitschrift fand am 21.10.1999 beim DWD das erste Herausgebertreffen statt. Unter Beteiligung von Vertretern der DMG, ÖGM, SGM sowie des Borntraeger-Verlags kamen auch die zukünftigen Herausgeber und der wissenschaftliche Sekretär der DMG und designierte Schriftleiter zusammen. Die Editoren der neuen Meteorologischen Zeitschrift werden sein:
 
 

Prof. Dr. Martin Claußen, PIK Potsdam
Prof. Dr. Michael Hantel, Universität Wien
Prof. Dr. Michael Kerschgens, Universität Köln
Prof. Dr. Hans Richner, ETH Zürich
Dr. Robert Sausen, DLR Oberpfaffenhofen

Schriftleitung: Dipl.-Met. Arne Spekat, DMG Sekretariat, Berlin.

Die ersten Ausgaben der neuen Meteorologischen Zeitschrift sind bereits konzipiert. So wird im Februar 2000 ein Themenheft, BALTEX erscheinen.
 
Peer Hechler
c/o DWD
Kaiserleistr. 42
63067 Offenbach/Main
Arne Spekat
Sekretär DMG
Institut für Meteorologie, FU Berlin
Carl-Heinrich-Becker-Weg 6-10
12165 Berlin

Bitte lesen Sie auch die Aktualisierung dieses Beitrags vom 22.11.1999 http://www.met.fu-berlin.de/dmg/dmg_home/neues_met_z.html

Top of page



 
FA GEM: Internationales Symposium 
"Abraham Gottlob Werner und seine Zeit"

Vom 20. bis 23. September 1999 fand in Freiberg/Sachsen das Internationale Symposium "Abraham Gottlob Werner und seine Zeit" statt. Rund 180 Teilnehmern wurde in vier Parallelveranstaltungen über die Person Abraham Gottlob Werners (1749-1817), die Geschichte der Geologie und das geistige Umfeld der Wernerzeit dargestellt. Der Fachausschuß Geschichte der Meteorologie beteiligte sich an der Wernertagung am 22.9.1999 mit einer Sitzung über die Meteorologie in der Wernerzeit. Die nachstehenden Vortragszusammenfassungen machen deutlich, daß damals Geologie und Meteorologie oft in einer Person vereint waren. Während der Tagung hat sich der FAGEM zusätzlich mit einem Poster präsentiert. Die Möglichkeit zum fächerübergreifenden Gedankenaustausch konnte während der Tagung sehr gut genutzt werden.
 
 


Die Vortragenden bei der FAGEM-Sitzung über die Meteorologie der Werner-Zeit. Von links nach rechts: Christian Hänsel, Cornelia Lüdecke, Stefan Emeis, Gisela Nickel, Karl-Heinz Bernhardt

 
H 01  Wechselbeziehungen zwischen Geologie und Meteorologie am Beispiel von Horace-Bénédict Saussure (1740-1799)

Seit Jean-Jaques Rousseaus "Nouvelle Hélöise" verdrängte die literarische Entdeckung der alpinen Landschaft die einstmals so bedrohliche Wirkung der Gebirge. Naturwissenschaftliche Neugier entwickelte den Alpinismus und die Geowissenschaften einschließlich Glaziologie und Meteorologie eroberten die Alpen. Barometer und Thermometer wurden die ständigen Begleiter der Naturforscher. In den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts führten die Untersuchungen zur Diskussion von großen klimatischen Veränderungen im Verlauf der Erdgeschichte, welche Gletscherschwankungen verursacht haben sollten. 

Der Genfer Professor für Philosophie Horace-Bénédict Saussure war einer der herausragenden Vertreter unter den alpinen Forschern, der sich insbesondere den Naturerscheinungen in den Bergen seiner Umgebung widmete. In den "Reisen durch die Alpen" beschrieb er einen roten Niederschlag, den er 1760 auf dem Schnee des Breven bei Chamonix beobachtet hatte und den er mit Blütenstaub in Verbindung brachte. Neben geologischen Betrachtungen über die Faltung der Gebirge, Gletschermoränen als Indikatoren für frühere Gletscherausdehnungen und den Transport erratischer Blöcke durch Fluten, führte Saussure gezielte meteorologische Untersuchungen durch, die man heute als spezielle Meßkampagnen bezeichnen würde. Insbesondere interessierte ihn die Frage, was die Kälte auf den Bergen verursachte und wie die Gebirgsformen die aufsteigenden Winde beeinflußten. Am 3.8.1787 -ein Jahr nach der Erstbesteigung- gelang es Saussure, auf dem Gipfel des Montblanc Temperatur- und Barometermessungen durchzuführen. Zusammen mit seinem Sohn Nicolas-Théodore (1767-1845) stellte er 1788 barometrische Höhenmessungen auf dem Col du Géant (3171 m) an. 

Außerdem erfand er 1783 das Haarhygrometer, dessen Meßprinzip heute noch gilt. Durch die Eichung bei 100% relativer Luftfeuchte lieferte es erstmals vergleichbare Werte.

Cornelia Lüdecke, München

Top of page
Anfang Werner-Tagung


 
 
H 02  Der Meteorologe und Geologe J. A. Deluc (1727-1817) und der Wandel naturwissenschaftlicher Sicht- und Denkweisen während seiner Schaffenszeit

Nachdem über 2000 Jahre das aristotelische Weltbild und die kirchliche Scholastik dominierten, kam es zwischen ca. 1600 und 1800 zu einem radikalen Wandel in den Naturwissenschaften. Die Entwicklung der Seefahrt, die im wahrsten Sinne des Wortes den Horizont erweiterte, die Erfindung des Buchdrucks, der viele Schriften breiteren Kreisen zugänglich machte, und die Erfindung quantitativer Meßinstrumente (Thermometer, Barometer, Hygrometer,...) schufen hierfür die Voraussetzung. Die Vielzahl neuer Erkenntnisse und Daten, die nun zur Verfügung standen, ließen die Forscher über neue Theorien und Weltbilder nachdenken.

Dieser Wandel erfaßte nahezu alle Bereiche der Naturwissenschaften. Diente die Naturforschung als einheitliche Fachrichtung bis 1600 hauptsächlich dazu, die Aussagen der Bibel zu verifizieren, so stand am Ende die Aufteilung in die heute bekannten naturwissenschaftlichen Fachdisziplinen wie Geologie, Meteorologie, Physik, Chemie usw. In vielen dieser Disziplinen führte der Weg zu ihrer heutigen Form über eine Reihe von Zwischenstationen.

Als J. A. Deluc 1727 geboren wurde, hatte man in der Meteorologie noch keine Ahnung von der chemischen Zusammensetzung der Luft, wußte also nicht was Sauerstoff oder Wasserdampf war. In der Elektrizitätslehre befaßte man sich mit der statischen Elektrizität ohne eine Ahnung von der Existenz der Elektronen zu haben. Und in der Geologie stritt man darum, ob die Gesteine hauptsächlich durch Vulkanismus oder durch Sedimentation entstanden waren. In allen drei Bereichen hat Deluc umfangreiche Forschungen unternommen. Er war einer der ersten, der die Alpen aus wissenschaftlicher Neugier bereiste, er unternahm zusammen mit Volta Laborversuche zur Elektrostatik, und er entwickelte Feuchtemeßgeräte für meteorologische Untersuchungen.

Trotzdem ist J. A. Deluc heute weitgehend vergessen. Der Grund hierfür liegt nicht in seiner Forschungstätigkeit an sich. Er hat über Jahrzehnte hinweg an den Problemen gearbeitet, viele Versuche und Messungen durchgeführt und sich an dem Wettstreit der Theorien beteiligt. Aber er hat in allen drei Bereichen, in denen er gearbeitet hat, letztlich auf die falsche Theorie gesetzt. Und am Ende seines langen Lebens, als in der Meteorologie und in der Geologie die heutigen Ansichten schon die Oberhand gewannen, war er zu einer Änderung seines Standpunktes nicht mehr bereit. Er hing, was die Verdunstung von Wasserdampf betraf, der Phlogistontheorie an und als Geologe blieb er Zeit seines Lebens Neptunist. Auch hatte er immer noch das Bedürfnis, seine wissenschaftlichen Erkenntnisse mit den Schilderungen der Bibel zur Deckung bringen zu müssen. Dies führte letztlich dazu, daß manche Erkenntnisse, die er gefunden hatte, heute anderen Personen zugeschrieben werden, nämlich solchen, die sie zusammen mit der richtigen Theorie veröffentlichten. Hierzu zählt beispielsweise das Daltonsche Gesetz über die Partialdrücke.

Gerade vor dem Hintergrund dieser Entwicklung bietet der Blick auf das Schaffen von J. A. Deluc einen interessanten Einblick in eine der revolutionärsten Perioden der Naturwissenschaften.

Stefan Emeis, Weilheim in Oberbayern

Top of page
Anfang Werner-Tagung


 
H 03  J. W. Goethes Vorstellungen vom Schichtenbau der Atmosphäre

Goethes systematische Beschäftigung mit meteorologischen Problemen setzte Ende des Jahres 1815 mit Studium und Rezeption der morphologischen Wolkenklassifikation Luke Howards (1803) ein, die anderen Klassifikationssystemen auf dem Gebiet der Naturwissenschaften, wie denen Carl v. Linnés und Abraham Gottlob Werners gefolgt war, von deren Lebenswerk sich der Dichter tief beeinflußt zeigte. Goethe entwickelte die Annahme von drei bzw. vier atmosphärischen ,,Luftregionen", denen er Wolkenformen nach Howard zuordnete und eine unterschiedliche Stellung in bezug auf ,,Wasserbejahung" und ,,Verneinung", d.h. im hydrologischen Zyklus, zuschrieb. Damit war die bis in die Antike (Aristoteles) zurückreichende, bislang weitgehend spekulative Vorstellung von einem Schichtenbau der Atmosphäre erstmalig auf eine rationale, aus Naturbeobachtungen abgeleitete Grundlage gestellt. Im Vortrag wird Goethes Ansatz zur Beschreibung der Schichtung mit Ergebnissen der Berliner wissenschaftlichen Luftfahrten am Ende des 19. Jahrhunderts verglichen und der modernen Typisierung der atmosphärischen Grenzschicht gegenübergestellt. Das naturwissenschaftliche Konzept der Luftregionen findet sich auch in Goethes dichterischem Werk reflektiert, im Gegensatz zur direkten Darstellung etwa des Neptunismus-Vulkanismus-Streites oder der Diskussion früher Diluvialtheorien allerdings nur in verschlüsselter Form. Für die Entwicklung der Meteorologie hingegen blieben Goethes Hinweise auf den Schichtenbau der Atmosphäre im Zusammenhang mit seiner unhaltbaren Hypothese über die Ursache der Luftdruckschwankungen weitgehend folgenlos, die zu einer undifferenzierten Ablehnung der Goetheschen ,,Witterungslehre" führte

Karl-Heinz Bernhardt, Berlin

Top of page
Anfang Werner-Tagung


 
H 04  Meteorologische Beobachtungen und Aufzeichnungen im Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis zur Einrichtung des staatlichen Messnetzes zu Beginn des 19. Jahrhunderts

Im 18. Jahrhundert wurden im Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach meteorologische Beobachtungen und Aufzeichnungen nur vereinzelt vorgenommen. 

Ökonomische - unter anderem den Bergbau betreffende - und militärische Belange sowie das ständig wachsende naturwissenschaftliche Interesse erforderten jedoch vielfältige, systematische, wissenschaftlich fundierte und insbesondere auch synoptische Beobachtungen.

So kam es zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf Veranlassung des regierenden Herzogs Carl August zur Einrichtung von meteorologischen Stationen und schließlich zur Gründung eines der ersten staatlichen meteorologischen Meßnetze im deutschsprachigen Raum. Aus den umfangreichen Aktivitäten dieser Institution resultierten nicht nur jährlich publizierte Aufzeichnungen und Beobachtungsergebnisse sondern auch weitgestreute nationale wie internationale wissenschaftliche Kontakte und Verbindungen.

Gisela Nickel, Ober-Olm

Top of page
Anfang Werner-Tagung


 
H 05  Lampadius' Atmosphärologie - Meilenstein der Wissenschaftsentwicklung auf Drängen von Abraham Gottlob Werner

Die fördernde Ausstrahlung A. G. Werners auf viele Gebiete der Natur- und der Montanwissenschaften ist umfangreich beschrieben und gewürdigt worden. Dagegen bietet die Literatur sehr wenig über seine Unterstützung der Wissenschaft von der Atmosphäre, die mittelbar über Wilhelm August Lampadius erfolgte. Dieser im Jahr 1794, in seinem 22. Lebensjahr, an die Bergakademie Freiberg berufene Chemiker und Hüttenkundler brachte sein von Jugend an gehegtes Interesse an atmosphärischen Prozessen mit, das während seines Studiums in Göttingen durch G. Chr. Lichtenberg besonders geprägt worden war. Neben seinen weithin bekannten Pionierleistungen in Lehre und Forschung auf dem Gebiet der Chemie lieferte er mit eigenen Beobachtungen, Experimenten und einer beispielhaften Literatursammlung entwicklungsbestimmende Beiträge zur Wissenschaft von der Atmosphäre. Lampadius' diesbezügliches Hauptwerk, die Monographie ,,Systematischer Grundriß der Atmosphärologie" (Freiberg 1806) ist ein herausragendes Lehrbuch in seiner Zeit, das den damaligen Wissensstand repräsentiert und sehr bemerkenswerte eigene Erkenntnisse enthält. Über die Förderung durch Werner erfährt man im Vorwort: ,,Bald nach meiner Ankunft in Freyberg wurde die Atmosphäre ein Gegenstand der Unterhaltung zwischen unserem vortreflichen Mineralogen Hrn. Bergrath Werner und mir. Dieser würdige Gelehrte hatte schon stets in seinen Vorträgen, von der Nothwendigkeit die Atmosphäre als viertes Naturreich zu betrachten, gehandelt, und munterte mich auf - besonders als Beyhülfe für das geognostische Studium - über die Atmosphäre zu lehren."

Christian Hänsel, Markkleeberg

Top of page
Anfang Werner-Tagung



 
4th European Conference on Applications of Meteorology ECAM´99
vom 13. bis 17. September 1999 in Norrköping / Schweden

Konferenzbericht

In zweijährigem Rhythmus findet eine anwendungsbezogene meteorologische Tagung auf europäischer Ebene statt (European Conference on Applications of Meteorology, abgekürzt ECAM). Diese Konferenz wird seit 1993 jeweils von einem der europäischen nationalen Wetterdienste ausgerichtet. Die 4. ECAM wurde vom "Schwedischen Meteorologischen und Hydrologischen Institut" (SMHI) mit Sitz in Norrköping organisiert. Sie fand vom 13. bis 17. September 1999 im "Louis De Geer Konsert & Kongress"-Zentrum von Norrköping, einer zum Veranstaltungszentrum umgebauten ehemaligen Papierfabrik, statt. Dieses Gebäude bot einen interessanten äußeren Rahmen für den Kongreß. Die ECAM hat sich seit dem Beginn in Oxford (UK) 1993 über die Veranstaltungsorte Toulouse und Lindau zu einer bedeutenden Tagung mit einer Reichweite, die über Europa hinausgeht entwickelt. Sie zählte in diesem Jahr über 400 Teilnehmer, die zum größten Teil aus Mitgliedsstaaten der Europäischen Union kamen. Zunehmend entsenden auch osteuropäische Wetterdienste und Universitätsinstitute Meteorologen zu solchen Tagungen. Einige Teilnehmer kamen aus Litauen, Estland, Polen, Tschechien, Slowakien, Slowenien, Kroatien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien und Rußland. Auch Wissenschaftler aus Kanada und Ägypten zeigten Interesse an dieser Konferenz.
 

Veranstaltungsort "Louis de Geer" in Norrköpings Industrilandskapet

Das dichtgedrängte Tagungsprogramm umfaßte das gesamte Spektrum der angewandten Meteorologie in ca. 70 Einzelvorträgen und ca. 50 Posterpräsentationen. Der Sachstand der kurzfristigen Wettervorhersage ("Nowcasting") wurde ebenso behandelt wie die   Leistungen der nationalen Wetterdienste und  meteorologische Anwendungen im Transportwesen, in der Bauindustrie, im Energiewesen und in der Versicherungsbranche. Auch die Präsentation meteorologischer Information für die Öffentlichkeit in den Medien (Zeitung, Radio, Fernsehen sowie dem Internet) wurde ausführlich diskutiert. Einen Schwerpunkt innerhalb des Vortragsprogramms bildete eine Diskussionsrunde über das Thema: "Haben die Kunden aus dem anwachsenden Wettbewerb auf dem Europäischen Wettermarkt einen Nutzen und wie sieht dieser aus?". Geleitet wurde die Diskussion von Jan-Olof Eriksson (SMHI). Ein Teilnehmer kam von Meteo France, die übrigen 4 Teilnehmer von privaten Wetterdiensten aus ganz Europa. Einig waren sich alle Teilnehmer darin, daß die Existenz der privaten Anbieter und die Liberalisierung der Märkte ein größeres und z.T. qualitativ besseres An-gebot für die Nutzer gebracht hat. Private Anbieter reagieren meist flexibler und schneller auf die Anforderungen ihrer Kunden. Es wurden einige Beispiele vom "Weather Service Finland", dem 1997 gegründeten ersten privaten Anbieter in Skandinavien, vorgestellt. Der private Markt meteorologischer Produkte ist im Wachstum begriffen. Während der kommerzielle Umsatz der nationalen Wetterdienste zwischen 1993 und 1997 um 7% zurückging, haben die privaten Dienste im gleichen Zeitraum je nach Region und Produktspektrum um 25 bis 65% zugelegt. Eine Schwierigkeit besteht in der Datenversorgung privater Firmen durch die nationalen Wetterdienste. Hier hat es durch "ECOMET" einige Fortschritte und mehr Transparenz im Datenaustausch gegeben. Ferner ist dadurch der freie Datenaustausch zwischen den nationalen Diensten, der zeitweise ebenfalls gefährdet war, wieder auf Dauer gesichert.

Parallel zu den Vorträgen der ECAM fanden zahlreiche Workshops und Seminare statt. Am 13. September tagte die "Working Group on Cooperation between European Forecasters" (WGCEF, Vorsitzender: Manfred Kurz, DWD, Offenbach/Main). Am Donnerstag, dem 16.9., um 18.30 Uhr berichtete Konrad Balzer über die Ergebnisse dieser Sitzung, die in der 5. Ausgabe der Informationsschrift "The European Forecaster" veröffentlicht werden. Diskutiert wurde u.a. über den Einsatz konzeptioneller Modelle in der operationellen Vorhersage und über den Austausch von Informationen bezüglich der Methoden zur Kürzestfristvorhersage ("Nowcasting"). Die Arbeitsgruppe erarbeitete Vorschläge zu einem verstärkten Austausch von Forecastern zwischen den Meteorologischen Diensten in Europa. Die nächste Sitzung der WGCEF während der "Tagung für Alpine Meteorologie" in Innsbruck im September 2000 soll sich schwerpunktmäßig mit der technischen Ausrüstung der Vorhersagebüros in den Mitgliedsstaaten befassen.

Von Dienstag, dem 14. September, bis Mittwoch, dem 15. September, 13.00 Uhr gab es den "Euro-GOOS-Workshop" über neue Technologien in der operationellen Ozeanographie.

Am Dienstag, dem 14. September, von 14.00 bis 16.00 Uhr trafen sich Vertreter der europäischen Meteorologischen Gesellschaften, um die schon seit längerer Zeit vorbereitete Gründung der "Europäischen Meteorologischen Gesellschaft" (EMS) als Dachorganisation der nationalen Meteorologischen Gesellschaften Europas zu vollziehen (s.a. Beitrag zur EMS-Gründung von A. Spekat in dieser Ausgabe der Mitteilungen). Die Gründung der EMS wurde zusammen mit dem 40. Jahrestag der Gründung der "Schwedischen Meteorologischen Gesellschaft" am Mittwoch, dem 15. September, ab 19.00 Uhr mit einem Empfang für alle Konferenzteilnehmer gefeiert.

Das von der Europäischen Union geförderte Projekt "Meteorological Forecasting for Flood Events" (MEFFE) war Gegenstand eines weiteren Workshops am Mittwoch, dem 15. September, von 8.00 bis 13.00 Uhr (Koordinator: F.Prodi, Italien). 

Ein abschließendes Seminar zur Aktion "COST78" (Cooperation on Science and Technology 78) fand am Mittwoch, dem 15. September, 14.00 Uhr bis Donnerstag, dem 16. September, um 18.30 Uhr statt. Es ging hier schwerpunktmäßig um die Verbesserung der Methoden zur Kürzestfristvor-hersage ("Nowcasting") - Red: s.a. Beitrag von W. Wehry in dieser Ausgabe der Mitteilungen.

Ebenfalls am Donnerstag, dem 16. September, gab es von 8.30 bis 13.00 Uhr den "EUMETNET"-Workshop über Vorhersageverifikation unter der Leitung von K.Balzer (DWD) - Red: s.a. sein Beitrag zum Verifikationsworkshop in dieser Ausgabe der Mitteilungen. Ab 18.15 Uhr wurden die Ergebnisse dieses Workshops im Plenum der ECAM  präsentiert. Eine Auswertung von Fragebogen zur Vorhersageverifikation der 14 "EUMETNET" Mitglieder vom Juli 1999 hat ergeben, daß die manuelle Kürzestfristvorhersage ein Defizit gegenüber der statistisch-numerischen Vorhersage aufweist.

Im Rahmen von "EUMETNET" wurde außerdem am Freitag, dem 17. September, von 9.00 bis 12.00 Uhr ein Workshop über "Spezifikationen für Automatische Wetterstationen" durchgeführt (Leiter: L. de Leonibus, Italien). Zur gleichen Zeit tagte auch das erste Mal eine Arbeitsgruppe über "Meteorologische Objekte und Gitter in interaktiven graphischen Systemen" (Leiter: Dr. Eric Brun, Meteo France).

Abgerundet wurde die Tagung durch eine Ausstellung einiger meteorologischer Dienste und von Firmen, die meteorologische Geräte oder Dienstleistungen anbieten. Auf dieser Ausstellung waren beispielsweise SMHI (Swedish Meteorological and Hydrological Institute), DNMI (Norwegian Meteorological Institute), ECMWF (European Center for  Medium Range Weather Forecasts), DWD (Deutscher Wetterdienst) und UK Met. Office vertreten. Ferner hatte Meteo France eine "Multilingua-Workstation" aufgebaut, auf der sich Wettervorhersagen in einer von vier vorgegebe-nen Sprachen (Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch) erstellen lassen.

Die Vorträge, die auf der ECAM99 gehalten wurden, sind als Zusammenfassungen in einem Tagungsband veröffentlicht. 

Hans-Joachim Pistorius
Amt für Wehrgeophysik
Mont Royal
56841 Traben-Trarbach

Top of page



 
Abschluß der COST78-Action 
"Development of Nowcasting Techniques" 

Der für den Meteorologen bzw. Wetterberater arbeitsintensivste Teil der Wettervorhersage ist und wird auch in Zukunft die Zeitspanne der nächsten 2 bis 6 Stunden sein, für die derzeit noch keine aktuellen numerischen Prognosen zur Verfügung stehen. Jeder Kunde jedoch möchte auch für den unmittelbaren nächsten Zeitraum genau über das Wetter Bescheid wissen, und dies ist, was die Meteorologen als "Nowcasting" definieren: der Zeitbereich der Wettervorhersage, der die ersten zwei bis drei Stunden nach dem "Jetzt" (=Now) überdeckt und der überwiegend mit extrapolativen und empirischen Methoden behandelt werden muß. 

Während der 4. European Conference on Applications of Meteorology (ECAM) im September 1999 in Norrköping wurde nicht nur über die zum Tagungsthema gehörenden Anwendungen referiert, und nicht nur die European Meteorological Society (EMS) gegründet, es gab auch eine Reihe von Sonderveranstaltungen. 

Was sind COST-actions?

Die aus etwa 30 Ländern stammenden Tagungsteilnehmer hatten somit auch Gelegenheit, die Schlußvorträge der seit fast fünf Jahren laufenden COST-action Nowcasting (COST = Co-operation Scientifique et Technique) zu hören. Diese von derzeit 18 europäischen Ländern getragenen Forschungsbereiche haben meist eine Laufzeit von drei Jahren, mit Vor- und Nacharbeit bis zu fünf Jahren. Dann müssen Ergebnisse vorgezeigt werden, eventuell können Nachfolge-Aktionen gestartet werden. Überwiegend handelt es sich bei diesen Forschungsprojekten um technische Entwicklungen wie z.B. Mikrowellen-Nutzung, Satelliten-Nutzung, Profiler-Entwicklungen etc. 

Im Fall von Nowcasting ist zwar klar, daß im Rahmen der wachsenden Anforderungen der Kunden und auch der Verbesserung der computergestützten Technik weitere Projekte anzuschieben sind, noch ist jedoch nicht entschieden, ob eine neue COST-action oder im Rahmen der europäischen Wetterdienste-Agentur Eumetnet mehrere kleinere Projekte vorgeschlagen werden sollen.

Das Projekt Nowcasting

Das Nowcasting-Projekt war eine der größten der COST-actions, denn an ihm waren fast 100 Wissenschaftler beteiligt, was auch die Wichtigkeit des Themas betont: Diese Art der Forschungsunterstützung lebt davon, daß in den einzelnen Wetterdiensten bzw. Instituten Wissenschaftler im Auf-trag ihrer Arbeitgeber an den Themen arbeiten, die zugehörigen Treffen (Workshops) jedoch vom EU-Wissenschafts-Direktorat XII in Brüssel koordiniert und auch finanziert werden. Daher ist der Erfolg einer solchen Aktion stark abhängig von der Freistellung der Wissenschaftler für diese Arbeit in ihren eigenen Instituten - und darum sind auch bei diesem Vorhaben zahlreiche gute Ansätze nicht zu Ende geführt worden.

Im einzelnen sind drei Komplexe definiert und bearbeitet worden:
a) Konvektive Erscheinungen (strong convection), 
b) Nebel und tiefe Wolken, 
c) Fronten und rasche Zyklogenese.

Letzteres schließt zwar den zeitlichen Bereich von Nowcasting ein, geht aber natürlich insgesamt weit darüber hinaus. Die im wesentlichen einen Wetterberater interessierenden kurzfristig auftretenden und vorherzusagenden Wetterelemente wurden lediglich bei a) und b) behandelt, wobei leider nur wenige direkt in der Praxis nutzbare Ergebnisse zu verzeichnen waren. 

Ein vierter Komplex wurde von zwei kleineren Arbeitsgruppen sehr erfolgreich behandelt, nämlich "Tools for graphical interaction" und "Dissemination systems and warnings". Diese beiden Gruppen gaben in Norrköping einen sehr informativen Überblick über den derzeitigen Stand der technischen Möglichkeiten, die sich in einem außerordentlich raschen Wandel befinden. Dies bedeutet, daß auch diese beiden Arbeitsgruppen weiter aktiv sein müssen, ebenfalls voraussichtlich im Rahmen von Eumetnet. In den Vorträgen wurden faszinierende, zum Teil bereits operationelle Informationssysteme gezeigt, die es erlauben, von jedem gewünschten Ort aus nahezu alle meteorologischen oder sonstige benötigte Daten, auch in grafischer Form, zu erhalten. Das Internet macht dies möglich. Da COST stark technologisch betont ist, trägt dieser Komplex bedeutend zum positiven Ergebnis bei.

Für den Teilbereich "Konvektive Erscheinungen" wurden hauptsächlich Daten gesammelt, um zu Vergleichszwecken Klimatologien z.B. von Blitzhäufigkeiten, Auftreten von Gewitterclustern usw. zu erhalten. Auch Einzelfälle wurden ausführlich bearbeitet. Lediglich in einem Bereich wurde ver-sucht, direkt Prognosehilfen für den Forecaster zu gewinnen, die in Form von numerischen Hinweisen mehr oder weniger automatisch auf dem Bildschirm der Berarbeiter erscheinen können. Vor allem wegen der sehr unterschiedlichen Computersysteme der einzelnen Wetterdienste entstanden hier meist nur lokal lauffähige Lösungen.

Für den Bereich "Nebel und tiefe Wolken" wurden vor allem Satelliteninformationen zusammengestellt, aber auch statistische Methoden weiter entwickelt, die erfolgversprechend sind. Außerdem wurde die Hilfe der numerischen Modelle für das Nowcasting von Nebel und tiefen Wolken ausgewertet, brachte bisher jedoch keine befriedigenden Ergebnisse.

Zum Thema "Fronten und rasche Zyklogenese" wurden zahlreiche konzeptionelle Modelle (das bekannteste ist das norwegische Frontenmodell, aber auch zahlreiche neuere Modelle, die zum Teil aus Satellitenbildfolgen abgeleitet wurden) ausgewertet, insbesondere um festzustellen, welche Aspekte für die numerische Kurzfrist-Wettervorhersage am besten nutzbar sind. Diese Arbeit wurde gekoppelt mit mehreren anderen Projekten wie MEFFE (Satellite and combined satellite-radar techniques for meteorological forecasting of flood events) und EUROmet, einer hauptsächlich für die Ausbildung entwickelten Zusammenstellung der Nutzungsmöglichkeiten von Satellitendaten, die sowohl im Internet (http://euromet.meteo.fr/) als auch auf CD-ROM vorliegt.

Als wesentlichen Erfolg dieser Aktion sehe ich nicht allein den Gewinn an wissenschaftlicher und technischer Information an, sondern viel mehr die Diskussion, die die Probleme des Nowcasting einem größeren Kreis von Meteorologen bewußt gemacht hat: Diese Phase der Wettervorhersage wird nicht durch numerische Hilfen direkt abgedeckt, denn sie sind selbst bei viermaliger täglicher Rechnung eines Lokal-Modells immer erst nach der 2- bis 3-Stunden-Frist erhältlich, und dann ist der eigentliche Nowcasting-Zeitraum schon vorbei, die Aktualisierung notwendig. 

Derzeit sind nur vereinfachte Modelle und eindimensionale Modelle in der Lage, mit jederzeit neuen Daten auch nahezu jederzeit zu starten. Ansätze dazu gibt es z.B. in den Systemen des britischen (UKMO), französischen (Météo-France) und deutschen (DWD) Wetterdienstes. Im Rahmen der rapide steigenden Rechenkapazität der neueren Computer werden bereits in den nächsten etwa zwei Jahren relativ einfache Workstations, demnächst vielleicht sogar schnelle PCs, die Anforderungen an einen raschen Datendurchsatz für Nowcasting erfüllen können. Forschung und Entwicklung sind derzeit im wesentlichen damit beschäftigt, ihre vorliegenden Erkenntnisse auch technisch umzusetzen. 

Werner Wehry
Institut für Meteorologie
FU Berlin
Carl-Heinrich-Becker-Weg 6-10
12165 Berlin

Top of page



 
EUMETNET Workshop on Forecast Verification

Eins von mindestens 8 Parallel-Programmen zur ECAM'99 gab der neuen EUMETNET Projekt-Gruppe "Prognosenprüfung" Gelegenheit zu ihrem ersten Zusammentreffen.

Dieses Projekt wurde ein Jahr zuvor vom 7. EUMETNET-Rat ins Leben gerufen und stellt derzeit das einzige von ca.15 'Programmen' dar, für welches der DWD verantwortlich zeichnet (Projekt-Manager: Konrad Balzer, VMEA). Die Beratung wurde seit März 1999 per e-mail-Kommunikation (6 Briefe und 2 Fragebogen) vorbereitet.

An der Veranstaltung am Donnerstag, 16.9.99 von 8:30-13 Uhr, nahmen (leider nur) 5 AG-Mitglieder teil, 5 andere ließen sich vertreten, wobei unklar blieb, inwieweit sie mit dem voraufgegangenen Informations- und Diskussionsmaterial vertraut waren. Die restlichen 8 EUMETNET-Mitglieder waren entweder nicht anwesend oder sahen sich bisher noch nicht in der Lage, an diesem Projekt mitzuarbeiten.

Sieben 'interessierte Gäste'  kamen von verschiedenen nationalen Wetterdiensten (nicht nur EUMETNET), dem EZMW, der soeben gegründeten "European Meteorological Society" (EMS)  und vom EUMETNET Office.

Ergebnisse

  • Es wurde Einigkeit über den Gegenstand des Projekts und die Abgrenzung zu anderen Verifikationsaktivitaeten, wie TIPS, EWGLAM, SRNWP,... erzielt, nämlich: Routine-Verifikation aller 'vermarktungsfähigen' End- Vorhersagen lokalen Wetters, unabhängig vom Typ ihrer Gewinnung (synoptisch, DMO, statistisches post-processing,...).
  • Der zuvor erarbeitete und rechtzeitig vorgelegte Entwurf eines Status Reports über den gegenwärtigen Zustand o.a. Routine-Verifikation an den 18 EUMETNET-Wetterdiensten wurde weitgehend akzeptiert. Aus ihm geht u.a. hervor, dass - verglichen mit der Verifikation von NWP-Produkten und automatischer Wettervorhersagen - ein großer Nachholbedarf  besteht hinsichtlich Umfang, Einheitlichkeit und zeitgemäßer Vollständigkeit. Da bisher, wenn überhaupt, die Verifikation von 'Endprodukten' im nationalen Ermessen lag, darf das Ergebnis dieser Inventur nicht sonderlich verwundern.
  • Dass dieses Projekt erst dabei ist, Schritt zu fassen, um auftragsgemäß wirklich voranzukommen, erwies auch die Diskussion bezüglich:
    • einheitliche und Vergleiche ermöglichende Verifikationsmaße und die Verabredung ge-meinsamer Prinzipien, z.B. durchgehende Punktverifikation,
    • Vergleiche zwischen synoptischen und automatischen Vorhersagen, sowie die der Endvorhersagen mit der bestmöglichen, kostenlosen Referenzvorhersage usw.
  • Naturgemäß sind die Harmonisierungsprobleme bei denjenigen Diensten geringer, die erst am Anfang  solcher Aktivitäten stehen; im Gegenteil: sie warten geradezu auf praktikable Empfehlungen bewährter Verifikationsroutinen. Als ausserordentlich hinderlich erweist sich dabei die Tatsache, dass der WMO "Gui-de to Public Weather Services Practices, National Verification Programmes" das Stadium jahrelanger Diskussionen noch nicht abschliessen konnte.
  • Trotz allem will die Projekt-Gruppe, unter Beachtung analoger Bemühungen bei SRNWP, EZMW, EWGLAM u.a., ihre Aktivitäten nicht nur fortsetzen, sondern intensivieren.
  • Dazu gehört auch - wie bei der NWP-Verifikation seit langem üblich - der gegenseitige Austausch von Verifikationsergebnissen, wobei in einer späteren Phase auch an die Einbeziehung von Nicht-EUMETNET-Diensten gedacht wird.
In einem kurzen Vortrag vor dem ECAM-Plenum am Donnerstagabend wurde vor allem an die Leitungen der Nationalen Wetterdienste appelliert, der Verifikation von 'Endprodukten' nicht nur mehr Aufmerksamkeit zu schenken, sondern die Arbeit nationaler Verifikationsgruppen in Gang zu setzen bzw. zu stabilisieren.

Nachtrag: Eine Woche danach beschloss die 9. Ratstagung EUMETNET u.a.:

  • "The Council appreciate the efforts already made by the Working Group and recognise the difficulties of the task. Nervertheless, genera-lising the verification of the quality of end-products is more and more a necessity for all NMSs."
  • "The Council want the Group to continue its work actively, aiming at proposing standard verification procedures."
Konrad Balzer, DWD, Potsdam 

Top of page



 
5. Internationale Zusammenkunft
Geowissenschaftlicher Gesellschaften in Birmingham

Am 25.7.1999 fand während der Tagung der IUGG in Birmingham auf Einladung der American Geophysical Union die 5. Internationale Zusammenkunft Geowissenschaftlicher Gesellschaften statt. Anwesend waren 37 Teilnehmer von 28 Gesellschaften aus 21 Ländern. Sinn dieser Zusammenkünfte ist es, ein regelmäßiges internationales Informationssystem zwischen den verschiedenen Gesellschaften aufzubauen.

Die Tagesordnung umfaßte die Punkte "Ausbau elektronischer Kommunikationswege", "gemeinsame Positionspapiere" und "gemeinsame Aktivitäten". Unabhängig von der konkreten Tagesordnung dient eine solche Zusammenkunft auch dem gegenseitigen Kennenlernen, und dem besseren Verständnis für die speziellen Probleme von Gesellschaften in anderen Ländern.

Gemäß der Vorgabe, daß die Zusammenkunft hauptsächlich der Verbesserung der gegenseitigen Information dienen sollte, nahm der erste Tagesordnungspunkt den breitesten Raum ein. Ganz allgemein stimmten die Teilnehmer darin überein, daß elektronische Medien in Zukunft zu einem äußerst wichtigen Kommunikationsmittel werden, die effektiv genutzt werden können, um die Kommunikation zwischen den einzelnen Organisationen zu intensivieren. Es wurde jedoch auch darauf hingewiesen, daß manche Gesellschaften einen erheblichen Anteil an Mitgliedern haben, die über keinen Internetzugang verfügen. Damit bleibt die Information der Mitglieder in der Verantwortung der einzelnen nationalen Gesellschaften.

Als eine gemeinsame Plattform zur Darstellung nationaler Gesellschaften bietet die AGU eine Internetseite an, auf der die teilnehmenden Organisationen aufgeführt sind, und von der ggf. eine Verbindung zu den Webseiten der einzelnen Organisationen führt (http://earth.agu.org/geosoc/geosoc.html). Dies ist vor allem auch als Hilfe für Gesellschaften in Entwicklungsländern gedacht, die z.T. keine eigene Homepage haben. Auf dieser Seite findet sich auch ein Kalender mit Konferenzen. Die AGU bittet hierzu um Informationen über Veranstaltungen auch regionalen Charakters. Im Hinblick auf die Erstellung eigener Internetseiten wurde mehrfach darauf hingewiesen, daß diese so einfach als möglich gestaltet werden sollten und nach Möglichkeit auf Bilder verzichtet werden soll. Es besteht die Gefahr, daß ansonsten Gesellschaften in Entwicklungsländern, aber auch privaten Nutzern der Zugang erheblich erschwert wird. Auch Berichte von früheren Zusammenkünften finden sich auf der oben genannten Internetseite der AGU. Bezüglich der Tagesordnungspunkte "gemeinsame Positionspapiere" und "gemeinsame Aktivitäten" wurde festgestellt, daß viele Fragestellungen regionalen Charakter haben und damit eher in die Zuständigkeit der einzelnen nationalen Gesellschaften fallen. Des weiteren ist wahrscheinlich bei der Erstellung gemeinsamer Positionspapiere der Abstimmungsaufwand für ein effektives Arbeiten zu groß. Es wurde aber angeregt, daß die nationalen Gesellschaften sich, wenn sie sich zu aktuellen Themen äußern, um Unterstützungsschreiben an die anderen Gesellschaften wenden sollten.

Mein eigener Eindruck ist, daß derartige Veranstaltungen einen sehr guten "Blick über den eigenen Tellerrand" ermöglichen.

Christoph Jacobi, Leipzig
Institut für Meteorologie
Univ. Leipzig
Stephanstr. 3
04103 Leipzig

Top of page



 
StuMeTa 1999 in Köln

Die Fachschaft des Instituts für Meteorologie der Universität zu Köln war dieses Jahr vom 12.5. bis 16.5 Ausrichter der studentischen Meteorologentagung (StuMeTa). Bei dieser Tagung handelt es sich um ein im jährlichen Turnus stattfindenden  Treffen aller interessierten Meteorologiestudenten aus dem deutschsprachigen Raum, das dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch über Studienbedingungen an den verschiedenen Universitäten und den aktuellen Stand der Forschung dienst.

Teilgenommen haben dieses Jahr insgesamt 112 Studenten der Universitäten Berlin, Bann, Frankfurt/Main, Freiburg, Hamburg, Hannover, Innsbruck, Karlsruhe, Kiel, Köln, Leipzig, Mainz und München.

Die diesjährige StuMeTa begann am 12.05. mit einem gemeinsamen Abendessen und anschließendem ungezwungenen Kennenlernen. Am Donnerstag Morgen gab der stellvertretende Institutsleiter des Instituts für Geophysik und Meteorologie, Herr Prof. Kerschgens, einen Überblick über die momentan aktiven Arbeitsgruppen und deren Forschungsergebnisse und Ziele sowie die Partnerschaften und gemeinsamen Projektes unseres Instituts mit anderen Forschungseinrichtungen und Universitäten. Nach dem Mittagessen tagten die Arbeitsgruppen, die dieses Mal folgende Themengebiete abdeckten:

  • Synoptik
  • Meteorologie im Beruf (was kann man als Meteorologe später anfangen)
  • Katastrophenmeteorologie
  • Geschichte der Meteorologie im Krieg
  • Dokumentation der StuMeTa, Bild der Meteorologie in der Öffentlichkeit
  • EuCoMet (Initiierung eines europäischen Meteorologentreffens)
  • Klimadiskussion in den Medien
Der Freitag startete mit Exkursionen zum DWD in Essen, zu Meteofax nach Bochum, zur Erdbebenwarte nach Bensberg und zum Planetarium Köln-Nippes. Der Nachmittag stand den Teilnehmern zur freien Verfügung, um sich auch mit der Gastgeberstadt etwas näher zu beschäftigen.

Am Samstag vormittag gab es eine Vortragsreihe zum Thema Klimaschutz in Verbildung mit dem Einsatz regenerativer Energie,, in der Vorträge von Dr. A. Neumann vom DLR, M. Treber von German Watch" und Dr. N. Allnoch vom "Wirtschaftsforum für regenerative Energien" gehalten wurden. Nachmittags tagten nochmals die Arbeitsgruppen, die dann ihre Ergebnisse im anschließenden Plenum zur allgemeinen Diskussion vorstellten. In diesem Plenum wurde auch der Veranstaltungsort der StuMeTa 2000 festgelegt: die Wahl fiel auf Kiel. 

Mit einer großen gemeinsamen Abschlußparty ging dann die diesjährige StuMeTa in Köln zu Ende.

Top of page



 
Wie wird meteorologische Information der breiten Öffentlichkeit vermittelt

Diese Frage ist immer noch, aber schon lange akut. Auf der Entscheidungsebene sind Meteorologen kaum vertreten. Die Entscheidungsebene wird nur von Journalisten, manchmal sogar mit juristischer Ausbildung beherrscht. In dieser Fernsehgesellschaft tun sich wie fliegende Händler auf dem Jahrmarkt Verkaufsstände auf, die die Met-Information gleichsam wie warme Würstchen anpreisen.

Der gern gebrauchte Vergleich mit medizinischen Informationen ist eben nicht sehr zutreffend. Einmal ist die Ware Wetter eine Wirkungsgröße auf den Menschen, außer bei Sachschäden aber nur so vorbeifliegend ohne sichtbare Spuren, ein andermal nur ein Verlegenheitsgesprächsstoff.

In den Mitteilungen 2/99 hat Prof. Fett mit Recht beklagt, daß durch die Art der Öffentlichkeitsinformation unser Berufsstand -wohl mehr als von früher her gewohnt- als akademischer Berufsstand in Mißkredit gerät und den nötigen Respekt bezüglich gesellschaftlichem Ansehen und akademisch, sehr mathematischer Arbeitsweise verliert.

Hierzu trägt, wie Fett richtig ausführt, die wahllose Mischung von Laienpräsentation und dann wieder in demselben Informationsteil akademischer Präsentation bei. Bezeichnend ist dafür der RTL Fernsehkanal, dessen Met-Information zeitweise von einem gestandenen Doktor präsentiert wird, dann aber wieder in demselben Sendeteil von jungen Damen die außer bemerkenswerter weiblicher Schönheit keine respektable Repräsentanz bezüglich Wetter darstellen.

Noch schlimmer wird dieser Sachverhalt, wenn sich offensichtlich resignierende akademische Meteorologen, gerade auch weiblichen Geschlechts, lässig präsentieren und auf ihre Wortwahl garnicht achtgeben, die sich doch nun für den Zuschauer sichtbar gegenüber den auswendig gelernten Laientexten durch Fachkompetenz auszeichnen sollten.

Wenn man am 23. Juli abends hört: Im Wolkenfeld sind auf dem Satellitenbild Lücken zu erkennen. Das sind Wolkenlücken, dann fällt einem der unter Lehrern verbreitete spöttische Satz ein: Geist ausgekuppelt, Schnauze läuft leer mit.

Damit bedarf es der Mahnung an den akademisch gebildeten vortragenden Meteorologen der besonderen Sorgfalt, durch Darstellung und Wortwahl seine Kompetenz auszuweisen und sich nicht die Regie der Laienvortragenden einzuordnen.

Es ist unwahrscheinlich, daß die einmal gewohnte Mixtur aus vortragenden Akademikern neben nachsprechenden Laien wieder rückgängig oder in geordnete Bahnen gelenkt werden kann. Die gegenüber der Öffentlichkeit diese Mixtur aufbauenden Journalisten sind doch nur Journalisten, die von vielen Lebensdingen eine sehr oberflächliche Ahnung haben aber eine gesellschaftliche Macht darstellen, von der Meteorologen ihrem Ansehen nach nur träumen können.

Um jedoch die Öffentlichkeit akademisch kompetent bedienen zu können, muß der Meteorologe mehr anschauliche Meteorologie und damit mehr anschauliche Physik dazulernen.

Hier sei dafür nur mal ein Beispiel angeführt. Welcher Meteorologe hat mal so oder bewußt das täglich gebrauchte thermodynamische Diagrammpapier studiert, daß er daraus global gültige und im Fernsehen anwendbare Lehren ziehen würde? Im Skew T -log p Diagramm kann man mal die gestrichelt grünen Linien, Sättigungs- Wasserdampfwerte nahe der 1000 hPa Linie/Gramm Wasserdampf pro Kg Luft - verfolgen. Man kann sehen, daß dieses Verhältnis im 90 Grad Temperaturintervall, wie es im Diagramm veranschaulicht ist, zwischen ganz kalter Artikluft und ganz warmer Tropikluft 1:760 beträgt. Man kann für die irdische Atmosphäre ruhig auf 1:800 aufrunden. Dementsprechend ist auch der energetische Umsatz des Wassers bezüglich des Wechsels seiner Aggre-gatzustände in der Atmosphäre. Wo wegen der Kälte wenig Wasserdampf zur Sättigung führt, sind auch die dort angebotenen Energiebeträge aus Strahlung und Wärmeleitung sehr gering. Anders in tropischen Gegenden. Dort steht dem hohen Wasserdampfumsatz auch ein reiches Energieangebot zur Verfügung. Entsprechend solcher Einsicht sollte ein Meteorologe bezüglich Wolken- und Niederschlagsbildung zwischen Sommer und Winter unterscheiden, wiederum bezogen auf den geographischen Raum, den er gerade bespricht.

Er soll nur das im Fernsehen erklären, was jeder Laie auch kann. Er soll fachlich kompetenter erklären. Es könnte sogar sein, daß die Zuschauer soviel Gefallen an der kompetenteren Erklärung finden, daß sie die Journalisten auf der Entscheidungsebene mit Ausschaltquoten boykottieren. Damit kommen die Fernsehleute am ehesten zur Einsicht.

Noch immer ist Kompetenz für sich selbst Werbung, wovon man sich laufend am Umsatz von Fabriken überzeugen kann. Kompetenz hat eigentlich nicht mehr Werbung nötig, als bloß da zu sein (Fleet in being).

Am Schluß noch eine Empfehlung: Als ich mal Jura studierte, gab es erfolgreiche Rechtsanwälte, die an der Universität Vorlesungsaufträge hatten. Sie führten die Studenten in praktische juristische Themen ein.

Sollte man nicht Meteorologen, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig sind, auch mit Vorlesungen über Synoptik an den meteorologischen Instituten beauftragen.

Hans-J. Tanck
Liliencronweg 21
24939 Flensburg

Top of page



 
Durch den Eistunnel in die Eiszeit

Eine seltene Zusammenstellung von Exponaten zum Thema "Eiszeit - Das Abenteuer der Naturbeherrschung" ist seit dem 12.06. bis  bis zum 31.01.2000 (verlängert!) im Römer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim ausgestellt.  Im Rahmen eines fächerübergreifenden Projektes  wird hier facettenreich den Besuchern die Lebens-, Tier- und Pflanzenwelt vorgeführt. Geologische und kli-matologische Aspekte sowie die Auswirkungen auf die Entwicklung des Menschen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Begleitende Medien und multimediale Erfahrungen gewürzt mit wissenschaftlichen Erkenntnissen lassen den Besucher mit vielen Sinnen, quasi hautnah, die Eiszeit nachvollziehen. Schon der Auftakt der Ausstellung hatte es in sich, ein kühler Empfang, nur zu betreten durch einen eisigen Tunnel, bei -12°C und vereisten Wänden. 

Richtungsweisende Funde zur Menschheitsentwicklung vor allem aus Afrika werden am Archäologenpfad zur Ahnengalerie kombiniert, holographische Porträts unserer Vorfahren, plastisch, dreidimensional mit Spezialbrille zu betrachten. Die letzte Eiszeit (Weichseleiszeit vor 115000-11500 Jahren) ist als begehbares Biotop nachgebildet. Der Schutz vor Kälte bestimmte die menschliche Lebensform. Der Wechsel von Kalt- und Warmzeiten ist durch die Kombination menschlicher Siedlungsspuren und Knochenfunde in einer dazu gehörenden Pflanzen- und Tierwelt (auch computergesteuerte lebensechte Modelle), aber auch durch die klimatische Anpassung der Raumtemperatur für den Betrachter spürbar nachzuerleben. Menschliche Behausungen aus dieser Zeit können besucht und die kulturellen Zeugnisse in Nachbildungen der Höhlenmalereien oder in Originalstücken bewundert werden. 

Im "Forum Klima" wird auch  der Einfluß des Menschen auf das Klima diskutiert und Klimaprognosen vorgestellt. Anhand von Computersimulationen können unterschiedliche wissenschaftliche Ansätze nachvollzogen werden. Dem Besucher wird erläutert, daß die Abfolge von Warm- und Kaltzeiten einem noch nicht hinreichend erforschten Zyklus folgt und daß der zivilisatorische Einfluß auf das Klima zu "noch nicht übersehbaren Konsequenzen für die Menschheit und Natur" führen kann. Diese Austellungssektion findet viel Anklang bei den Besuchern und die Plätze vor Bildschirmen sind entsprechend begehrt.

In dem Begleitbuch mit dem Titel der Ausstellung führt F. Schrenk (Hess. Landesmuseeum, Darmstadt) aus: "Die Meinungen über das Klima und seinen Einfluß auf die Menschwerdung sind ...geteilt".  Gegensätzliche Auffassungen von Paläontologen bestehen in der dem Klima zugewiesenen Rolle bei der Evolution des Menschen sowie Tier- und Pflanzenwelt. Letztendlich ist die Frage zu beantworten, ob starke Klimawechsel eher Artenneubildung oder Artensterben hervorrufen. In der modernen Paläoanthropologie spielen zunehmend bei Forschungsansätzen zur Menschheitsentwicklung Klima, Umwelt und Veränderungen im Lebensraum unserer Vorfahren eine Rolle. 

J. Vespermann (Röm.-Pel. Museeum Hildesheim) stellt auf fast 40 Seiten des Begleitmediums "Geologie und Paläontologie des Eiszeitalters" vor. Ausgehend von der Beschreibung der zeitlichen Abfolge der Eiszeiten werden verschiedene Entstehungstheorien  vorgestellt, wobei Namen wie Milankovic, Wilson, Flohn u.a. ins Auge fallen. Es werden die unterschiedlichen Phasen eines glazialen Zyklus umrissen und Methoden sowie Ergebnisse aus der Untersuchung der eiszeitlichen Fauna und Flora vorstellt. 

Eine rundherum gelungene Ausstellung, vor allem in der Kombination der Exponate zu einem engen Themenkomplex. Erfreulich für einen "meteorologischen" Besucher war die ungewöhnliche Herausstellung der klimatischen Aspekte, hierbei insbesondere der Versuch eines spürbaren Erlebens von Klimaänderung, über die übliche Darstellung auf Tafeln oder per Computeranimation bzw. Video hinaus. 

S. Theunert und H. Beckmeier

Top of page



 
Über den Rand des Fachgebiets geblickt:
Nichtmeteorologisches über die Atmosphäre

Wir Meteorologen sollten gelegentlich den Blick über der Rand unseres Faches hinaus aus die Rolle richten, die die Atmosphäre bzw. Luft allgemein in unserer und in anderen Kulturen spielt. Dazu seien einige unvollständige und mehr oder weniger laienhafte Bemerkungen gemacht.

Ordnet man die Luft in die vier altgriechischen Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer ein, so kommt der Luft die Eigenschaft der Unsichtbarkeit zu (Ausnahmen: Nebel, Wolken und Rauch). Räumlich gesehen, befindet sich die Atmosphäre oberhalb der Erd- und Wassersphäre.

Einen ersten Gesichtspunkt mit allgemeiner Bedeutung bilden die "Stockwerke" des Weltbildes. In vielen Kulturen gab bzw. gibt es die Gegenüberstellung von Erde und Himmel. Das Reich der Menschen ist die Erde. Der Himmel ist der Sitz der Götter oder Gottes, zumindest aber von wesentlichen natürlichen oder geistigen Kräften. Zwischen Erde und Himmel befindet sich als Bindeglied der Atmosphäre oder - kurz gesagt - die Luft. Dieses Bindeglied ist von der Erde "abgehoben" bzw. "schwebt über ihr". Das griechische Wort "meteoros", von dem "Meteorologie" abgeleitet ist, bedeutet genau diese Eigenschaft "abgehoben, schwebend".

Die Atmosphäre wird auch zum Träger von Nachrichten zwischen Erde und Himmel. Den Men-schen erreichen vom Himmel wichtige Botschaften. Dabei spielen z.T. die Wolken eine - z.B. verhüllende - Rolle. Für den Menschen selbst bedeutet die Richtung nach oben zugleich Entwicklung zum Wesentlichen, eben zum "Höheren". In den biblischen Geschichte von Kain und Abel dient aufsteigender Rauch als Kontaktaufnahme mit dem Himmel. Die katholische und die orthodoxe Kirche verwenden Weihrauch, die indianische Religion die zeremonielle Pfeife (sogenannte "Friedenspfeife"). Auf ähnlichen Vorstellungen beruhen die buddistischen Gebetsfahnen. Allgemein ist in diesem Zusammenhang der Gedanke der Himmelfahrt zu nennen, den man nicht nur in der Bibel antrifft, sondern später z.B. in der Schlußszene von Goethes "Faust". Die Hauptperson Faust wird zu ihrer Vollendung von der Erde in den Himmel gebracht. So wird ausgedrückt, daß sich jeder Mensch vom Niederen zum Höheren, von der Erde zum Himmel entwickeln soll und dabei Hilfe "von oben" erhält. Negative bzw. versteckte, aber wichtige Inhalte sind gemeint, wenn im Alltag die Redensart "das stinkt zum Himmel" verwendet wird.

Einen zweiten Gesichtspunkt betrifft Himmelboten und Luftgeister. Eine erste Gruppe bilden hier die Vögel. In Mythen und Märchen bringen häufig Vögel dem Menschen wichtige Botschaften, besonders Adler, Falken, Raben, Schwäne und Tauben. Die Vögel benutzen das Trägermedium Luft. Als Beispiel sei aus dem "Ring der Nibelungen" von Richard Wagner das Waldvöglein genannt, das wichtige Nachrichten für die Hauptfigur Siegfried mitteilt. Auch vom "Geraun der Raben" ist später die Rede.

Von Luftgeistern wird in vielen literarischen Quellen berichtet. Ein Beispiel sind die Feen, die meistens gute Nachrichten überbringen. Dagegen sind Zwerge Erdgeister, Nymphen und Nixen Was-sergeister. Ferner sind das wilde Heer, die wilde Jagd und Windsbräute zu nennen. Äolos ist bei den alten Griechen der Gott der Winde. Den verschiedenen Windrichtungen entsprechen spezifische göttliche Qualitäten. Der Götterbote Hermes bringt ebenfalls Nachrichten für den Menschen über das Trägermedium Luft. Zur Lektüre empfohlen wird eine neue Sammlung von "Luftmärchen" /1/.

Eine große Rolle spielen die Engel, die es in den meisten Religionen gibt. Die biblischen Engel tre-ten im allgemeinen ohne Flügel auf und sind männlich, in späterer Zeit erfolgt eine Transformation zu weiblichen und kindlichen Flügelwesen. In diesem Zusammenhang ist es interessant, daß in der Gegenwart die Rede von Engeln auf viel mehr Interesse stößt als vor 20 oder 30 Jahren. Eine reichhaltige Literatur über Engel ist in den letzten Jahren entstanden.

Ein dritter Gedankenkreis bewegt sich um die Luft als Zeichen des Lebens. Dies geschieht im Zu-sammenhang mit bewegter Luft als Atem. Was atmet, lebt. Am Anfang der Bibel bläst Gott dem Menschen den Lebenshauch ein. Es ist kennzeichnend, daß in ganz verschiedenen Kulturen Worte existieren, die eine Doppelbedeutung einmal im Sinne von "Hauch, Luftbewegung" und zum anderen im Sinne von "Lebenskraft" haben. Dazu gehören das lateinische Wort spiritus, das griechische pneuma, das indische prana und das chinesische chi. Infolge ihrer doppelten Bedeutung sind diese Begriffe kaum ins Deutsche übersetzbar. Der Physiker Capra deutet z.B. das chinesische "chi" als das Prinzip des Fließens in der Natur, um die beiden Bedeutungen annähernd zusammenzufassen /2/.

Ein weites Feld stellt die Atemkunst dar. Die Atmung verläuft nicht als zweiteiliger, sondern als dreiteiliger Rhytmus. Zwischen Ausatmung und Einatmung liegt die Atempause. Die Atempause ist besonders wichtig zur Entspannung, zur Meditation, zum Gewinnen tieferer Einsichten. In der orthodoxen Kirche wird der Atemrhytmus beim Gebet verwendet, z.B. entspricht die Einatmung ei-nem Impuls von Gott zum Menschen, die Ausatmung dem umgekehrten Impuls als Antwort des Menschen an Gott. Es gibt dafür auch feste Gebetsformeln. Duftatmung ist eine besonders entspannte Form der Einatmung, die in der Atemtheraphie genutzt wird. Die Aromatheraphie verwendet Duftstoffe.

Auf die Beziehungen zur bildenden Kunst sei nicht weiter eingegangen, da kürzlich ein sehr informatives Buch zu dieser Thematik erschien /3/. Haufenwolken werden z.B. für dramatische Abläufe und zur räumlichen Bildgestaltung, Schichtwolken für melancholische Stimmungen usw. benutzt. In diesem Zusammenhang sei auch auf Goethes Wolkenstudien verwiesen, die über das Naturwissenschaftliche hinausgehen.

Aus dem Bereich der Musik sollen stellvertretend nur drei Beispiele von Werken mit starkem Bezug zur Atmosphäre genannt werden: "Die Jahreszeiten" von Haydn, die "Alpensinfonie" von R. Strauß, das moderne Orchesterwerk "Atmopheres" des ungarischen Komponisten Ligeti.

Es gibt auch Beispiele aus dem Bereich des Schauspiels: die "Wolken" von Aristophanes, der "Sturm" von Shakespeares. R. Geiger schlägt eine Brücke von der Meteorologie zur Bildersprache Shakespeares /4/. Über das Wetter in der Literatur des 19. Jahrhunderts liegt eine besondere Untersuchung vor /5/.

Noch weitere Lebensbereiche seien kurz erwähnt. Für viele Menschen spielen Flugwünsche, Flugphantasien und Flugträume eine Rolle. Der Fliegende löst sich von der Erde und ist dem Himmel ein Stück näher. Im Ansatz zeigt sich das schon im Begriff "Luftsprung". Wenn jedoch das Abheben von der Erde in einseitiger und übertriebenes Form erfolgt, wird der Mensch zum "Luftikus" und "Hans-guck-in-die-Luft".

Als Kuriosum möge an lufthaltige Nahrungsmittel wie Schlagsahne, Windbeutel, Luftschokolade usw. erinnert werden. Gashaltige Getränke sind Sekt und karboniertes Mineralwasser.

Das Luftkissen, als Sitz auf harter Unterlage verwendet, mildert Stöße, obgleich eigentlich "gar nichts drin" ist. Als sogenannter airbag im Auto kann es lebensrettende Funktion haben. Nur als Stichwort erwähnt seien noch das Luftkissenfahrzeug und natürlich die Luftfahrt überhaupt.

Literatur

1. Stamer, B.: Märchen von der Luft. Fischer Taschenbuch Verlag 1998
2. Capra, F.: Das neue Denken. Deutsch.Taschenb. Verlag, Sachbuch,92
3. Wehry, W. und F. J. Ossing: Wolken-Malerei-Klima, DMG 1997
4. Geiger, R. : Das Wetter in der Bildersprache Shakespeares. Bayer. Akad. d. Wiss, math.-nat. Klasse, Sitzungsberichte 1961
5. Delius, F.C.: Der Held und sein Wetter: ein Kunstmittel und sein ideologischer Gebrauch im Roman des bürgerlichen Realismus. Hanser-V. München 1971

G. Flemming
Dorfhainer Str. 6
01189 Dresden

Top of page

Stand: 30.11.1999 - S. Theunert, A. Spekat