Mitteilungen der DMG

Heft 3/2000 (Auszüge)


Schwerpunktthema: Alpine Metorologie

Titelbild: 
"Gletscherhöhle am Vernagtferner"
(mit freundlicher Genehmigung der Kommission für Glaziologie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften)
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Inhaltsverzeichnis (durch Anklicken eines Artikels kommen Sie direkt dorthin)
Einleitungswort des DMG-Vorsitzenden zum Schwerpunktthema Alpine Meteorologie
Zur Gründungsgeschichte der Hochstation auf der Zugspitze
100 Jahre Wetterbeobachtung auf der Zugspitze
Der Beitrag von Bergobservatorien zur"World Weather Watch"und zur "Global Atmosphere Watch" am Beispiel von Zugspitze und Hohenpeißenberg
Forschung der Kommission für Glaziologie in der Zugspitzregion
Mesoscale Alpine Programme - Special Observing Period. Ein Überblick
ZV Rheinland: Exkursion zum Solardreieck Gelsenkirchen-Herne
ZV Berlin und Brandenburg: Ehrenkolloquium für Prof. Dr. Jens Taubenheim
Qualifizierte Wetterberatung durch unsere Mitglieder
Auswirkung menschlichen Handelns auf das Klima - ein EXPO-Projekt in Hamburg
Studentische Meteorologentagung 2000 in Kiel
Das Deutsche Meteorologische Rechenzentrum (DMRZ)
Redaktionelle Bemerkungen zur neuen Rechtschreibung
Lothar - die Weihnachtsüberraschung
METLIS goes Internet!
Nachruf A. Eliassen
Neues von der Meteorologischen Zeitschrift


Einleitungswort des DMG-Vorsitzenden zum Schwerpunktthema Alpine Meteorologie

Liebe Mitglieder, 

Am 19. Juli 1900 wurde von der gerade erbauten meteorologischen Hochstation auf der Zugspitze die erste Wettermeldung abgesetzt. Dieses Jubiläum war Anlass für verschiedene Veranstaltungen des Deutschen Wetterdienstes, des DMG Fachausschusses "Geschichte der Meteorologie" und anderer Organisationen. Sie machten damit der Öffentlichkeit bewusst, welch wichtige Rolle nicht nur aus touristischer, sondern auch aus wissenschaftlicher Sicht solche Observatorien spielen. 

Die Deutsche Bundespost hat anlässlich des Jubiläums eine Briefmarke herausgegeben:

Vor 100 Jahren hatte der Beschluss, auf den Bergen Beobachtungsstationen einzurichten zur Folge, dass allen Beteiligten eine immense Aufgabe gestellt wurde und erhebliche finanzielle, logistische und technische Probleme entstanden. Wieso überhaupt nehmen Forscher solche Strapazen auf sich? Nun, es ist unstrittig, dass auf Bergen in exponierter Lage viele Erscheinungen der Atmosphäre besser als anderswo erkannt, gemessen, beobachtet und dokumentiert werden können.

Aber die Aktivitäten der Meteorologen im Alpenraum haben nicht nur eine historische Dimension; seit 1994 gibt es MAP (Mesoscale Alpine Programme); es handelt sich dabei um ein internationales Forschungsprogramm, welches sich mit atmosphärischen Erscheinungen in dieser Region beschäftigt. Das Verstehen von Prozessen wie dem Föhn oder der Hydrologie im steilen Gelände liefert Erkenntnisse über die Besonderheiten der Atmosphäre in den Bergen allgemein - nicht nur in den Alpen.

Das Thema "Alpine Meteorologie" ist so bedeutend und so umfangreich, dass Sie in diesem und dem nächsten Heft der DMG-Mitteilungen Beiträge dazu finden werden. Damit setzen die Herausgeber ihre Reihe von Schwerpunktthemen fort. Sie werden Beiträge zu den Observatorien und ihrer Bedeutung für die Meteorologie finden; dazu kommen Texte, die anlässlich einer Fortbildungsveranstaltung des Zweigvereins München und der Österreichischen Gesellschaft für Meteorologie am 5. Mai 2000 im Schneefernerhaus auf der Zugspitze entstanden, abgerundet von Einblicken in das Mescoscale Alpine Programme. 

15. August 2000
Werner Wehry, Vorsitzender
 

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Zur Gründungsgeschichte der Hochstation auf der Zugspitze

Dieser Beitrag basiert auf einem Vortrag, der während der 2. Tagung des FAGEM in Garmisch-Partenkirchen (19.-20.7.2000) gehalten wurde. Eine ausführliche Darstellung ist bereits zum Druck für die Meteorologische Zeitschrift angenommen worden und wird dort voraussichtlich im Dezemberheft 2000 erscheinen.

Zwei verschiedene Entwicklungsstränge führten zur Gründung der Wetterstation auf der Zugspitze. Zunächst wurde 1873 während des 1. Internationalen Meteorologen-Kongresses in Wien angeregt, umfangreiche Beobachtungen sowohl von isolierten Berggipfeln als auch mit Fesselballonen durchzuführen. Die vom Kongreß verabschiedete Empfehlung blieb bezüglich der Bergstationen leider ohne Konsequenzen. Deshalb wurde das Thema fünf Jahre später, während des 2. Internationalen Meteorologen-Kongresses in Rom (1879), wieder aufgegriffen und die Einrichtung von Bergobservatorien empfohlen, "deren Beobachtungen in extenso veröffentlicht würden, damit sie allen Meteorologen zur Verfügung ständen und zur Beleuchtung späterhin entstehender wissenschaftlicher Aufgaben verwendet werden könnten." Dies führte schließlich zum Bau der Observatorien auf dem Säntis in den Westalpen in 2500 m Höhe (eröffnet 1882) und auf dem Hohen Sonnblick in den Ostalpen in 3106 m Höhe (eröffnet 1886).
 

Abb.1: Der meteorologische Turm auf der Zugspitze (1900)

In dieser Zeit hatte der Bergsport in Süddeutschland erheblich zugenommen und einen Bedarf an Wetterinformationen von einer zentralen Stelle in den deutschen Alpen hervorgerufen, die von den Observatorien auf dem Säntis und dem rund 250 km östlich gelegenen Hohen Sonnblick nicht geliefert werden konnten. Auch die Wetterhütten auf dem Wendelstein (seit 1883) und dem Hirschberg (seit 1890) in den bayerischen Alpen waren nur bedingt nützlich, da sie von den Hüttenwirten je nach Gastbetrieb nur nebenbei betreut wurden.

Um diesen Mangel an meteorologischen Informationen zu beheben, regte die Sektion München des Deutschen und Österreichischen Alpen-Vereins (DÖAV) 1894 den Bau einer Wetterstation auf der Zugspitze in 2962 m Höhe an, als sie das "Münchener Haus" als Unterkunftshaus auf dem Zugspitzgipfel plante. Es wurden schon alle notwendigen Vorbereitungen getroffen - u.a. wurde durch Sprengmaßnahmen auf dem Grat zwischen West- und Ostgipfel der Bauplatz geschafft - um später an der Südwestseite des Münchener Hauses einen meteorologischen Turm anbauen zu können. 
Zur Sicherstellung der Finanzierung wurden von Fachleuten Gutachten zu Gunsten der Wetterstation eingeholt. Wilhelm von Bezold (1837-1907), Direktor des Preußischen Meteorologischen Instituts, betonte in seiner Expertise, daß "die Verwirklichung dieses Planes ebensowohl dem Vaterlande zur Ehre als der Wissenschaft zu hohem Gewinne gereichen wird." Insbesondere wurden wichtige Vergleichsdaten für die wissenschaftlichen Ballonfahrten in München erwartet. Fritz Erk (1857-1909), Direktor der Meteorologischen Centralstation in München, unterstrich die Bedeutung der Station, indem er "einen wissenschaftlichen Beobachter für die wissenschaftliche Aufgabe" einforderte.

Als schließlich der Entwurf von Adolf Wenz, dem Erbauer des Münchener Hauses, und der endgültige Kostenplan vorlagen, wurde am 29.7.1898 der Bau der Wetterstation und seine Grundeinrichtung genehmigt. In der kommenden Finanzperiode sagte die bayerische Regierung 12.000 M für den Bau zu. Auch sollten zusätzlich 6.000 M für den jährlichen Betrieb bereitgestellt werden, wodurch die feste Anstellung eines wissenschaftlichen Beobachters gesichert war. Der DÖAV übernahm die restlichen 8.000 M. Wie schon bei der Planung des Münchener Hauses gab es auch im Zusammenhang mit der Wetterstation kritische Stimmen. Der Nürnberger Anzeiger vom 27.11.1898 berichtete, daß zahlreiche Alpenfreunde das Geld für den Stationsbau lieber in die Erweiterung der Wegeanlagen investieren würden. Zudem könnte man auch den Publikationen der meteorologischen Stationen entnehmen, daß "die praktischen Ergebnisse der modernen Meteorologie noch recht problematisch sind und gerade die Errichtung der sog. "Hoch"-Stationen für die Wetterprognose betrübend wenig Erfolge aufweist. ... Man verwende also das Geld für solche Zwecke, welche der Allgemeinheit mehr zu Gute kommen, als die rein akademischen Publikationen unserer meteorologischen Institute." Die dem Alpenverein wohlgesonnene Augsburger Abendzeitung vom 29.11.1898 hob jedoch hervor: "Auch vom vaterländischen Standpunkt aus ist es wünschenswert, daß die höchste Spitze Bayerns und des Deutschen Reiches mit dieser Hochstation versehen wird; andernfalls müßte eine solche im österreichischen Alpengebiet errichtet werden."
 

Abb. 2: Arbeitsplatz und Telefonanlage (rechts) in meteorologischen Turm auf der Zugspitze (1911)

Im Winter 1898 startete der Materialtransport auf die Zugspitze. Wetterbedingt konnte der Bau allerdings erst Mitte Juli 1899 beginnen. Am 8.11.1899 wurde das Richtfest des Turmes mit der Grundfläche von 4 x 4 m² und der Höhe von 9 m gefeiert. Dank der gemeinsamen Bestrebungen konnten die Meteorologen und die Münchener Alpinisten schließlich am 19.7.1900 die Hochstation auf der Zugspitze einweihen. In einem feierlichen Akt übergab der Präsident des DÖAV Wilhelm Burkhard die Wetterstation dem Vertreter des bayerischen Kultusministeriums, der sie im Namen Seiner königlichen Hoheit des Prinzregenten Luitpold von Bayern an die königli-che Meteorologische Centralstation in München zur weiteren Nutzung angliederte. Erster Beobachter und einsamer Überwinterer auf der Zugspitze wurde der Meteorologe Josef Enzensperger (1873-1903), der in Bergsteigerkreisen als hervorragender Alpinist bekannt war. Der Vertrag vom 8. Juli 1900 legte u.a. fest: "§ 3 ... Wird die staatliche Hochstation aufgegeben, so fällt der Turm an die Alpenvereins-Sektion München zur freien Verfügung zurück, wobei Entschädigungen für die in der Zwischenzeit gemachten Aufwendungen nicht stattfinden. Die von dem Staate beschaffte Einrichtung verbleibt dem Staate und kann von demselben aus dem Turm entfernt werden." Die Sektion München konnte sich über ihren Erfolg freuen, als die neue Station als "glänzender Appendix" des Münchener Hauses gefeiert wurde. Damit hatte die Bewegung des Alpinismus Ende des 19. Jahrhunderts einen wichtigen Beitrag für die meteorologische Wissenschaft geleistet.

Weiterführende Literatur

Der gesamte Artikel mit allen Abbildungen ist über http://www.met.fu-berlin.de/dmg/dmg_home/fagem/observatorien2000.html
verfügbar.

Alpen-Vereins Section München (Hrsg.), 1900: Geschichte der 
Alpenvereinssection München. München. Verlag der Alpenvereinssection München.

Burkhard, W., 1900: Das Observatorium auf der Zugspitze. Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpen-Vereins. S. 1-7;

Dreyer, A., 1909: Der Alpinismus und der Deutsch-Österreichische Alpenverein. Seine Entwicklung - Seine Bedeutung. - Marqardt & Co., Berlin, 200 S.

Enzensperger, J.J., 1901: Sieben Monate auf der Zugspitze. - Das Wetter, 18, 66-71.

Erk, F., 1898: Ein meteorologisches Observatorium auf der Zugspitze. Mitteilungen des Deutschen und Österreichischen Alpen-Vereins. S. 121-123, S. 133-136.

Erk, F., 1899: Die wichtigsten Bergobservatorien. - Ztschr. des DÖAV, 28-42.

Lüdecke, C., 1996, Initiation of high mountain observatories by the German and Austrian Alpine Club - For example the Zugspitz Observatory, 2963 m. 24th International Conference on Alpine Meteorology, ICAM 1996, Bled Slovenia, September 9th -13th 1996, proceedings, 22-28.

Mitteilungen des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, Jahrgang 1890 bis 1900.

Stade, H., 1901: Die meteorologische Hochstation Zugspitze. - Das Wetter, Bd. 18, S. 226-231.

Wege, K., 2000: Die Geschichte der Wetterstation Zugspitze. Offenbach am Main: Selbstverlag des Deutschen Wetterdienstes. S. 1-64.

Cornelia Lüdecke
Institut für Geschichte der Naturwissenschaften
Museeumsinsel 1
80538 München
C.Luedecke@lrz.uni-muenchen.de

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100 Jahre Wetterbeobachtung auf der Zugspitze 

Auszüge aus dem Festvortrag zum Zugspitzjubiläum am 19.07.2000

Ich freue mich, dass ich nach fast 1/2 Jahrhundert noch einmal ein erlesenes Auditorium begrüßen darf. Wir erleben heute, dass ein meteorologisches Jahrhundertereignis zum  Glück nicht immer eine Wetterkatastrophe bedeuten muss.  Das Werdenfelser Tal ist diesbezüglich ja ein nicht gerade gebranntes, aber bei der Jahrhundert-Überschwemmung letztes Jahr gebadetes Kind!

Vor 25 Jahren hielt sich die Feier in bescheidenem Rahmen ohne Gipfelbesuch. Vor 50 Jahren war sie eines der ersten größeren Wiedersehensfeste von Meteorologen aus dem Alpenraum nach dem Krieg.  Mein Vater als damaliger Veranstalter und Präsident des Deutschen Wetterdienstes (noch mit dem Nachnamen "in der US-Zone") hatte erstmalig das Schneefernerhaus für die Feier freibekommen, zum Erstaunen der Garmischer. Dazu ein kleiner Ausflug in die große Politik: Das Schneefernerhaus war Militärgelände und streng abgeschirmt.  Nicht lange vor der Feier war die Luftbrücke Berlin zu Ende gegangen.  Zwischen Wetterdienst und US-Militärbehörden war dabei eine fast freundschaftliche Zusammenarbeit entstanden. 

Bei den Millionen von Menschen, die inzwischen den Zugspitz-Gipfel beglückt haben, sollten wir vor allem des Erstbesteigers gedenken. Leutnant Josef Naus erreichte am 27.08.1820 im Auftrag des "Königlich Bayerischen Vermessungsamts" als erster den Gipfel.  Mont Blanc und Großglockner waren längst erstiegen.  Die Zugspitze hatte es also schon etwas in sich! 

Von den Beobachtern der letzten 100 Jahre will ich nur zwei nennen. Der erste ist Josef Enzensperger, der im Winter 1900/1901 als 1. Beobachter viele Monate abgeschnitten von der Welt mit seinem Hund auf dem Gipfel lebte. Enzensperger verband wissenschaftliche Neugier mit bergsteigerischer Begeisterung und entwickelte die Grundlagen für Arbeit und Existenz an so exponierter Stelle. Seine Nachfolger mussten noch lange in ähnlicher Form wie er weiterarbeiten. Erst der Bau der Tiroler Zugspitz-Seilbahn 1926 und vier Jahre später der Zahnradbahn auf bayerischer Seite erleichterten das Leben.

Der zweite ist der mit uns feiernde Joachim Küttner.  Im August 1945 setzte er die von wenig bedarften GI's ruinierte Station mühsam wieder in Gang und entwickelte sie über mehrere Jahre zu einem renommierten Observatorium. 

Einen weiteren Namen muss ich noch nennen.  Er blieb fast von Anfang an und über Jahrzehnte mit der Wetterstation verbunden. Es ist der langjährige Ordinarius des Münchner Meteorologischen Instituts Geheimrat August Schmauß. 

Meine Beziehungen zu unserer Jubilarin begannen zwischen 1946-50 beim damaligen Münchner Wetterdienst mit vielen Vertretungswochen. 1954 kam ich von der Frankfurter Analysenzentrale hierher um die Leitung zu übernehmen. Unsere Anfangsprobleme sind heute schwer vorstellbar.  Vom Essen reden wir nicht.  Bei Schneesturm waren auch die Räume voller feinster Eiskristalle.  Die Wände und Fenster waren undicht.  Schwere Wasserkannen mussten über Schneewechten geschleppt werden.  Bekleidung hatte ich aus übrig gebliebenen Teilen der Ausrüstung meines Vaters von der Zeppelin-Arktisexpedition 1931.  Heute hängt diese etwas abgenutzt im Zeppelinmuseum bei Frankfurt. 1954 konnte ich auch Umbauten und Sanierungen veranlassen. Wände und Fenster wurden abgedichtet und einige wirklich gravierende Mängel behoben. 

Was war der Sinn von Bergobservatorien, was ist er heute noch?  Die Einrichtung solcher Stationen wurde schon 1873 in Wien auf der ersten Tagung der neugegründeten Internationalen Meteorologischen Organisation (IMO) beschlossen. Vor reichlich 100 Jahren hatte man nur mit Ballonen und Drachen "Nadelstiche" in die freie Atmosphäre machen können.  Kontinuierliche Daten fehlten.  Der erste Schwerpunkt lag in der Erforschung der 3. Dimension, bis 3000 m noch sehr bescheiden. Drei feste Beobachtungszeiten pro Tag waren vorgeschrieben, die sogenannten "Mannheimer Stunden" 7, 14 und 21 Uhr Ortszeit.

Als ein zweiter Schwerpunkt entwickelte sich die Einbeziehung der Berg-Wetterstationen in ein Beobachtungsnetz für Zwecke der Wetteranalyse und Vorhersage.  Das Meldesoll wuchs, musste sich der Weltzeit anpassen.  Damit wuchs auch die Zahl der Beobachter.

Wie sieht es heute aus?  Schwerpunkte sind Physik und Chemie der Atmosphäre geworden. Diese zeigen sich in der Kombination Zugspitze/ Hohenpeißenberg zu einer der 22 Globalstationen für Umweltforschung.  Dazu kommen die hochmodernen Einrichtungen des Fraunhofer-Instituts. 

Es hat Zeitabschnitte gegeben, da eine Phase die andere scheinbar abgelöst hat.  Aber mit der Entwicklung der Modellphysik haben die 3. Dimension, also die heutige Grenzschicht, und die räumliche und zeitliche Verdichtung der Beobachtungen neue Bedeutung gewonnen.  Der Alpenraum ist das mit Wetterbeobachtungen am dichtesten überdeckte Gebirge der Erde. Auch im Zeitalter der Satellitenmeteorologie haben Bergbeobachtungen ihren Sinn nicht verloren.  Der Satellit betrachtet die Erde aus sehr großer Höhe. Flächenmessungen der Satelliten müssen durch Punktmessungen und Referenzdaten in Bodennähe ergänzt werden, auch wenn die "Pixel" immer kleiner werden.

Noch etwas wichtiges gilt für unsere Jubilarin: 100 Jahre regelmäßige Beobachtungen an einer im Umfeld wenig geänderten Station haben ein ungeheuer wertvolles Beobachtungsmaterial zur Klimaforschung geschaffen.  Es gibt nur wenige solche Säkularstationen mit gleichem Datenmaterial. Die Klimareihe setzt sich aus hunderttausenden von Beobachtungen zusammen.  Neben ihrem Wert bedeutet dies auch eine große Verantwortung.  Wichtig ist ihre Bewahrung und Auswertung, vor allem aber ihre Fortführung unter Erhaltung vergleichbarer Bedingungen. 

Rückblickend auf die vielen Beiträge zur Wissenschaft, die diese Station geleistet hat, müssen wir der Arbeit der weit über 100 Beobachter dankbar gedenken, dazu aber auch der daran beteiligten staatlichen und privaten Institutionen. 

Zum Abschluss seines Festvortrages dankt der Redner u.a. dem Aditorium und wünscht "dem Geburtstagskind eine glückliche Zukunft".

Die Langfassung des Artikels ist unter
http://www.met.fu-berlin.de/dmg/dmg_home/fagem/o2000_weickmann_long.html
verfügbar.

Ludwig Weickmann 
Giselastr. 7
82319 Starnberg

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Der Beitrag von Bergobservatorien zur"World Weather Watch"und zur "Global Atmosphere Watch" am Beispiel von Zugspitze und Hohenpeißenberg 

Zusammenfassung des Vortrags auf  der Tagung des FA Geschichte der Meteorologie der DMG anlässlich der 100-Jahr-Feier der Wetterstation Zugspitze am 19./20. 2000 in Garmisch-Partenkirchen

Als mit Beginn des Jahres 1781 von dem Mannheimer Hofkaplan Jakob Hemmer im Rahmen der Societas Meteorologica Palatina das erste internationale meteorologische Beobachtungsnetz aufgebaut wurde, war auch der Hohenpeißenberg unter den 39 Stationen diese Netzes. Nach dessen Zusammenbruch 1795 konnte unter widrigsten Umständen und nur mit größtem Enthusiasmus seitens der Pfarrer und Lehrer auf dem Berg, die die Beobachtungen durchführten, die Station aufrecht erhalten werden. Sie war nahezu 100 Jahre lang die einzige Bergstation auf der Erde. Der Augustiner Chorherr Albin Schwaiger veröffentlichte 1792 die erste Klimatologie "Versuch einer meteorologischen Beschreibung des hohen Peißenbergs", die den Zeitraum 1781-1791 umfasste. Eine zweite Klimatologie erschien 1981 (1781-1980) (Aniol).

Neben den rein meteorologischen Messungen, die nach heutigem Sprachgebrauch der "World Weather Watch " (WWW) zuzuordnen sind, wurden auch phänologische und erdmagnetische Beobachtungen durchgeführt. Anfang 1950 wurde der Hohenpeißenberg Observatorium und erhielt damit Aufgaben über den reinen Beobachtungsdienst hinaus. Der Schwerpunkt der Mess- und Forschungsarbeiten wurden Strahlungsuntersuchungen und geländeklimatologische Arbeiten. Zu erwähnen sei die Entwicklung eines Nebelfängers zur Erfassung des Ne-belniederschlags.  Weiter aufzuführen ist die Messung  des Wassergehalts von Schneedecken, die  Aufnahme von Schneedichteprofilen, Arbeiten  zum Wärme- und Wasserhaushalt sowie die Erfassung und Darstellung von Schneekristallen (Wege 1996). Dies alles ist neben den kontinuierlich fortgeführten meteorologischen Beobachtungen dem Bereich WWW zuzuordnen. Dies gilt natürlich auch für die später aufgenommenen Arbeiten zum Einsatz von Wetterradargeräten, die als Hilfsmittel für den Vorhersagemeteorologen und zur flächendeckenden Bestimmung des Niederschlags dienen. Diese Arbeiten schlossen den Aufbau des Radarverbunds im Deutschen Wetterdienst ein.

Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts wurde das Interesse für die freie Atmosphäre immer größer, und es wurden zahlreiche Bergstationen gegründet, darunter die Zugspitze im Jahr 1900. 

Einer der Initiatoren der Hochstation, Fritz Erk, hatte durchgesetzt, dass sie mit Wissenschaftlern besetzt wurde, die jeweils überwintern mussten, da es bis 1926 keine Bergbahnen gab und die Zugspitze im langen Winter praktisch nicht zugänglich war. Wissenschaftler auf der Zugspitze, das konnte bis 1964 durchgehalten werden und hat sich sehr bezahlt gemacht, wie die vielen Veröffentlichungen und zahlreichen Doktorarbeiten aus dieser Zeit zeigen. - Viele Anregungen gegeben und viel mit Zugspitzdaten gearbeitet hat August Schmauß, von 1910 bis 1934 Leiter der Münchner Meteorologischen Centralanstalt (ab 1917 Bayerische Landeswetterwarte genannt) und damit Leiter des Bayerischen Landeswetterdienstes und von 1922 bis 1948 Ordinarius des Münchner Meteorologischen Instituts.

Schmauß bestimmte die vertikalen Temperaturgradienten zwischen Hohenpeißenberg und Zugspitze, die Temperaturdifferenzen zwischen Berg und freier Atmosphäre mittels der Münchner Registrierballonaufstiege und versuchte mit Erfolg, die Zugspitzdaten direkt für die Wetterprognose zu nutzen. Ein besonderes Anliegen waren ihm die Singularitäten (Schmauß 1907,1908, 1909, 1930, 1931).

Sehr mit der Zugspitze verbunden ist Joachim Kuettner, der die Station nach dem Kriege 1945 wieder aufbaute und 3 Jahre dort wirkte. In diesen 3 Jahren veröffentlichte er 17 Arbeiten, die Messprobleme auf Bergstationen, elektrische und meteorologische Vorgänge bei Gewittern, den Gletscherrückgang 1947, periodische Luftlawinen, aber auch den Segelflug in Aufwindstraßen und die Flugtechnik von Hochgebirgsvögeln, nur um einiges zu nennen, behandeln (Kuettner 1947, 1948, 1949a, 1949b, 1949c). 
Das Messprogramm auf der Zugspitze beschränkte sich in diesen 100 Jahren nicht nur auf die gängigen meteorologischen Parameter, sondern es kamen zusätzliche Messungen, allerdings zum Teil zeitlich beschränkt, hinzu: Strahlungsmessungen, Messungen der Refraktion und atmosphärischen Polarisation, der Himmelshelligkeit, luftelektrische Messungen und anderes mehr. - Die Beobachter führten viele Forschungsarbeiten durch, die nicht alle aufgezählt werden können. Breiten Raum nahmen Arbeiten zum Unterschied zwischen Berg - freie Atmosphäre ein. Zierl untersuchte 1919 die Licht- und Trübungsverhältnisse auf der Zugspitze und in Mittenwald. Lautner macht von 1924 bis 1928 insgesamt 3 Jahre lang luftelektrische Messungen und Messungen der durchdringenden Strahlung (Lautner 1928).

Bereits 1912 bestanden Pläne, vom Eibsee eine Seilbahn zum Gipfel zu errichten. Vergeblich regte Schmauß (1912) an, die geplante Seilbahn für meteorologische Messungen zu nutzen. Später wurde der Gedanke wieder aufgegriffen und 1927/28 an 428 Betriebstagen von Büdel verwirklicht, die Hangatmosphäre eingehend erkundet und der Unterschied zur freien Atmosphäre mittels Serienaufstiegen bestimmt. 

Lipp (1928) und Agricola (1936) befassten sich in den 20er und 30er Jahren mit Strahlungsmessungen. Dies war besonders bedeutsam, da sich damals in 3000 m Höhe kein Strahlungsobservatorium befand (Davos liegt in 1560 m und Arosa in 1810 m Höhe). Abbot in Washington, Angström in Stockholm und Defant in Innsbruck unterstützten die Untersuchungen meßtechnisch.

Egersdörfer führte 1929 harmonische Analysen des Luftdruckgangs durch. Etwa zur gleichen Zeit  maß Schmid (1932) die Abkühlungsgröße auf der Zugspitze und stellte die Beziehung zum Wettergeschehen dar. 

Von den Zugspitzdaten sind zwei Klimatologien erschienen, die erste 1913 von Huber, die den Zeitraum 1901 -1910 umfasste, die zweite 1950 von Hauer mit den Daten 1900-1950. Es ist zu hoffen, dass der Wetterdienst nach 100 Jahren eine weitere Klimatologie herausbringen kann! Eine Abbildung aus neuerer Zeit (Abb. 1 NB: Sie können sich eine vergrößterte Version dieses Bildes anzeigen lassen wenn sie in die Abbildungsfläche klicken) stellt die maximalen Schneehöhen jeweils eines Winters auf dem Zugspitzblatt seit 1911 dar. Sie liegen zwischen 200 und 830 cm. 6 m wurden zwischen 1937 und 1981 öfters überschritten. Die maximale Schneehöhe ist vorzugsweise im April vorhanden.

All diese Arbeiten sind wohl der WWW zuzuordnen, wenn sie auch für die "Global Atmosphere Watch" (GAW) interessant sind. So wird auch auf den GAW-Stationen ein volles meteorologisches Messprogramm gefordert.

Nun zurück zum Hohenpeißenberg! Was ist hier bezüglich GAW zu sagen: Helmut Weickmann, der 1947 bis 1949 auf dem Berg arbeitete, führte erste sporadische Ozonmessungen durch. Ab 1956 wurden pH-Wert, elektri-sche Leitfähigkeit und Konzentration diverser Inhaltsstoffe im Regenwasser in Zusammenarbeit mit der Universität Uppsala bestimmt (Heigel 1960). Später wurden die Messungen mit dem Umweltamt in Karlruhe weiterge-führt. - Kontinuierliche Ozonmessungen führte Walter Attmannspacher 1967 ein, und zwar Gesamtozonmessungen und vertikale Ozonsondierungen, später auch Bodenozonmessungen. Die Zielsetzung damals waren Zusammenhänge zum meteorologischen Geschehen, die Ozonproblematik war noch nicht bekannt. - 1997 ist dieser Zusammenhang zusammenfassend dargestellt worden, um so verursachte Ozon-variationen von anderen Ursachen wie Vulkanausbrüchen oder 
anthropogenen Einflüssen zu separieren (Wege und Claude 1979).

Die Ozonproblematik verhalf zu Mitteln für den Aufbau eines Ozonlidars, das seit Ende 1987 Messungen des Ozonprofils bis 50 km Höhe ermöglicht (Wege und Claude 1988). Da auch am Boden SO2 und NOx gemessen wurde, leistete das Observatorium bereits vor der Gründung von GAW einen diesbezüglichen Beitrag. Allgemein bekannt ist wohl die Dokumentation gegensätzlichen Ozontrends in Stratosphäre und Troposphäre gewor-den (Wege und Vandersee 1991).

1961 war die vom Hohenpeißenberg beantragte Einrichtung eines Sachgebietes "Luftchemie" noch vom Rechnungshof abgelehnt worden. Als Ende der 80er Jahre seitens der WMO GAW ins Leben gerufen wurde, wurde vom Hohenpeißenberg wiederum beantragt, das Observatorium als Globalstation anzubieten und hierfür auszurüsten. Aufgrund der geänderten Lage (Schwerpunkt GAW bei der WMO) fiel die Entscheidung für Umweltschutzaufgaben vonseiten des Verkehrsministeriums und im Zentralamt zugunsten eines  Ausbaus des Observatoriums zur Globalstation, unter Einbeziehung der Zugspitze aus.

Im Rahmen von GAW haben heute Bergstationen ganz neue Aufgaben übernommen, indem sie die Belastung der freien Atmosphäre mit Spurenstoffen liefern und als "ground truth" für Fernerkundungsverfahren dienen können. In stark besiedelten Gebieten wie Europa sind in tiefen Lagen kaum Orte zu finden, die Hintergrundinformationen liefern können. Bergstationen sind dagegen, wenn man von so eingreifenden Veränderungen wie die Sprengung des Westgipfels der Zugspitze 1938 absieht, von Veränderungen in der Umgebung weitgehend verschont, wofür auch oft hohe Windgeschwindigkeit und Turbulenz sorgen. Dies ist insbesondere für Trendaussagen außerordentlich wichtig!

Bergstationen werden auch weiterhin ihre Bedeutung behalten!

Eine Liste der hier zitierten Literatur kann entweder bei mir oder im Sekretariat der DMG in Berlin angefordert oder über der Internet 
unter 
http://www.met.fu-berlin.de/dmg/dmg_home/fagem/o2000_wege_long.html
eingesehen werden - dort ist auch eine umfangreichere Version dieses Textes mit weiteren Abbildungen verfügbar.

Klaus Wege
Säulingstr. 8 b
82383 Hohenpeißenberg

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Zum Titelbild: Forschung der Kommission für Glaziologie in der Zugspitzregion

Die Kommission für Glaziologie (KfG) befasst sich als einzige Institution in der Bundesrepublik ausschließlich mit Aufgaben der Gletscherforschung. Die KfG ist der Bayerischen Akademie der Wissenschaften angeschlossen, die schon 1759 von Kurfürst Maximilian III. Joseph gegründet wurde. Diese gliedert sich in zwei Abteilungen, die Philosophisch-historische und die Mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse. Wie viele andere organisatorische Grundelemente geht diese Unterteilung  auf die Gründungszeit zurück. Den beiden Klassen gehören als Mitglieder Gelehrte an, die durch ihre Forschungen zu einer wesentlichen Erweiterung des Wissensbestandes ihres Fachs beigetragen haben. Durch die Vielfalt der vertretenen Fachgebiete ermöglicht die Akademie wie kaum eine andere Institution interdisziplinäre Begegnungen, Kontakte und Zusammenarbeit von Vertretern der verschiedenen Forschungsgebiete. Obwohl die Akademie seit ihrer Gründung manchen Wandlungen unterworfen war, sind doch ihr Zweck und ihre Aufgaben im wesentlichen gleich geblieben, nämlich wissenschaftliche Tätigkeit und Forschung zu fördern. Dieser Aufgabe kommt die Akademie in verschiedener Weise nach, einmal in ihrer Eigenschaft als gelehrte Gesellschaft, zum anderen als Trägerin zahlreicher Forschungsunternehmungen, sodann durch Veranstaltung von Symposien und Kolloquien, durch Schriftentausch mit ca. 800 Stellen des In- und Auslandes, durch Verleihung von Preisen und Stellung von Preisaufgaben, durch Erstattung von Gutachten sowie durch die Veranstaltung von öffentlichen Vorträgen und Sitzungen. 

Die Bayerische Akademie der Wissenschaften ist  - ebenso wie die sechs anderen deutschen Akademien - eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Die sieben deutschen Akademien der Wissenschaften (Berlin-Brandenburgische Akademie, Göttinger Akademie, Bayerische Akademie, Sächsische Akademie, Heidelberger Akademie, Mainzer Akademie, Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften) sind in einer Union zusammengeschlossen.

Die KfG  beteiligt sich an dem vom World Glacier Monitoring Service getragenen internationalen Programm über Gletscherschwankungen durch wiederholte Messungen an ausgewählten Ostalpengletschern - schwerpunktmäßig des Vernagtferners in den Ötztaler Alpen mit der in 2640 m Höhe betriebenen Pegelstation Vernagtbach. Dort werden seit 1964 die Massenbilanz- sowie seit 1974 die  Wasserhaushalts-Komponenten des zugehörigen Einzugsgebietes in Abhängigkeit von den meteorologischen Bedingungen erfasst. Weitere Forschungsarbeiten sind der Zugspitzregion ge-widmet. In Abb. 1 ist die Ausdehnung des Zugspitzgletschers in den Jahren 1856, 1892  sowie 1949 (Arck und Escher-Vetter, 1997) dargestellt. Im Vergleich zum Jahr 1992 zeigt sich eine große Flächen- und Volumenreduktion, die für jeden einzelnen Gletscher sehr unterschiedlich ausfällt.

Bei den Polarforschungsprogrammen der Bundesrepublik übt die Kommission eine beratende Funktion aus und arbeitet vor allem in der Antarktis in Kooperation mit anderen Instituten aktiv mit. Auf der eigenen Web-Seite sind  zahlreiche weitere Informationen verfügbar, insbesondere auch Grafiken, eine Gletscher-Fotogalerie, auch 3D-Aufnahmen, sowie verschiedene Animationen. Die Forschungsergebnisse werden in Berichtsform mit bildlichen Darstellungen in höherer Auflösung auch auf einer multimedialen CD-Rom angeboten (Bezugsbedingungen und Bestellungen s. u.). Es sind weiterhin Poster zu einzelnen Teilaspekten der Forschungsarbeiten, zusätzliches Bildmaterial zur Dokumentation des Gletscherrückgangs am Vernagtferner und in der Zugspitzregion, teilweise sogar in 3D-Wiedergabe sowie Animationen, Informationen zur Abflussmodellierung inklusive einer vollständigen Version des HBV3-ETH9-Niederschlag-Abfluss-Modells für zwei alpine Regionen sowie die Massenbilanz des Vernagtferners von 1968-1998 mit Animation enthalten. 

http://www.glaziologie.de

Arck, M. und H. Escher-Vetter, 1997: Topoclimatological analysis of the reduction of the glaciers in the Zugspitz Region, Bavaria. - Zeitschr. f. Gletscherhunde und Glazialgeologie, Univ.Verlag  Wagner, Innsbruck.

S. Theunert
DMG-Sekretariat
Mont Royal
56841 Traben-Trarbach

(zusammengstellt nach Unterlagen der KfG, mit fr. Genehmigung)

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Mesoscale Alpine Programme - Special Observing Period
Ein Überblick


Traditionell veranstaltet der Zweigverein München (ZVM) der DMG seine jährliche Fortbildungsveranstaltung zusammen mit der Österreichischen Gesellschaft für Meteorologie (ÖGM). Nach der Einweihung des Schneefernerhauses als Forschungsstation im vergangenen Jahr und des 100-jährigen Jubiläums der Wetterstation Zugspitze lag es nahe, als Ort für den Fortbildungstag 2000 das Schneefernerhaus zu wählen, damit diese neue Einrichtung von einem breiteren interessierten Fachpublikum in Augenschein genommen werden könnte. So war die Teilnehmerzahl mit über 85 Personen erfreulich hoch und auch das Wetter, - kritischster Punkt im Hochgebirge -, spielte an diesem Tag mit.

Auf der Fortbildungsveranstaltung am 5. Mai 2000 wurden folgende Themen behandelt:
Wege: Geschichte des Observatoriums auf der Zugspitze.
Weickmann: Vorführung und Kommentierung eines Films (1950) über die Station Zugspitze.
Finke: Alpen und ihr Einfluß auf die Gewitterhäufigkeit
Staudinger: Forschungsprojekte auf dem Observatorium Hoher Sonnblick
Vergeiner: Föhnklassifikation
Volkert: Mesoscale Alpine Programme
Egger: Die Forschungseinrichtung Schneefernerhaus mit Besichtigung

In diesem und dem nächsten Heft der Mitteilungen werden Ihnen einige Beiträge dieser ZVM-ÖGM Veranstaltung und einer Tagung des Fachausschusses Meteorologie der DMG am 19. und 20. Juli in Garmisch-Partenkirchen zum Thema Der Beitrag von Observatorien zur Entwicklung der Meteorologie vorgestellt.

Peter Winkler, Arne Spekat

Forschungsprogramm
Unter dem Titel Mesoscale Alpine Programme (MAP) wuchs seit 1994 eine Kooperation zwischen Wetterdiensten und meteorologischen Forschungsinstituten aller Alpenländer, sowie aus Kanada, Großbritannien und den USA (siehe etwa Volkert, 1995).

Das Programm verfolgt zwei miteinander verbundene Zielsetzungen, nämlich die Erweiterung des grundlegenden Verständnisses und der Vorhersage-Fähigkeit von physikalischen Prozessen, die den Niederschlag über größeren Gebirgskomplexen steuern und dreidimensionale Strömungsmuster in der Nachbarschaft von Gebirgen bestimmen.

Intensivierte Routinemessungen wurden im Zeitraum 15. Oktober 1998 bis 15. November 1999 durchgeführt. Eine Vielzahl von zusätzlichen Messeinrichtungen wurde für eine spezielle Feldphase (Special Observing Period) während der letzten beiden Monate im Herbst 1999 aufgebaut.

Feldmessphase und Zielgebiete
Während der Feldphase vom 7. September bis zum 15. November fanden 17 Intensivmessperioden (IOP) statt, die zusammen 41 Tage umfassten. Ein international besetztes und 14 tägig wechselndes mission selection team ordnete die mobilen Ressourcen (v.a. sechs größere Forschungsflugzeuge) den verschiedenen Teilprojekten zu. Diese umfassten etwa orographische Niederschlagsmechanismen (P1), obertroposphärische Strömungsanomalien (PV-streamers; P2), die Dynamik der Durchströmung eines Passes (P4), die zeitliche Variation von Föhn in einem großen Tal (P5), das dreidimensionale Brechen von Schwerewellen (P6), sowie niedertroposphärische Scherungslinien (PV-banners; P7).

Abbildung 1: Lage von wesentlichen Bestandteilen von MAP: Drei Target Areas am Lago Maggiore, im Hochrheintal und im Brennergebiet; die Operationszentren in Innsbruck (MOC), Milano-Linate (POC) und Bad Ragaz (COC), sowie das Datenzentrum (MDC) in Zürich. Entnommen aus Kuettner (2000, S. 3). Anm: Wenn Sie hier klicken, laden Sie eine mittelgroße Version der Karte auf Ihren Rechner (lange Seite: 800 Pixel, 58 kB) - wenn Sie hier klicken, laden Sie ein große Version der Karte (lange Seite: 1500 Pixel, 231 kB)

Die Lage der drei Organisationszentren ist in Abb. 1 angegeben; ebenso die der drei besonderen Zielgebiete, in denen zahlreiche zusätzliche Bodenstationen aufgebaut waren. Untersuchungen zu P1 waren um den Lago Maggiore konzentriert, die zu P4 südlich und nördlich des Brenner und jene zu P5 im Hochrheintal zwischen Chur und Bodensee. Teilprojekte P2, P6 und P7 stützten sich hauptsächlich auf Flugzeugmessungen von Electra und P3 (USA), C-130 (GB) und Falcon (D) im gesamten Alpenraum.

Umfangreiche Tabellen zu Beteiligungen, Geräten und verantwortlichen Wissenschaftlern, sowie eine Diskussion exemplarischer Ergebnisse finden sich bei Bougeault et al. (2000).

Während der 17 IOP stiegen neben 2800 regulären Wetterballons 4000 zusätzliche an Zwischenterminen oder von speziell eingerichteten Bodenstationen. Sechs große Forschungsflugzeuge flogen 107 Missionen über 480 h. Ein Satellit der Meteosat-Serie erfasste über Mitteleuropa Daten im 5-Minuten-Takt während 406 h im rapid-scan-Modus. Forschungsradars für Niederschlag waren 864 h in Betrieb, bodengestützte Lidargeräte zur Windbestimmung über 187 h.

Deutsche Beiträge
Der DWD, die Universitätsinstitute in Karlsruhe (IMK) und München (MIM) und Einrichtungen des DLR in Oberpfaffenhofen bestritten die deutschen Beiträge zu MAP-SOP, vorallem zu den Teilprojekten P1 (IMK, DLR), P2 (MIM, DLR) und P6 (DLR).

Der DWD unterstützte die allgemeine Infrastruktur durch zusätzliche Radiosondenaufstiege, die Bereitstellung von Prognosen des neuen Lokal-Modells und die Entsendung von zwei Kollegen ins internationale Vorhersageteam in Innsbruck.

Exemplarisch seien hier die Beiträge von DLR Oberpfaffenhofen erwähnt. Die operationellen Regen-Radar-Daten aller Wetterdienste der Alpenländer wurden automatisch über Datenleitungen gesammelt, so daß alle 30 min bis etwa 10 min nach Termin ein übersichtliches Alpine Radar Composite in stereographischer Projektion mit Ländergrenzen, Gradnetz, sowie Flußläufen und Seen über das Internet für die präzise Einsatzplanung verfügbar war. Aktuelle ECMWF-Vorhersagefelder bis T + 72 h und spezielle Diagnoseprogramme ermöglichten eine optimierte Flugplanung für Teilprojekt P2.

Ein neu entwickeltes H2O-DIAL mit 100 Hz Pulsfrequenz kam auf der Falcon während 12 Missionen für Projekte P2 und P6 zum Einsatz. Dabei wurden Schwerewellen induzierte Rückstreumuster in Cirrus- und Altocumuluswolken detektiert und genaue Wasserdampfwerte im obertroposphärischen und stratosphärischen Bereich von nur 5-250 ppm bestimmt. Weiterhin demonstriert das flugzeuggetragene Doppler-Lidar WIND erfolgreich die Bestimmung von vertikalen Windprofilen aus der Bewegung von Aerosolteilchen.

Weitere Information
Weitere, teilweise fortlaufend aktualisierte Informationen sind bei folgenden Internet-Adressen abzurufen:

DLR, Institut für Physik der Atmosphäre: 
http://www.pa.op.dlr.de/bilderarchiv/map-1999
MAP Data Centre bei ETH Zürich:
http://www.map.ethz.ch/sop-doc/sop_index.htm
        [click: Database, SOP]
MAP Field Catalog von JOSS-UCAR, Boulder:
http://www.joss.ucar.edu/map
http://www.map.ethz.ch/sop-doc/catalog/
http://www.map.ethz.ch/iop/iop_index.html
Medienberichte über MAP bei Meteo Schweiz:
http://www.meteonline.ch/de/a_z/map

Literaturangaben

Bougeault, P., P. Binder, A. Buzzi, R. Dirks, R. Houze, J. Kuettner, R.B. Smith, R. Steinacker and H. Volkert, 2000: The MAP Special Observing Period. - Bull. Amer. Meteorol. Soc. 81, in press.

Kuettner, J., 2000: Mesoscale Alpine Programme: Preliminary summary report on the field phase. - US MAP Project Office, NCAR, Boulder, 48 pp.

Volkert, H., 1995: Mesoscale Alpine Programme - Zielsetzung und gegenwärtiger Stand. - Ann. Meteorol. 31, Deutscher Wetterdienst, Offenbach, 301-302.

Hans Volkert 
DLR Oberpfaffenhofen
Institut für Physik der Atmosphäre 
82230 Weßling 
hans.volkert@dlr.de
 

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ZV Rheinland: 
Exkursion zum Solardreieck Gelsenkirchen-Herne

Der ZV Rheinland führte am 14.06.2000, wie bereits im Rundbrief 2/2000 angekündigt, seine Exkursion durch. 

Zu der Exkursion fanden sich insgesamt 33 Teilnehmer ein, der größte Teil aus dem meteorologischen Bereich der Universitäten Köln und Bonn. Aber auch der Geophysikalische Beratungsdienst der Bundeswehr in Traben-Trarbach, der Deutsche Wetterdienst in Essen sowie die Universitäten Trier und Essen waren vertreten. Die Organisation lag beim Schriftführer des ZV Rheinland. 

Ziel war das sogenannte "Solardreieck Emscherpark" mit der Shell-Solarzellenfabrik und dem Wissenschaftspark in Gelsenkirchen sowie der Akademie Mont-Cenis in Herne. In diesen Einrichtungen wird in Nordrhein-Westfalen der Einstieg in das Solarenergiezeitalter geprobt, sowohl in der Fabrik mit der auf 25 MW ausgelegten Produktion von Fotovoltaikelementen als auch im Wissenschaftspark und in der Akademie, wo Entwicklung/Vermarktung und Architektur/Anwendung die Schwerpunkte sind.

Den Teilnehmern wurde ein konzentriertes Programm mit jeweils ca. einstündigen Vorträgen und Führungen geboten, wobei es hier und da vielleicht an der fachlichen Tiefe der Vorträge nach Meteorologengeschmack mangelte. Den positiven Gesamteindruck beeinträchtigte das aber überhaupt nicht - im Gegenteil, die Forschungsaktivitäten in der Fotovoltaik stehen erst am Anfang und man kann hier sicher noch erhebliche Fortschritte im Wirkungsgrad der Elemente und der Produktionstechnik erwarten. Die Einbeziehung von Fotovoltaikelementen in die architektonische und funktionelle Gestaltung von öffentlichen Gebäuden wird zudem Leitfunktion für die hoffentlich möglichst vielen Nachahmer haben. Dafür steht die Akademie Mont-Cenis beispielhaft.

Ulrich Otte
Kreuzstr. 12
40882 Ratingen
 

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ZV Berlin und Brandenburg:
Ehrenkolloquium für Prof. Dr. Jens Taubenheim


Am 26. Juni 2000 veranstaltete der Zweigverein Berlin und Brandenburg im Institut für Meteorologie der FU Berlin ein Ehrenkolloquium für Prof. Dr. Jens Taubenheim. Nachfolgend werden die Zusammenfassungen der drei Vorträge abgedruckt. Das Bild zeigt den jovialen Jubilar im Gespräch mit Prof. Bernhardt; im Hintergrund: Prof. Fortak (li.) und Prof. Claußen (re.).

Die vollständige nicht-hierachische Cluster Analyse

F.-W. Gestengabe

Die Cluster-Analyse beinhaltet eine Reihe multivariater Methoden zur Mustererkennung. Die Bestimmung eines optimalen Cluster-Verfahrens stellte bisher ein ungelöstes Problem dar, bei dem zwei Fragen im Vordergrund standen:
Wie lässt sich die Clustertrennung statistisch sichern?
Wie wird die optimale Clusteranzahl bestimmt?

Auf der Basis des nicht-hierarchischen Minimal-Distanz-Verfahrens wird eine neue Methode beschrieben, die es erlaubt, die Trennung der Cluster statistisch abzusichern und gleichzeitig die optimale Cluster-Anzahl zu bestimmen. Zusätzlich wird eine Methodik entwickelt, die es gestattet, die Anfangspartition für die Clusterung korrekt vorzugeben, sowie das Problem der Ausreißer, das bei der Clusterbildung auftreten kann, zu lösen. An einem theoretischen und einem praktischen Beispiel werden die Vorteile der neuen Methodik gegenüber der bisher üblichen aufgezeigt.
 

Faszination Mittlere Atmosphäre

Adolf Ebel

Was ist der intellektuelle und wissenschaftliche Reiz der Mittelatmosphären-Forschung ?  Was ist ihre praktische Bedeutung?
Die  Antwort auf diese Fragen hat sich im Laufe der Zeit mit der Weiterentwicklung der Theorie der Atmosphäre, experimenteller Verfahren, numerischer Methoden und der Telekommunikationstechnik beständig gewandelt. Dieser Wandel wird schlaglichtartig beleuchtet - durch Betrachtung des Stratosphären-Troposphären- sowie des Thermosphären-Mesosphären-Austauschs, durch  Überlegungen zur Wechselwirkung zwischen planetaren, Gezeiten- und Schwerewellen, durch Frage nach der globalen Änderung des Spu-renstoffhaushalts der mittleren Atmosphäre samt deren Folgen und durch Spekulationen über solar-terrestrische Beziehungen. Zu den meisten dieser Themen hat der Jubilar in seinen wissenschaftlichen Arbeiten wichtige Beiträge geliefert.
 

Die globale Struktur der Mesopause -  das neue Bild der 2-Niveau Mesopause

Ulrich von Zahn

Der vertikale Temperaturverlauf in unserer Atmosphäre wird u.a. durch ein ausgeprägtes Temperaturminimum in Höhen zwischen 85 und 100 km charakterisiert: die Mesopause.  Das Auftreten eines solchen Temperatur-Minimums sowie seine raumzeitlichen Variationen können einerseits hohes grundlagenwissenschaftliches Interesse beanspruchen, andererseits stehen einem genaueren Studium dieser Phänomene erhebliche experimentelle Schwierigkeiten entgegen. Erst die Entwicklung der Möglichkeit von Fernmessungen von Temperaturprofilen im Mesopausenbereich mittels Boden gebundener Lidargeräte hat unsere Kenntnisse über den wahren Zustand der Mesopause in den vergangenen 10 Jahren grundsätzlich verbessert. Durch diese Messungen wurde klar, dass die globale Struktur der Mesopause signifikant anders ist als z.B. noch in der COSPAR  International Reference Atmosphere 1986 beschrieben. Hinzu kommt im gleichen Zeitraum eine wesentlich verbesserte Modellierung des Mesopausenbereichs, die zu einer neuen Identifikation der dort wichtigen energetischen Prozesse geführt hat. Der Referent wird wesentliche "neue" Eigenschaften der Mesopause interpretieren, wie z.B. ihr Auftreten in nur zwei bevorzugten Höhen-Niveaus und ihre global gemittelte Höhe von 97km.

DMG ZV Berlin und Brandenburg
Prof. Dr. M. Claußen
PIK-Potsdam

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Qualifizierte Wetterberatung durch unsere Mitglieder

Die DMG hat einen  Qualitätskreis Wetterberatung eingerichtet. Damit soll der Zunahme von Wetterberatungen durch Firmen außerhalb der traditionellen nationalen Wetterdienste Rechnung getragen werden. Im Grunde kann jedermann Wetterberatungen vornehmen. Wegen des stochastischen Charakters des Wetters und der in den diversen Medien verfügbaren Informationen kann dieses mit einigen, auch geschäftlichen, Erfolgen geschehen - wobei der Unterschied zwischen sorgfältiger meteorologischer Arbeit und weniger solider Arbeit nicht sofort offenkundig wird. Die DMG ist der Förderung der Meteorologie als reine und angewandte Wissenschaft verpflichtet und dazu gehört auch die Wetterberatung.

Die DMG führt seit über 10 Jahren ein Anerkennungsverfahren für meteorologische Sachverständige/Gutachter durch. Dabei ist bisher das Arbeitsgebiet Wetterberatung ausgeschlossen worden. Die Arbeit in der Wetterberatung ist von der Natur der Sache her anders geartet als die Arbeit eines Gutachters. In der Regel wird Wetterberatung auch nicht von
einzelnen Personen, sondern von Firmen in Teamarbeit angeboten. Für Firmen mit gewissen Qualitätsstandards in ihrer Arbeit bietet die DMG mit dem Qualitätskreis die Möglichkeit einer Anerkennung an. 

Für die Anerkennung als Mitglied im Qualitätskreis Wetterberatung wird u. a. gefordert: 

  • Benutzung sachgerechter Arbeitsunterlagen (z.B. Vorhersagematerial, Radarbilder, Beobachtungen u.ä.) je nach Ausrichtung des Dienstleistungsangebots
  • Einsatz qualifizierten Personals (Diplom-Meteorologen mit langjähriger Erfahrung) entsprechend dem Umfang des Dienstleistungsangebots
  • Regelmäßige Weiterbildung, auch für Dritte.
  • Bereitschaft, Praktikanten und Volontäre zu beschäftigen.


Der Qualitätskreis Wetterberatung hat seine Aktivität dieses Jahr aufgenommen und als Anerkanntes Mitglied die folgende Firma aufgenommen

METEO-data Wetteranalysen G.m.b.H.
Postfach 16
A-4863  Seewalchen
Österreich
Tel. ++43 7662 6006
Fax ++43 7662 4077
E-Mail:  meteodata@meteodata.com

Die Anerkannten Mitglieder im Qualitätskreis Wetterberatung werden in der Rubrik Qualifizierte Wetterberatung durch unsere Mitglieder
in den Mitteilungen der DMG veröffentlicht.

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Auswirkung menschlichen Handelns auf das Klima - ein EXPO-Projekt in Hamburg
Während am 1. Juni 2000 die EXPO 2000 in Hannover ihre Tore öffnete, starteten auch 280 "Weltweite Projekte" in den  Bundesländern. 8 Projekte gibt es allein in Hamburg, die während des gesamten EXPO-Zeitraums vom 1. Juni bis zum 31. Oktober 2000 dem Publikum zugänglich sind.

Wie bereits im Heft 1/2000 der MITTEILUNGEN DMG vorangekündigt, präsentieren das Max-Planck-Institut für Meteorologie und das Deutsche Klimarechenzentrum unter dem Titel "Auswirkung menschlichen Handelns auf das Klima" Grundlagen, aktuelle Ergebnisse und Prognosen zum globalen Klimawandel. Im Foyer des Geomatikums (Bundesstraße 55 in Hamburg-Eimsbüttel) bringen Poster, Videos und ein interaktives Computerterminal dem interessierten Laien die Arbeit der Klimaforscher näher. Von Montag bis Freitag ist die Ausstellung für jedermann kostenlos zugänglich. Auf Wunsch können Führungen mit Mitarbeitern des Max-Planck-Instituts vereinbart werden.

Die beiden Projektträger wollen dem Besucher die komplexen Zusammenhänge des Klimasystems verständlich machen und die Empfindlichkeit gegenüber den Folgen menschlichen Handelns verdeutlichen. Hierzu werden die wesentlichen Prozesse, die das Klima der Erde bestimmen, und die Simulationen als Arbeitsmittel der Wissenschaftler vorgestellt.

Die Präsentation beantwortet einige der am häufigsten gestellten Fragen zum Klimawandel, u.a. ob die Erde sich erwärmt hat, welche menschlichen Aktivitäten zum Klimawandel beitragen, welche weiteren Klimaänderungen erwartet werden und welche Auswirkungen diese Änderungen auf den Menschen und seine Umwelt haben.

Neben den natürlichen Faktoren wie z.B. Vulkanausbrüchen und Schwankungen der Sonnenaktivität ändert nun auch der Mensch das globale Klima. Die Menge aller langlebigen natürlichen Treibhausgase nimmt zu, insbesondere CO2, dessen Konzentration in den letzten 150 Jahren um 30% gestiegen ist. Diese Zunahme ist Folge der Verbrennung von Kohle, Öl und Erdgas zur Gewinnung von elektrischem Strom, beim Transport von Gütern und Personen und bei der Industrieproduktion sowie der Abholzung, Brandrodung und Urbanisierung. Hält der bisherige Trend der Emissionen an, wird sich die Menge von CO2 in der Atmosphäre im 21. Jahrhundert gegenüber der vorindustriellen Zeit mehr als verdoppeln. Auch andere Treibhausgase, wie z.B. Methan, werden weiterhin zunehmen. Der natürliche Treibhauseffekt wird dadurch verstärkt, was die mittlere Oberflächentemperatur der Erde ansteigen lässt.

Die Werkzeuge der Klimaforschung sind weltweite Messungen von Klimaparametern und Rechnungen mit Klimamodellen. Da es direkte Messungen erst seit ca. 150 Jahren gibt und das Messnetz sehr inhomogen ist, brauchen wissenschaftliche Untersuchungen von Klimaprozessen regionale und globale numerische Modelle. Vorhersagen (Szenarien) zukünftigen Klimas können generell nur mit den globalen Modellen gemacht werden. Eine realistische Simulation des Klimas der Erde gelingt nur mit den leistungsfähigsten Rechnern (sog. Supercomputer).

Die Vorhersage des Anstiegs der globalen Mitteltemperatur am Boden im Vergleich zu 1990 liegt bei 1-3.5°C bis zum Jahr 2100 je nach Verhalten der Menschheit und Empfindlichkeit des Klimasystems. Die Erwärmung wird sich noch Jahrzehnte nach Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen fortsetzen. Da die Treibhausgase wie CO2 und N2O in der Atmosphäre sehr langlebig sind, werden die Auswirkungen früherer Emissionen noch Jahrhunderte nachwirken, selbst wenn die durch den Menschen verursachten Emissionen sofort gestoppt würden.

In den letzten Jahren haben sich Politiker und Klimaforscher in vielen Klimakonferenzen zusammengesetzt und über Maßnahmen beraten, die zu rasche Klimaänderungen verhindern können. Das 1997 in Kioto verabschiedete Protokoll zur Klimakonvention der Vereinten Nationen ist das erste gewollte globale Systemmanagement. Während in Montreal im Jahr 1987 die Reduktion der Emission von Fluorchlorkohlenwasser-stoffen (FCKW) (später deren Stopp) vereinbart wurde, gehen die Absichten des Kyoto-Protokolls viel weiter. 159 Länder, darunter 39 Industrienationen, verpflichteten sich, ihre CO2-Emissionen um 5% bis zur Periode 2008 bis 2012 gegenüber dem Stand von 1990 zu senken. In jährlichen Vertragsstaatenkonferenzen wird derzeit beraten, wie die Vorgaben zu erreichen sind.

Viele Fragen sind in der Klimaforschung bisher unbeantwortet und sind damit Gegenstand aktueller Forschung:

  • Welche Prozesse sind für die Klimaschwankungen innerhalb von Jahrzehnten und Jahrhunderten verantwortlich?
  • Kann man das Einsetzen, die Stärke und Unterbrechungen des asiatischen Monsuns Wochen bis Monate vorher erkennen?
  • Kann man die Klimavorhersagen und Klimaänderungsszenarien mit einer gewissen Sicherheit auch regional, d.h. für spezielle Gebiete, durchführen?
  • Wie wird die Biosphäre auf den CO2- und den dadurch angestoßenen Temperaturanstieg reagieren?
  • Ist die Zunahme der Stärke und der Häufigkeit von El Nino-Ereignissen in den vergangenen Jahrzehnten auch durch den Menschen beeinflusst?
  • Wird sich die nordatlantische Tiefenwasserproduktion verlangsamen oder gestoppt, wenn die Treibhausgaskonzentrationen weiter ansteigen?
  • Wie wird sich die veränderte Chemie der Atmosphäre auf das globale Klima auswirken? 
Kontaktadresse: 
Annette Kirk
Max-Planck-Institut für Meteorologie
Bundesstr. 55
20146 Hamburg, 
Tel.: 040 / 41173-374 
Fax: 040 / 41173-366
expo.mpi@dkrz.de

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Studentische Meteorologentagung 2000 in Kiel

Donnernder Applaus, Jubelgeschrei und die Feststellung: "Am liebsten würden wir nächstes Jahr wiederkommen!" zeigten es am deutlichsten: Die StuMeTa 2000 in Kiel war ein voller Erfolg. Fünf Tage lang, vom 31. Mai bis zum 4. Juni, waren über 100 Meteorologie-Studierende aus ganz Deutschland und aus Innsbruck im Kieler Institut für Meereskunde zur jährlich stattfindenden Studentischen Meteorologen-Tagung zusammen gekommen. Seit 1985 gibt es diese Veranstaltung von Meteorologie-Studierenden für Meteorologie-Studierende. Ihr Ziel ist es, den jungen Wetterfröschen von verschiedenen Universitäten die Möglichkeit zum Kennenlernen und zum Gedankenaustausch zu geben.

Nach Leipzig im vorletzten und Köln im vergangenen Jahr war nun also Kiel der Austragungsort der StuMeTa. Eine Chance für die Kieler Meteorologie- und Ozeanographiestudenten zu zeigen, dass im Norden das Wetter nicht immer nur schlecht ist und dass es wohl kaum einen schöneren Meteorologie-Studienort in Deutschland gibt als direkt an der Ostsee. Aus diesem Grund kamen mehr Teilnehmer denn je zur StuMeTa. Aus allen Teilen Deutschlands waren sie angereist, aus Berlin, Bonn, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Köln, Leipzig und aus München. Den weitesten Weg mussten dabei unsere österreichischen Gäste aus Innsbruck zurücklegen.

Am Donnerstagmorgen standen Vorträge auf dem Programm. Direktor Prof. Dr. Peter Lemke des Instituts für Meereskunde stellte das IfM und seine Sonderforschungsbereiche mit  dem Schwerpunkt Meereismodellierung vor. Dr. Andreas Lehmann, als Stellvertreter der Ozeanographie, hielt einen Vortrag über Klima und Zirkulation in der Ostsee. Den Abschluss an diesem Morgen machte Dr. Andreas Macke mit einem Einblick in sein Spezialthema Wolkenphysik. Am Nachmittag formierten sich die verschiedenen Arbeitskreise, in denen die Studierenden über Probleme der Meteorologie und ihres Studiums diskutierten. Hier ging es beispielsweise um die Frage nach der Zukunft der Erdöl-Ressourcen, um die Gefahren durch Lawinen und um Ozon und seine Auswirkungen. Die Ozonarbeitsgruppe führte zu diesem Thema eine Befragung an der Kieler Förde durch. Weiter gab es eine Gruppe, die über die Meteorologie-Studienpläne der einzelnen Universitäten sprach und hierfür die Vor- und Nachteile herausarbeitete. Eine andere stellte Links zu interessanten Meteorologie-Seiten im Internet zusammen, welche unter: http://www.ifm.uni-kiel.de/fa/stumeta/stu3/ak.html zu finden sind. Was natürlich bei einer Meteorologen-Tagung nicht fehlen durfte, waren Wetterprognosen, erstellt vom Synoptik-Arbeitskreis. Dafür, dass die Stu-MeTa 2000 auch für die Nachwelt dokumentiert bleibt, sorgte ein Film, den die Medien-Gruppe während der vier Tage drehte. Abgerundet wurde der wissenschaftliche Teil der StuMeTa durch die Exkursionen am Freitag. Dabei bekamen die Gäste Gelegenheit, angewandte Meteorologie kennen zu lernen. So führten die Ausflüge zum Kieler Leuchtturm, auf den Flughafen Holtenau, zu den Stakendorfer Windkraftanlagen, ins Geomar und in das Aquarium des IfM.

Weitere Vorträge wurden am Samstag vormittag gehalten. Dr. Peter Sachs vom Geomar sprach über Vulkanismus und die Auswirkungen auf das Klima. Anschließend referierte Frau Jannette Göbel über Algenentwicklungen in der Nord- und Ostsee. Der Ozeanographiestudent Andreas Macrander zeigte anhand von eigenen Dias die Arbeitsweise an Bord des Forschungsschiffes Polarstern. Am Nachmittag folgte die Fortsetzung der Arbeitskreise, deren Ergebnisse während des Abschlussplenums präsentiert wurden. Auf diesem wurde festgelegt, dass die nächste StuMeTa in Berlin stattfindet und zuvor ein Zwischentreffen in Karlsruhe.

In den Medien wurde die StuMeTa mit einem halbseitigen Artikel in der lokalen Presse und mit einer Kurznachricht in einem regionalen Fernsehsender erwähnt. 

Von allen Seiten gab es Lob für die Kieler Meteorologie- und Ozeanographiestudenten sowie das IfM. Mit einer Party im Foyer des IfM ging am Samstagabend dann die StuMeTa 2000 in Kiel zu Ende. Erst in den frühen Morgenstunden des Sonntags kletterten die letzten Wetterfrösche zurück auf ihre Leitern.

Für eine wirklich voll und ganz gelungene StuMeTa wollen wir uns auch noch bei allen bedanken, die irgendwie geholfen und zum großen Erfolg beigetragen haben. Besonders erwähnen möchten wir hierbei die Mitarbeiter des Instituts für Meereskunde und alle anderen, die uns unterstützt haben. Wir danken unseren Sponsoren: DMG, Delta Computersysteme, Vaisala, Metek und Eigenbrodt für Ihre Unterstützung, ohne die die Durchführung der Studentischen Meteorologentagung nicht möglich wäre.

Sabine Kleppek
Torge Martin 
Elke Meyer
Kiel
Kontaktadresse: 
emeyer@ifm.uni-kiel.de
 

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Das Deutsche Meteorologische Rechenzentrum (DMRZ)


Der Geophysikalische Beratungsdienst der Bundeswehr (GeophysBDBw) berät die Streitkräfte, den Rüstungsbereich und die Territoriale Wehrverwaltung bei der Planung und Durchführung von Einsätzen und Maßnahmen hinsichtlich der meteorologischen, ozeanographischen, geologischen, biologischen und hydrologischen Einflüsse. Er stellt hierfür Daten zur Verfügung und nutzt eigene spezielle Beratungsunterlagen und Verfahren. Der GeophysBDBw ist auf die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst angewiesen. Im Rahmen des Projektes "Zusammenführung zentraler wetterdienstlicher Bereiche des DWD und des GeophysBDBw" wird eine verstärkte Kooperation auf den Gebieten Forschung und Entwicklung, zivile und militärische Wetterberatung, Aus- und Fortbildung, Verfahrens- und Softwareentwicklung, Entwicklung und Beschaffung meteorologischer Geräte/Systeme sowie Datengewinnung erprobt. Die Probephase endet im Juli 2001.

Auf der Basis eines Bundestagsbeschlusses vom 23.4.1998, der in Verbindung mit der Verabschiedung des neuen Wetterdienstgesetzes gefasst wurde, sind seit dem 1.7.1999 die Rechenzentren des DWD in Offenbach (OF) und des Amtes für Wehrgeophysik (AWG) in Traben-Trarbach (TT) im Rahmen einer zweijährigen Erprobungsphase zum DMRZ zusammengelegt. Es handelt sich damit um ein Rechenzentrum an zwei Standorten, das die beiderseitige Steigerung der Leistungsfähigkeit, Verfügbarkeit und Sicherheit zum Ziel hat. Herzstück des OF-Anteils ist der Großrechner T3E-1200 mit 816 Prozessoren und einer theoretischen Spitzenleistung von 979,2 GFlops/s. Ihm stehen gegenüber zwei Fujitsu-VPP300 Anlagen in TT mit 2 und 6 Prozessoren (theoret. Spitzenleistung 4,4 bzw. 13,2 GFlops/s), die in einem erdversenkten Schutzbau untergebracht sind. Die Standorte OF und TT sind über eine Hauptdatenleitung von nominell 34 Mbit/s miteinander verbunden. Zusätzlich ist das DMRZ-TT in das BVBW-WAN/DWDNET (Wide Area Network der Bundesverwaltung für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, ebenfalls 34 Mbit/s) integriert.

Der DWD ist Betreiber des DMRZ. Er führt auch die Beschaffung für das DMRZ durch. DWD und AWG stellen dafür in ihren eigenen Haushaltsverfahren die notwendigen Mittel für Beschaffung und Unterhaltung an den jeweiligen Standorten zur Verfügung. Im IT-Rahmenkonzept des DWD erfolgt eine Gesamtdarstellung der Maßnahmen für das DMRZ, wobei die besonderen Belange der Bundeswehr, vertreten durch das AWG, berücksichtigt werden. Eine Nutzungsvereinbarung regelt die besonderen Verpflichtungen seitens des DWD gegenüber dem AWG, das als ein Nutzer des DMRZ auftritt. Dem Sicherheits- und Unterstützungsbedarf der Bundeswehr wird durch geeignete technische und betriebliche Verfahren Rechnung getragen. Dabei ist insbesondere ein autarker Betrieb des DMRZ-TT jederzeit als ein möglicher Betriebszustand sicherzustellen.

Während der Erprobungsphase wird der Betrieb des DMRZ-TT durch 8 Beamte des AWG 
(1 höherer Dienst + 3 gehobene + 4 mittlere) am Standort TT unterstützt. Dieses Personal ist fachlich dem Leiter der Abt. TI 1 des DWD unterstellt. Im zweiten Schritt wird nach der Erprobungsphase geprüft, inwieweit die ausgewählten Dienstposten dem DWD organisatorisch zuzuordnen sind.

Zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit und der Betriebssicherheit ist künftig eine möglichst einheitliche Ausstattung beider Standorte in Bezug auf Hard- und Software geplant, soweit nicht die zivilen und militärischen Anforderungen differenzierte Lösungen erzwingen. Das gemeinsame Operating soll endgültig von OF aus erfolgen.

Nach einem Jahr Probezeit steckt die Vereinheitlichung der Datenbankstrukturen (Einsatz von Oracle im DMRZ-TT) erst in den Anfängen. Die Modelle GME und LM sind zwar auf dem VPP300 implementiert, stehen aber dort für einen Routineeinsatz und damit auch für die geplante Backup-Funktion in diesem Jahr voraussichtlich nicht zur Verfügung, weil mit der GME-Analyse eine wesentliche Programmkomponente noch von der Firma Pallas portiert werden muss. Die Aufstellung des IT-Sicherheitskonzeptes ist gegenüber dem gesetzten Termin 31.12.1999 erheblich im Verzug und die den DMRZ-Zugang regelnde Nutzerordnung ist noch nicht verbindlich veröffentlicht.

Planmäßig voran schreitet dagegen die Integration in das DWD-Produktionssteuerungssystem SMS (Supervisor-Monitor-Schedule), das mittlerweile ca. 40 aktive Prozesse im DMRZ-TT (einschließlich der AWG-Routinemodelle BLM/RBL) enthält. Im Frühjahr 2000 wurde das Jobverteilungssystem LSF (Load Sharing Facility) beschafft. Bei einem Pilotprojekt für die gemeinsame Rechnerbeschaffung konnten Einsparungseffekte dadurch erzielt werden, dass vorhandene Rahmenverträge seitens des DWD genutzt wurden. Das ist sicherlich nur ein kleiner Schritt auf dem Wege zu Einsparungen in Höhe von 1,9 Mio DM/Jahr, welche die Firma IABG in einem Gutachten für den gemeinsamen DMRZ-Betrieb ermittelt hat.

Thomas Prenosil
Amt für Wehrgeophysik
Mont Royal
54841 Traben-Trarbach
ThomasPrensil@awg.dwd.de
 

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Redaktionelle Bemerkungen zur neuen Rechtschreibung

Neue deutsche Sprache - schwere Sprache
Auch nach der Rechtschreibreform heißt es "numerische" und nicht "nummerische" Wettervorhersage. In diesem Zusammenhang hat uns im Heft 2/2000 das Orthographieprogramm (auch Orthografie) mehrmals einen Streich gespielt. Wir geloben Besserung im Umgang mit der neuen deutschen Rechtschreibung und insbesondere im Gebrauch der entsprechenden Prüfsoftware. Im Gegensatz zur FAZ kapitulieren wir noch nicht ...

Thomas Prenosil, Haupschriftleiter

Fisik der Atmosfähre?
Während der Name anderer Wissenschaftszweige von der neuen Rechtschreibung nicht verschont blieben, etwa bei Geografie, Ozeanografie u.a., kann sich die Meteorologie = Physik der Atmosphäre durch Ausnahmeregelungen weiterhin ihres Namens erfreuen. An Messsysteme, Leeeffekte, Potenzial sowie die s-t-Trennung müssen wir uns noch gewöhnen. Die Redaktion hat das Gremium, welches die neuen Regelungen ausgearbeitet hat, mit der Problematik numerisch/nummerisch konfrontiert. Herr Heller, Geschäftsführer der Zwischenstaatlichen Kommission für deutsche Rechtschreibung, antwortete u.a.:
"Das amtliche Wörterverzeichnis enthält kaum Wörter, die speziell fachsprachlich gebraucht werden. Wenngleich die Faustregel gelten kann, dass assimilierte Schreibungen im fachsprachlichen Bereich weniger gebraucht werden als in allgemeinsprachlichen Texten, kann daraus nicht geschlossen werden, dass man "nummerisch" nun nicht schreiben sollte,  zumal diese Schreibung bereits vorhanden war. Andererseits ist es aber auch nicht vorteilhaft, wenn ein Computerprogramm grundsätzlich auf diese Schreibung korrigiert."

Wo ist hier die Vereinfachung? Wo es früher immer numerisch hieß, ist nun fein säuberlich nach dem Bezugswort entschieden. 

Sabine Theunert, Leitung Redaktionsteam
 

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Lothar - die Weihnachtsüberraschung

Am 26. 12. 1999 wurde die Bevölkerung im mittleren, vor allem aber im südlichen Deutschland vom Orkan LOTHAR jäh aus der besinnlichen Weihnachtsruhe gerissen. 

Herr Majewski vom Deutschen Wetterdienst hat dieses Ereignis fachlich bereits in den letzten DMG-Mitteilungen ausführlich behandelt (NB: Sie können diesen Beitrag lesen, wenn Sie hier klicken). Hier nun eine Betrachtung aus fernsehmeteorologischer Perspektive: 

Auch, wer an diesem ersten Weihnachtsfeiertag nicht die Absicht hatte, ins Freie zu gehen, konnte selbst drinnen an den ungewöhnlich starken Windgeräuschen ahnen, dass draußen etwas nicht Alltägliches vorging.
 
 

Spitzenböen Frankreich in km/h
Ploumanach 148
Lann Bihoue 162
Rennes 126
Alencon 166
Rouen 140
Chartres 144
Paris/Montsouris 169
Orly 173
Troyes 148
Dijon 126
Metz 155
Nancy 144
Colmar 165
Strasbourg 144
Spitzenböen in Deutschland ab 120 km/h
Saarbrücken 130
Lahr  144
Freiburg 130
Feldberg Schwarzwald 212
Weinbiet 184
Karlsruhe 151
Freudenstadt 122
Klippeneck 155
Öhringen 122
Stuttgart 144
Stötten 176
Zugspitze 196
Harburg 122
Augsburg 130
Hohenpeissenberg 173
Wendelstein 259
Chieming 122
Straubing 126
Regensburg 122
Großer Arber 162
Fichtelberg 173

Tabelle: Lothar in Frankreich vom 26. auf den 27. Dezember 1999 auf einer Breite von ca. 150 km etwa entlang einer Achse von der Bretagne, südliche Normandie, Ile de Fance, Champagne-Ardennes, Lorraine, Elsaß, Deutschland.

"LOTHAR" war ein Sturm mit derart hohen Windgeschwindigkeiten, (s. Tab. der Spitzenböen in Deutschland und Frankreich, DWD), dass der Aufenthalt auf der Straße, ob als Fußgänger oder Autofahrer,  wegen umherfliegender Gegenstände oder umstürzender Bäume extrem gefährlich war - ein Wetterereignis, das bei uns in Deutschland nicht so häufig vorkommt, und man sich daher der damit verbundenen Gefahren nicht unbedingt bewusst ist. 

Hinterher ist viel über die zeitkritische Warnung, rechtzeitige Vor-hersage und Güte der Vorhersagemodelle diskutiert worden. Die Medien haben sich begierig auf dieses Thema gestürzt. Das liegt in der Natur der Sache. Medien leben von neuen Ereignissen, je spektakulärer um so besser, weil sie dann um so mehr Zuschauer anziehen. Solange ein Ereignis nicht eintritt, auch wenn es sich möglicherweise schon anbahnt, ist es nur bedingt interessant. Im Falle eines Orkans oder Sturms etwa dahingehend, wo die "besten" Bilder - die stärksten Auswirkungen, Schäden - zu erwarten sind. Hinterher weiß man häufig alles besser, weil man die Fakten in Ruhe sortieren und aus-werten kann.

Dies alles hilft aber im Augenblick des Ereignisses keinem, schon gar nicht den Betroffenen. Im Falle der Medienberichterstattung - Rundfunk- und Fernsehwetterberichte - waren während dieses Ereignisses auch Defizite zu erkennen. Es sollte  die uneingeschränkte Mög-lichkeit bestehen, Warnungen zeitkritisch zu verbreiten.

Im Radio ist das bei halbstündlichen Nachrichten kein Problem, im Fernsehen bei einem festen Programmschema ohne stündliche Nachrichtensendungen und erst recht an einem Wochenende, wo die Nachrichtensendungen noch seltener sind, durchaus schwieriger.

Dennoch hat der Zuschauer, auch an Wochenenden und Feiertagen das Recht, über derart wichtige Leib und Leben gefährdende Wetterereignisse auch über das Fernsehen informiert zu werden.  Für derartige Wetterereignisse sind die meisten Fernsehanstalten aber nur ungenügend vorbereitet.

Das mag zum einen daran liegen, dass derartige Wetterereignisse in unseren Breiten, anders als z.B. in den USA, glücklicherweise bisher nicht allzu häufig aufgetreten sind. Die letzten vergleichbaren Stürme in Deutschland gab es im Jahre 1990, Ende Februar, Anfang März mit den Stürmen VIVIAN und WIEBKE, die ähnlich wie LOTHAR vor allem in den südlichen Mittelgebirgsregionen verheerende Waldschäden hinterließen, oder  1976 mit dem CAPELLA-Orkan in Niedersachsen.

Da "Flexibilität" bei der Berichterstattung im Fernsehen "groß" geschrieben wird, sollte man den Sturm LOTHAR als Anlass nehmen, an Veränderungen bei der Berichterstattung zu denken. 

Es gibt mehrere Möglichkeiten, auf ein solches Ereignis hinzuweisen, wobei man auch dabei wiederum einiges beachten muss.

Als diplomierte(r)  Meteorolog(e)in im Fernsehen sollte man durchaus in der Lage sein, eine Sturmsituation rechtzeitig zu erkennen. Dagegen sprechen zum Teil die Dienstzeiten, die keinen 24-Stunden-Dienst beinhalten (bei LOTHAR wäre das unbedingt notwendig gewesen, um den Sturm auch ohne Modell rechtzeitig zu erkennen).

Weitere unabdingbare Voraussetzungen dafür sind aber auch zuverlässige Unterlagen (Modelldaten unterschiedlicher Modellläufe) und vor allem aktuelle synoptische Beobachtungswerte und zwar nicht nur von Deutschland,  sondern auch von umliegenden Ländern, denn Wetterprozesse sind nun mal Länder übergreifend. Das hat LOTHAR deutlich gezeigt.

Diese Tatsache wird leider bei der derzeitigen Preisgestaltung der europäischen Wetterdienste (Ecomet) komplett missachtet. Eine umständliche komplexe Preisgestaltung  führt zu überhöhten Preisen von Wetterprodukten, was aus Kostengründen zu einer Reduzierung der Produkte für die Wetterleute im Fernsehen führt. Damit wird eine qualitativ hochwertige Arbeit verhindert. Mit  wesentlich günstigeren kompletten Textvorhersagen der nationalen Wetterdienste oder privater Dienstleister, lässt sich aber keine meteorologische Vorhersage machen. Dies führt letzten Endes zu einer Reduzierung der Qualität der Wetterberichte und schadet langfristig dem Ansehen der Wetterdienste. Schließlich sind insbesondere die meteorologischen Fachleute in den Medien der Garant dafür, dass sachliche Information und Qualität bei der Wetterberichterstattung im Vordergrund stehen und nicht die reine Unterhaltung. Wetter ist und bleibt immer noch eine sachliche Information und muss das auch bleiben, was gerade der Fall "LOTHAR" zeigt. 

Zurück zu den Fachleuten: selbst wenn alle Unterlagen in ausreichender Form vorhanden sind, sollte die Modellgläubigkeit nicht Überhand nehmen. Insbesondere diese  "relativ" kleinräumigen Ereignisse erfordern eine analytische Auseinandersetzung mit der aktuellen Wetterlage, die einen sehr schnell, auch im Falle von LOTHAR, Aufschluss über die Abweichung von der Modellvorhersage geben konnte. 

Die Entwicklung begann schon in der Nacht gegen 00 Uhr MEZ  mit extrem niedrigem Luftdruck vor der Küste der Bretagne. Der Sturm erreichte um 02 Uhr MEZ  die ersten synoptischen Stationen auf dem Festland, bei Cap Finistère, und zog anschließend  etwa entlang des 49. Breitengrades - bis zum Morgen über Frankreich hinweg, wobei er bereits dort beträchtliche Schäden hinterließ. Aufgrund der Höhenströmung war für Deutschland schon frühzeitig durchaus Wachsamkeit geboten.

Es ist hinterher müßig, darüber zu streiten, wer wann hätte besser reagieren müssen, aber solch ein Ereignis sollte Anlass genug sein, bei allen Beteiligten einige Verfahrensweisen zu überprüfen und gegebenenfalls zu revidieren.

Dabei geht es  zum einen um die Vorhersage, zum anderen um die rechtzeitige Warnung aller betroffener Bevölkerungsschichten. 

Warnungen dürfen nur koordiniert erfolgen, also von einer zentralen nationalen Stelle kommen, da es sonst auf dem schnell wachsenden und hart umkämpften Wettermarkt erhebliche Konfusionen im Wettstreit um medienspezifische Ziele geben könnte. Gefährliche Wetterereignisse sind aber für einen solchen Markt ungeeignet, deshalb gehört die Verbreitung von Warnungen in eine nationale Verantwortung, wofür sich die Kompetenz und die Zuständigkeit der Nationalen Wetterdienste anbietet. Im Rahmen der weltweiten internationalen Zusammenarbeit über die WMO wird eine sogenannte "single-voice-policy" angestrebt. Das erfordert  einerseits  Aktionen der nationalen Wetterdienste hinsichtlich der Verteilung von War-nungen und anderswo eine effiziente regionale und überregionale Zusammenarbeit. Auf dem kommerziellen Sektor scheint diese Zusammenarbeit wohl ganz gut zu klappen, nicht aber auf dem fachlichen Sektor, obwohl es gerade in Europa bei derartigen Ereignissen unbedingt notwendig wäre. 

Eines ist klar: Der Zuschauer hat nichts von irgendwelchem Kompetenzgerangel um Zuständigkeiten, aber er hat ein Recht auf das  Optimum, die beste verfügbare Information in der kürzest möglichen Zeit. 

Eine bessere Koordination zwischen nationalen Wetterdiensten und Medien ist ebenfalls anzustreben. Hier sollte die Möglichkeit geprüft werden, inwiefern aktuelle Warnungen  in das laufende Fernsehprogramm eingeblendet werden können, wie dies in den USA üblich ist. Dort werden automatisch aktuelle Meldungen und Warnungen z.B. bei Tornado-Lagen dargestellt und ständig aktualisiert. Entsprechende Hinweise in den Internetdiensten sollten ebenfalls erfolgen.

Eine wesentliche Aufgabe der professionellen Fernsehmeteorologen sehe ich in der sachlichen und fachlichen Begleitung derartiger Ereignisse, um die Zuschauer z.B. über Hintergründe, aktuelle Entwicklungen, Begleiterscheinungen und Einschätzungen zu informieren. 

In diesem Zusammenhang ist eine intensivere Zusammenarbeit, auch im Hinblick auf die "Single-Voice-Policy", mit den entsprechenden Fachleuten bei den Wetterdiensten anzustreben. Nur so lässt sich in Zukunft größtmögliche Vorsorge bei gefährlichen Wetterereignissen treffen. Das sind keine "Highlights" für die Sensationspresse, sondern sie gefährden Menschen-leben und verursachen volkswirtschaftlich riesige Schäden - und das gilt es zu verhindern. 
 

Die "Single-Voice-Policy"
Wetterereignisse "aus aller Welt" sind dank des Kommunikationszeitalters "in aller Welt" in den  Schlagzeilen. Insbesondere die Fernsehmeteorologen sind häufig gefordert, ergänzende und begleitende Informationen zu derartigen Ereignissen zu geben. Dazu werden Informationsquellen benötigt, die schnell verfügbar und zuverlässig sind, vor allem wenn es um die Herausgabe und Verbreitung von Warnungen geht. Sind unterschiedliche Quellen vorhanden, besteht die Gefahr widersprüchlicher Informationen, die die Betroffenen verwirren und verunsichern. Hintergrund für eine sogenannte "Single-Voice-Policy", die in jedem Land nur eine Quelle für die Herausgabe von Warnungen durch einen nationalen Wetterdienst oder eine entsprechend benannte Stelle vorsieht, ist u.a. die Verbreitung von weltweiten Wetterberichten durch Fernsehsender wie CNN oder BBC World. Die Herausgabe von Warnungen sollte auf alle Fälle in der nationalen Verantwortung bleiben. Die WMO könnte bei der Koordination eine entscheidende Rolle spielen.

Inge Niedek
Diplom-Meteorologin
ZDF, HR Aktuelles, Wetter, 
Präsidentin IABM (International Association of Broadcast Meteorology)
E-Mail: Niedek.I@zdf.de

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METLIS goes Internet!

Es ist soweit, was viele unserer Benutzer gewünscht haben:
METLIS, das Literaturinformationssystem der Bibliothek des DWD, ist jetzt per Internet erreichbar!

Was ist METLIS?
METLIS ist eine bibliografische Datenbank, mit deren Hilfe Literaturrecherchen durchgeführt werden können. METLIS steht jetzt jedem, der einen Internetanschluss hat, zur Verfügung. In METLIS werden aber auch weiterhin Auftragsrecherchen durch die Bibliothek für DWD-Angehörige sowie Interessenten von außerhalb des DWD (u.U. gegen Entgelt) durchgeführt. 

Was enthält METLIS?
Mitte des Jahres 2000 enthält METLIS über 174.000 DE (Dokumentationseinheiten oder Titelaufnahmen) und wächst pro Jahr um ca. 5.000 DE. Die große Datenbasis umfasst alle Titelaufnahmen, die in der Bibliothek seit 1966 erstellt worden sind, also Literaturnachweise aus über 34 Jahrgängen, in erster Linie aus dem Fach Meteorologie, teilweise aber auch aus verwandten Fachgebieten. Das bedeutet, dass in METLIS Literatur, die   v o r   1966 erschienen ist, nicht oder kaum nachgewiesen wird. Diese Veröffentlichungen können im alten (manuellen) Katalog der DWD-Bibliothek gefunden werden. 

Die Literatur wird nicht nur formal bibliografisch beschrieben, sondern auch inhaltlich erschlossen. Die inhaltliche Erschließung, d.h. sorgfältige Klassifizierung nach dem Inhalt zum Zwecke der späteren Wiederauffindung, erfolgt mittels DK-Zahlen (UDK=universelle Dezimalklassifikation), einer sprachunabhängigen, numerischen Notation. So wird bei der Bibliothek des DWD aus meteorologischen Zeitschriften jeder einzelne Titel formal erfasst und inhaltlich erschlossen. Das sind ca. 80 % der Titelaufnahmen in METLIS.

Die ausgewertete Literatur umfasst neben Monographien (Büchern) und Aufsätzen aus Fachzeitschriften auch Diplom- und Doktorarbeiten, Projekt- und Konferenzberichte, Reports allerart  u.s.w., also auch die sogenannte Graue Literatur. Die gesamte in METLIS nachgewiesene Literatur ist in der Bibliothek des DWD vorhanden und unter bestimmten Voraussetzungen ausleihbar. Literatur, die nicht in der Bibliothek des DWD vorhanden ist, wird nicht nachgewiesen. Da aber die Bibliothek das gesamte meteorologische Schrifttum weltweit und sprachunabhängig sammelt, ist der Vollständigkeitsgrad sehr hoch. Dazu tragen die weltweiten Tauschbeziehungen der Bibliothek des DWD bei.Die Benutzeroberfläche heißt WWW-OPAC. Jeder, der einen Internet-Anschluss hat, kann jetzt in METLIS Literaturrecherchen zu meteorologischen Themen selbst durchführen.

Wie kommt man an METLIS heran?
Über die URL http://www.dwd.de gelangt man auf die Homepage des DWD. Dort das Feld "Publikationen" anklicken, dann kommt man zur Übersichtsseite der Bibliothek des DWD. Sie enthält Informationen über alle Dienstleistungen der Bibliothek, u.a. eine ausführliche Beschreibung zu METLIS und zum WWW-OPAC, sowie den Link zum Aufruf des WWW-OPAC, der Benutzeroberfläche für die Recherche in METLIS. Empfohlen wird der Browser von Netscape.

Alles Weitere steht in den o.g. Informationstexten sowie im Hilfstext des WWW-OPAC.

Michael Goesch
DWD Zentralamt
Frankfurter Str. 135
63067 Offenbach/Main
Michael.Goesch@dwd.de

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Nachruf A. Eliassen

Am 22. April 2000 verstarb Arnt Eliassen, Ehrenmitglied der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft. Ein Nachruf wurde auf dem Web kurz danach publiziert - den Link zu diesem Text finden Sie hier.

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Neues von der Meteorologischen Zeitschrift





An dieser Stelle wurde bereits des Öfteren über das Geschehen bei den Zeitschriften berichtet. Wie Sie sicher wissen, erscheint seit Anfang 2000 die Meteorologische Zeitschrift, deren Titelrechte beim Schweizerbart-Verlag liegen, vereinigt mit den Beiträgen zur Physik der Atmosphäre, die von den Meteorologischen Gesellschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz 1999 vom Vieweg-Verlag erworben wurden.

Am 30. und 31. August 2000 fanden in Stuttgart Treffen der Zeitschriften-Koordinatoren - das sind Vertreter des Verlags und der beteiligten Meteorologischen Gesellschaften -  und der Editoren statt, an dem ich als DMG-Sekretär und Schriftleiter der Meteorologischen Zeitschrift ebenfalls teilnahm. Höchst positiv wurde verzeichnet, wie reibungslos die organisatorische Neugestaltung der technischen Abläufe vor sich ging, und wie sich der Manuskripteingang entwickelte. Es ist mir daher eine ausgesprochen angenehme Pflicht, ankündigen zu können, dass ab dem 5. Heft 2000 die Seitenzahl der Meteorologischen Zeitschrift um rund 100 pro Jahr gesteigert wird. Neben der - sicher nicht für alle einfachen - Konzentrierung auf englischsprachige Orginalarbeiten und der Steigerung der Abonnentenzahl ist die Zunahme der Seitenzahl pro Jahr ein bedeutendes Kriterium für das international Gewicht einer Zeitschrift und damit auch für die angestrebte Aufnahme in den Citation Index. Mehr Seiten pro Heft drucken zu können hat für die Autoren den Effekt, dass ihre Geduld nicht über die Maße strapaziert wird und für die Abonnenten bedeutet es, eine umfangreichere Zeitschrift zu erhalten.

Ein weiterer Weg, die Attraktivität der Meteorologischen Zeitschrift zu steigern ist ihre vollständige Verfügbarkeit über das Internet. Die Entwicklung dazu ist bereits sehr weit fortgeschritten, so dass mit dem Jahrgang 2001 dieser zusätzliche Service angeboten wird. Weitere Details dazu folgen im nächsten Heft der DMG Mitteilungen.

Sehen Sie sich doch einmal auf den Webseiten der Meteorologischen Zeitschrift bei der DMG http://www.met.fu-berlin.de/dmg/dmg_home/meteorologische.html um.

Arne Spekat
Schriftleiter
Meteorologische Zeitschrift
Institut für Meteorologie
Freie Universität Berlin
C.-H.-Becker-Weg 6-10
12165 Berlin
ted_metz@bibo.met.fu-berlin.de
 

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Stand: 19. Oktober 2000, Webimplementierung: A. Spekat