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Publikationen

Meteorologischer Kalender 2007

 

Titel

Irisierende Wolken („Perlmutterwolken“) in der Stratosphäre, 20.12.2005, Südschweden
Foto: Ekkehart Steinborn

Diese spektakulären, seidig glänzenden und farbig irisierenden Wolken entstehen im Winter in Höhen zwischen 22 und 27 Kilometern. Sie bilden sich, sobald die Luft in diesen Höhen die -80°C-Schwelle unterschreitet. Dies war an jenem Tag gegeben: Die vom Europäischen Zentrum für Mittelfristige Wettervorhersage analysierten Karten zeigten für die Höhen um 23 km über Südschweden eine Minimum-Temperatur von -88°C. Erstmals wurden derartige Wolken 1870 beschrieben, noch etliche Jahre vor dem Ausbruch des Vulkans Krakatau im Jahre 1883, dessen Asche und Gase die Stratosphäre offenbar stark abkühlten.

 

 

 

 

Januar

Unterer Berührungsbogen in Eisnebel, 13.1.2005, Jungfraugebiet, Lauberhorn, Schweiz
Foto: Siegfried Lehmann

Dem Fotografen ist ein eindrucksvolles Gebirgsfoto gelungen. Er stand knapp oberhalb des Talnebels, der offenbar aus Eiskristallen bestand. Die Lichterscheinung entsteht nämlich durch Lichtbrechung an hexagonalen Säulenkristallen, deren Symmetrieachse horizontal liegt. Die sternartige Struktur um die Sonne ist nicht real, sie ist die Folge einer Reflexion im Kamerasystem.

 

 

Februar

Wolkenscheinwerfer, Wedemark bei Hannover, 15.7.2005, ca. 21:30 MESZ
Foto:
Heino Strunk

Wie ein großer Scheinwerfer wirkt hier die Sonne, wenn auch die Schattenstreifen das hervorstechende Merkmal sind. Die Sonne strahlt nämlich durch Wolkenlücken, wobei die Strahlen in einzelne parallele Bündel aufgespaltet werden, welche durch die Perspektive vom Erdboden aus wie ein breiter Lichtfächer erscheinen. Das Foto entstand beim Übergang von subtropischen Luftmassen zu kühlerem Wetter.

 

 

März

Weiße Föhnwolken und Himmelsblau durch Streuung des Sonnenlichts, Jungfraujoch (Schweizer Alpen) am 9.3.2005
Foto: Julie Cozic

Wie ein großer Scheinwerfer wirkt hier die Sonne, wenn auch die Schattenstreifen das hervorstechende Merkmal sind. Die Sonne strahlt nämlich durch Wolkenlücken, wobei die Strahlen in einzelne parallele Bündel aufgespaltet werden, welche durch die Perspektive vom Erdboden aus wie ein breiter Lichtfächer erscheinen. Das Foto entstand beim Übergang von subtropischen Luftmassen zu kühlerem Wetter.

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April

Doppelter Regenbogen, Rocky Mountains National Park, Colorado, USA, 29. Juni 1991, 19.07 Uhr Ortszeit.

Foto: Shirley M. Holle

Vor der dunklen abziehenden Gewitterwolke scheint die Abendsonne in den Regenvorhang. In der klaren Höhenluft der Rocky Mountains ist ein spektakulärer Regenbogen mit seinem Nebenbogen entstanden. Da die Sonne auch auf den hellen Felsen hinter dem Regenvorhang scheint, ist er besonders gut erkennbar. Das Besondere ist, dass auch der zweite Regenbogen, getrennt durch eine deutlich dunklere Fläche („Alexanders Dunkles Band“, s. Erläuterungen auf Seite ....) zwischen beiden Bögen, sehr gut ausgeprägt ist. Dieses gesamte Bild gibt einen guten Eindruck von den optischen Eigenschaften von Regentropfen und der Atmosphäre.

 

 

 

Mai

 

Vergehende Schauerwolke, 8.5.2005, 16.22 MESZ, von der Wetterwarte auf dem Wendelstein (1845 m).

Foto: Claudia Hinz

Ein schöner, ruhiger Frühsommertag bringt viel Sonnenschein, aber auch den Aufzug hoher Cirrus- (Schleier-) Wolken, die in 8 bis 10 Kilometer Höhe von Westen heran ziehen. Sie zeigen an, dass dort erhebliche Windgeschwindigkeit (mehr als 100 km/h) herrscht. Die lang gezogenen Wolkenfäden bestehen aus Eiskristallen, die langsam herabfallen. Dabei ziehen die höheren Wolken - in ca. 10 Kilometer Höhe - viel schneller als die in tiefere Luftschichten fallenden Kristalle, die demnach zurückbleiben und diese Wolkenformation bilden. - Der Kontrast zwischen weißen Wolken, blauem Himmel und einem gelb blühenden Rapsfeld sowie einem braunen, offenbar kurz zuvor bearbeiteten Feld gibt dem Bild einen typischen mitteldeutschen ländlichen Eindruck.

 

 

Juni

Leuchtende Nachtwolken, Südwest-Finnland, nahe Kustavi, 6./7.8.2004 mit Spiegelung auf einem See.
Foto: Pekka Parviainen

Diese nur im Sommer in Höhen von 82 bis 83 km ziehenden dünnen Leuchtenden Nachtwolken (LNW) sind auch um Mitternacht noch von der Sonne beschienen. Aus Meteorologischem Kalender 2000: Die Wolken entstehen in Höhen mit sehr geringen Wasserdampfmengen. Damit sich dennoch Eiswolken bilden können, muss die Temperatur unter -130°C sinken, und es müssen Kristallisationskeime, z.B. aus Vulkanausbrüchen, vorhanden sein. In den betreffenden Mesopausenschichten wird es nur im Sommer so kalt als Kompensation zur dann warmen Erdoberfläche und der Troposphäre. Ebenso erklärt sich daraus die südliche Begrenzung der Beobachtbarkeit auf der Nordhemisphäre. Je weiter die Wolken in Richtung Äquator driften, desto wärmer wird die Luft, und die Eiskristalle lösen sich auf. Die Windgeschwindigkeit in diesen Höhen kann bis zu 100 m/s. betragen. Der Fotograf schreibt außerdem: „Dies war eine (am Abend) recht späte Aufnahme mit dem dunklen Himmel und einigen Sternen. Für das Auge auffallend war die gelbliche Farbe der Leuchtenden Nachtwolken und natürlich der „stärker normale“ dunkle rosa Farbton im obersten Teil der Wolken, verursacht durch den Erdschatten, der die Wolkenübergrenze erreichte.“ Er fügt hinzu: „Dies ist eines meiner schönsten Bilder (von LNW) seit 1977.“

 

 

Juli

 

Cumulonimbus in der innertropischen Konvergenzzone 4.2.2005, 16:57 Uhr nördlich vom Äquator über Kamerun in 11.277 m Höhe, Flug von Amsterdam nach Kapstadt

Foto: Dirk Costa

Schornsteinartig steigt eine Gewitterwolke in den tropischen Himmel. Ihre Obergrenze dürfte bei 12 Kilometer Höhe liegen, für tropische Gewitter nicht besonders hoch, die oftmals bis 17 oder gar 18 km hinauf reichen. Auffallend ist das „blumenkohlförmige“ Aussehen der Wolke bis knapp unter das Flugniveau des Flugzeuges, also bis 9 oder 10 km. Dies bedeutet, dass die Wolke noch weitgehend aus stark unterkühlten („supercooled“) Tröpfchen mit Temperaturwerten um -35°C besteht. Erst in den obersten Wolkenteilen kristallisieren diese Tröpfchen zu Schnee, kenntlich an der dann zerfasernden Struktur. Gleichzeitig gerät die Wolke in der Nähe der Tropopause in ihrem obersten Bereich in eine Strömung, die die Schneekristalle seitwärts ausbläst.

 

 

August

Gewitter mit Blitzen, Anfang August 2004, Turku, Finnland
Foto: Pekka Parviainen

Spektakulär beleuchtet ist die Gewitterwolke über Turku von einem aus dem oberen Bereich der Wolke kommenden und zur Erde reichenden Blitz. In Finnland sind Gewitter relativ selten, im Sommer können sie allerdings bei entsprechenden Wetterlagen auch durchaus heftig sein. Der Fotograf schreibt hierzu: „Während der Nacht donnerte es in ganz Südfinnland mehrere Stunden lang. ...Jedes dritte Foto ergab ein (wenn auch nicht immer deutliches) Blitzbild. Während längerer Zeitabschnitte blitze es alle 10 Sekunden.“ Im Vergleich zu schweren Gewittern im Mittelmeerbereich, die gelegentlich bis zu 120 Blitze pro Minute (!) produzieren, ist dies nicht als schwer einzustufen. Jedoch sind die Anzahl der Blitze und die Menge des Niederschlags nach wissenschaftlichen Untersuchungen nicht miteinander korreliert, d.h. ein blitzreiches Gewitter kann durchaus nur geringen Niederschlag bringen, während ein Gewitter mit wenigen Entladungen Starkregen ergeben kann

 

 

September

Zirkumzenitalbogen, 25.9.2005 in Berlin-Köpenick
Foto: Heinrich Schäfer

Vor dem blauen Himmel und den weißen Schleierwolken (Cirren) hebt sich markant ein farbiger Streifen ab, der als optische Himmelserscheinung – wenn auch nicht so ausgeprägt – relativ häufig vorkommt. Er entsteht durch Lichtbrechung am 90°-Winkel orientierter Eiskristalle. Hier handelt es sich um einen Teil eines Halo, bei dem Licht von der Sonne durch kleine Eiskristalle in der Atmosphäre aus seiner Richtung so abgelenkt wird, so dass unter bestimmten Beobachtungswinkeln Lichtverstärkung auftritt.

 

 

Oktober

Abendstimmung an der Oder bei Frankfurt, 30.8.2005, 20.19 MESZ
Foto: Gunter Pröhl

Ruhig und mit pastellartigen Farben zeigt sich dieser Sommerabend an der Oder. Das im knapp 20°C warmen Wasser vertäute Boot lädt zum Schwimmen ein ... oder am Ufer zum Träumen. Im Bereich einer umfangreichen Hochdruckzone über Mitteleuropa herrschte an diesem Tag schwachwindiges und warmes Sommerwetter mit Höchstwerten der Temperatur um 25°C. Am Abend wurde meist noch 20 bis 22°C gemessen.

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November

Irisierende Wolken, Wedemark, etwa 20 km nördlich von Hannover, 7.8.2005
Foto: Heino Strunk

Unter irisierenden Wolken versteht man farbige Effekte an dünnen Wolken oder an Rändern dichterer Wolken. Die hier erfassten zerfasernden dünnen und farbigen Wolken entstanden in 2000 bis 3000 m Höhe im Bereich von kalter und sehr sauberer Luft, die auf kurzem Weg vom Nordmeer nach Mitteleuropa gelangt war. In dieser Höhe lag die Temperatur im Bereich von arktischer Meeresluft über Norddeutschland bei Werten um -10°C. Die Wolken entstanden in einer feuchten Schicht, die jedoch keine wesentliche Vertikalbewegung aufwies, daher bildeten sich auch keine Schauer. Hierbei handelt es sich um Wolken, die aus Wassertröpfchen bestehen und die somit das Licht wie bei einem Regenbogen farbig streuen.


 

 

Dezember

Lichtsäule an Schneekristallen, Fleimstal, Dolomiten, 12.12.2002
Foto: Birger Tinz

Das im Bereich des Skizentrums Latemar (1757 bis 2200 m Höhenlage) im „Val di Fiemme-Obereggen“ (Fleimstal) aufgenommene Foto sowie weitere (s. Beschreibung Rückseite) Fotos zeigen überraschende atmosphärische Optik-Erscheinungen. Sie sind sämtlich „künstlich“, d.h. durch menschliche Aktivität entstanden. Zu Beginn der Wintersaison liegt oft noch nicht genug Schnee, so dass in diesem Gebiet etwa 70% der insgesamt 1200 km langen Pisten mit Schneekanonen beschneit werden. Besonders bemerkenswert ist eine dabei beobachtete Lichtsäule, die scheinbar vom Boden bis ca. 10 – 15 m Höhe reicht. Sie entsteht durch Reflexion des Sonnenlichts an Eisplättchen, die von der Schneekanone in der Luft geblasen werden. Am Oberrand der Säule gehen die Kristalle vom Aufsteigen ins Fallen über und schweben für kurze Zeit. Dabei richten sich zylinderförmige Kristalle horizontal aus und drehen sich nur noch um die Haupt- und eine Nebenachse. Sie verursachen dabei als Abschluss der Lichtsäule einen farbigen Berührungs­bogen des 22°-Halos der auf dem Bild rechts knapp über den Bäumen stehenden Sonne.