Mitteilungen der DMG

Heft 02/99 (Auszüge)


Inhaltsverzeichnis (durch Anklicken eines Artikels kommen Sie direkt dorthin)
25 Jahre Deutsche Meteorologische Gesellschaft e. V. (DMG)
Wissenschaftlicher Sekretär der DMG
Der Weg zur Europäischen Meteorologischen Gesellschaft (EMS)
50 Jahre numerische Wetterprognose - Einladung
Roundtable-Gespräch "Biometeorologische Informationen in den Medien"
Fortbildungsveranstaltung: Workshop Stadtklima
METEOROLOGE! Berufsbezeichnung oder Selbstüberschätzung?
Geokonferenz in Würzburg
Meteorologische Bibliothek im Internet
Ozonprognosen und Ozonwerte im Internet
1998 - Weltweit die höchsten Temperaturwerte des Jahrhunderts
Nachruf Prof. Dr. Rainer Roth
Nachruf Dr. Friedrich Krügler
TAGUNGSKALENDER

25 Jahre Deutsche Meteorologische Gesellschaft e. V. (DMG).


Am 27. März 1974 wurde anläßlich der Meteorologentagung in Bad Homburg die Gründungsversammlung für unsere Gesellschaft durchgeführt. In der neuen Gesellschaft wurden die vier selbständigen Teilgesellschaften zusammengefaßt und der bis dahin bestehende Dachverband "Verband Deutscher Meteorologischer Gesellschaften" (VDMG) aufgelöst. Unsere wissenschaftlichen Aktivitäten der letzten Jahre haben national wie international großen Zuspruch erfahren. Dies zeigt sich insbesondere in der regen Beteiligung an den Tagungen, Fortbildungsveranstaltungen und Symposien der DMG. Doch wir können nicht im Erreichten verharren. Das letzte Amtsjahr des Geschäftsführenden Vorstands der DMG steht so im Zeichen der Fortentwicklung der meteorologischen Zeitschriftenlandschaft, der Kooperation der meteorologischen Gesellschaften in Europa sowie anstehender Stukturänderungen innerhalb der Gesellschaft. Erste Schritte werden sichtbar: 

Zum 01. April 1999 hat die Geschäftsstelle der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft in Berlin mit Herrn Dipl.-Met. Arne Spekat als wissenschaftlicher Sekretär der DMG ihre Arbeit aufgenommen. Herr Spekat stellt sich im vorliegenden Heft den Mitgliedern vor.

Wir blicken auf ein weiteres freudiges Ereignis, die Weiterführung der Zeitschrift PROMET. Mit Herrn Dr. Hein-Dieter Behr vom Geschäftsfeld Seeschiffahrt des DWD in Hamburg wurde ein neuer, engagierter Hauptschriftleiter gefunden. Herr Dr. Behr übernimmt in diesen Tagen sein neues Amt. Angestrebt wird, in diesem Jahr noch mindestens ein PROMET-Heft herauszugeben. 

Auch die Gründung der Europäischen Meteorologischen Gesellschaft steht bevor. Hierüber berichtet Herr Prof. Dr. W. Wehry im vorliegenden Heft.

Der Geschäftsführende Vorstand der DMG wünscht dem neuen wissenschaftlichen Sekretär und dem neuen Hauptschriftleiter von PROMET alles Gute für die Zukunft und eine erfolgreiche Arbeit. Insbesondere bitte ich die Mitgliedschaft, die Zeitschrift PROMET durch eine fruchtbare Zu- und Mitarbeit zu unterstützen. 

Udo Gärtner
 

Wissenschaftlicher Sekretär der DMG
Den Worten lasset Taten folgen: Nachdem in der DMG und auch an dieser Stelle die Etablierung eines Wissenschaftlichen Sekretärs diskutiert wurde, ist ab 1.4.1999 diese Position mit mir und durch mich besetzt worden. Mit diesem Kurzbeitrag möchte ich mich bei Ihnen vorstellen, Ihnen meinen Werdegang schildern und die Aufgaben der nahen und ferneren Zukunft umreißen.

Der Name ist Arne Spekat. Ich bin Diplom-Meteorologe, habe ab 1975 in Berlin am Institut für Meteorologie der Freien Universität studiert und dort 1983 mein Diplom bei Prof. Fraedrich über ein Thema der statistischen Klimatologie in der Antarktis erlangt. Der weitere Weg führte mich zu einer vierjährigen Industrietätigkeit und ab 1988 zu einer Mitarbeit in der Arbeitsgruppe Synoptische Klimatologie von Prof. Geb an der FU Berlin. Im Universitätswetterdienst gab es viel Gelegenheit, an der Schichtdienst- und Vorhersagepraxis teilzuhaben. Seit 1994 habe ich dann als Teilzeitkraft im nationalen Sekretariat des Internationalen Geosphären-Biosphären-Programms (IGBP) zunächst in Berlin, ab 1996 in Potsdam und zusätzlich im Rahmen des Klimaforschungsprogramms des BMBF in einem Projekt zur Klimavariabilität gearbeitet - auf einem solchen Gebiet ist auch eine Promotion in Arbeit.

Mit der Berufung eines wissenschaftlichen Sekretärs (es sei hier ganz wertneutral bemerkt: als Teilzeitkraft) beschreitet die DMG unkartiertes Neuland, was ich als große Chance und Herausforderung sehe. Der Wissenschaftliche Sekretär ist, nach derzeitiger Lesart, kein Vorstandsmitglied - diesem natürlich berichtspflichtig - und hat die Möglichkeit, koordinierend zu wirken und Dinge zu betreuen oder voran zu bringen, die beim überwiegend ehrenamtlichen "Betrieb" DMG so bisher nicht möglich waren. Dabei lege ich darauf Wert, daß es ein Sekretariat der DMG gibt, dessen Kompetenzen an verschiedenen Stellen wahrgenommen werden, zum Beispiel in Traben-Trarbach, zum Beispiel in Berlin. 

Im Grunde gibt es drei Hauptaufgabenfelder für den Wissenschaftlichen Sekretär

  • Zeitschriften
Wie Ihnen sicher nicht neu ist, befinden sich die wissenschaftlichen Publikationen der DMG in einer Umstrukturierungsphase. Den Zusammenführungsprozeß mitzugestalten ist derzeit eine sehr wichtige Aufgabe. Doch auch weitere DMG-Publikationen, wie promet, das möglicherweise noch in diesem Jahr seine Wiedererstehung feiern wird und die DMG-Mitteilungen werden sich in neuem, von mir ebenfalls mitzugestaltendem Gewand präsentieren.
  • Außenwirkung : 
Auf diesem Feld gilt mein Augenmerk der inhaltlichen und formalen Öffentlichkeitsarbeit, was auch die Präsenz der DMG und ihrer Gliederungen auf dem www betrifft. Darüber hinaus - und in enger Verknüpfung mit der Zeitschriftenherausgabe - werden die Kontakte mit den Schwestergesellschaften in Österreich und der Schweiz intensiv weitergepflegt. Hinzu kommt das Engagement der DMG in der European Meteorological Society, die sich im September gründen wird, und in deren Konstituierungsprozeß der Wissenschaftliche Sekretär ebenfalls eingebunden ist.
  • Innenwirkung
Sind Sie immer mit dem zufrieden, wie es in der DMG vor sich geht? Ich biete Ihnen an, offenes Ohr zu sein, ein Faktor im "Binnenklima" der DMG zu werden und hoffe, möglichst viele von Ihnen auch persönlich kennenzulernen. Die DMG hat ein erfreulich weites Spektrum an Mitgliedern aus allen Bereichen der Meteorologie und diese "Biodiversität" möchte ich erhalten und stärken helfen.Derzeit ist der Wissenschaftliche Sekretär noch in Provisorien gehüllt - Sie mögen die Postadresse und die e-Mail schon notieren, aber Telefon- und Faxnummern sind noch nicht endgültig und ein Arbeitsraum wird derzeit baulich hergerichtet. Ich halte Sie auf dem Laufenden, wenn es Veränderungen gibt. Dieser Kurzbeitrag kann noch kein Zwischenbericht sein - es wäre nach einem guten Monat auch etwas früh, aber ich habe vor, auf diesem Kanal noch oft zu senden - verlassen Sie sich darauf!

Dipl. Met. Arne Spekat

Wissenschaftlicher Sekretär der DMG
Institut für Meteorologie
Freie Universität Berlin
Carl-Heinrich-Becker-Weg 6-10
12165 Berlin
Stand: 6. Mai 1999: Telefon: 030 838 71197/71139
Fax : 030 791 9002
e-Mail: dmg@bibo.met.fu-berlin.de

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Der Weg zur Europäischen Meteorologischen Gesellschaft (EMS)


Die EMS kann nun gegründet werden!

Im Heft 4, 1998, der "Mitteilungen", S. 27 – 29, wurde über den Stand der Vorbereitungen für die Gründung einer European Meteorological Society (EMS) nach der Deutschen Meteorologen-Tagung (Leipzig) berichtet. Die in Leipzig erarbeitete Satzung für die EMS wurde zunächst den acht an diesen Gesprächen beteiligten Gesellschaften zur Stellungnahme vorgelegt. Es sind dies: Die französische, englische, holländische, deutsche (diese vier sind federführend), schweizerische, österreichische, ungarische und schwedische Gesellschaft.

Bis Anfang Januar hatten sich diese Gesellschaften auf einen gemeinsamen Entwurf geeinigt, der nun allen 27 europäischen Gesellschaften vorgelegt wurde. Bis Anfang Februar hatten sich verabredungsgemäß die meisten der Gesellschaften geäußert, so daß eine abschließende Besprechung notwendig wurde.

Auf Einladung der Royal Met. Soc. trafen sich am 8./9.2.1999 in Reading im Haus der RMS Vertreter der federführenden Gesellschaften, nämlich SMF (René Morin), der holländischen Met. Soc. (Jon Wieringa), der DMG (Werner Wehry) und der RMS (Stan Cornford – Executive Secretary, Richard Pettifier – Secretary, Malcolm Walker – Education officer, kurz auch der Präsident der RMS, Prof. Hoskins). Es herrschte eine sehr angenehme Atmosphäre, die durch frühlingshaftes Wetter und Sonnenschein noch unterstützt wurde: In Reading blühten im Eingangsbereich des RMS-Hauses bereits eine Japankirsche, in London im Hyde-Park Kamelien, während fast ganz Mitteleuropa von Frost und Schnee überzogen war.

Folgende Themen wurden besprochen:
 

  • Satzung der EMS: Die Anmerkungen von elf Ländern (zusätzlich zu den acht am Leipzig-Text beteiligten) wurden eingearbeitet und ein gemeinsamer neuer Entwurf erarbeitet, den nun René Morin zusammenstellte. Hierzu sind keine wesentlichen Einwendungen mehr zu erwarten. 
  • Die hauptsächlichen Punkte sind: "Die Ziele der EMS bestehen darin, auf europäischer Ebene die wissenschaftlichen Belange der Meteorologie und verwandter Wissenschaften zu fördern und die Entwicklung von Anwendungen in diesen Bereichen durch gemeinsame Initiativen zu unterstützen..." 
  • Die EMS wird keine Einzelmitglieder, nur Gesellschaften als Mitglieder haben, also ein Dachverband sein. Einmal jährlich soll eine Hauptversammlung der Mitglieder stattfinden. Sie wählt den Rat (Council). Das Council besteht aus je einem Repräsentanten der drei permanenten Mitglieder Frankreich, England und Deutschland, die zusammen fast drei Viertel aller europäischen persönlichen Mitglieder haben und die daher mit ihren finanziellen Beiträgen etwa ¾ der Kosten der EMS tragen werden sowie aus sechs weiteren Mitgliedern. Aus dem Rat werden für drei Jahre Präsident (Wiederwahl nicht möglich), Stellv. Präsident und Schatzmeister gewählt.
  • Es wird ein ständiges Sekretariat eingerichtet. Der Sekretär wird vom Rat ernannt. Bei Bedarf und Abstimmung in der Hauptversammlung kann das Sekretariat auch in ein anderes Land ziehen. Der Sekretär koordiniert und unterstützt die Arbeit des Vorstandes und der Hauptversammlung. Wesentlich wird seine Tätigkeit als Herausgeber des "EMS-Newsletters" sein (auch im Internet). In weiterer Zukunft wird vom Sekretär und seinem Sekretariat erwartet, daß er/sie mit der Herausgabe von Publikationen, Organisation von Tagungen usw. so viel Geld erwirtschaftet, daß die Zuschüsse von den einzelnen Gesellschaften weitgehend reduziert werden können. 
  • Es wurde außerdem beschlossen, eine Geschäftsordnung aufzustellen. Je ein Entwurf für das Council und die Mitgliederversammlung sind inzwischen von Stan Cornford nach dem Muster der ECMWF-Procedures erstellt worden, Ergänzungen und Änderungen hat Arne Spekat vorgeschlagen. 
  • Für die Finanzierung der EMS liegen für den Zeitraum Sept. 1999 bis Dez. 2000 (16 Monate) Zusagen über 56.000,- Euro vor. Damit kann das Sekretariat mit einer halben Stelle (Arne Spekat) eingerichtet werden (z.T. werden dieselben Geräte genutzt wie beim DMG-Sekretariat, d.h. es werden nur ein Computer/ Laptop und nur ein ISDN-Telefonanschluß eingerichtet). Eingeschlossen in diese Summe sind mehrere notwendige Reisen des Präsidenten und des Sekretärs in Europa sowie zur AMS/ USA, die insgesamt mit 10.000 Euro angesetzt wurden.
  • Erfreulicherweise hat der Kanzler der Freien Universität Berlin erklärt, daß es seine Universität als Ehre sehe, derartige wissenschaftliche Einrichtungen zu beherbergen, es wird also keine Miete anfallen. Die federführenden Gesellschaften haben inzwischen zugestimmt, per 1.9.1999 das EMS-Sekretariat in Berlin einzurichten.
  • Folgendes weiteres Vorgehen wurde vereinbart: Der vorliegende Satzungs-Entwurf wurde von René Morin bis Ende Februar an alle Gesellschaften verteilt. Um nochmalige Stellungnahme bis Anfang April wurde gebeten. Nach der endgültigen Fein-Abstimmung wird von allen Gründungsmitgliedern bis Ende Mai ein "Letter of Acceptance" erwartet. Bis zum 30.4. hatten die drei permanenten Gesellschaften (DMG, SMF, RMS) formell bereits zugestimmt, drei weitere (Kroatien, Rumänien, Schweden) ebenfalls. Im September wird mit 15 bis 20 Gründungsgesellschaften gerechnet. Selbstverständlich können sich auch danach weitere Gesellschaften anschließen, allerdings nur aus der Region VI nach der Definition der WMO, das sind alle europäischen Länder.
  • Während der ECAM99 in Norrköping (13.- 17.9.99) wird am 14.9. zunächst ein Treffen der EMS-Interessierten stattfinden, die zur Gründungsversammlung eingeladen wurden. An diesem Nachmittag wird die Gründung beschlossen und sofort danach eine erste Mitglieder-Versammlung einberufen, die das Council wählt. Anschließend trifft sich das Council und wählt den Präsidenten und die drei Vize (vorauss. je einer aus Nord-, Mittel- und Südeuropa) und den Kassenwart. – Am 15.9. wird in einer Plenarsitzung die Gründung der EMS öffentlich proklamiert und die Mitglieder sowie die Zusammensetzung des Councils bekanntgegeben. 
  • Eine der ersten Aktionen der EMS wird die Mit-Organisation der Festveranstaltung "50th Anniversary of Numerical Weather Prediction" in Berlin/ Potsdam sein. Über weitere Aktionen entscheidet das Council (s. Beitrag von Arne Spekat).
  • Eine COST-action (= Co-operation of Science and Technology) zum europaweiten Thema "Erziehung und Fortbildung im Bereich der Meteorologie wurde ausführlich besprochen. Als Ergebnis mußte festgestellt werden, daß in diesem Bereich das "T" von COST nur schwer erfüllbar ist, zumal die eigentlich technischen Gebiete z.B. mit EuroMET schon besetzt sind. 
  • Für reine Bildungs-Zwecke ist das COST-Programm wenig geeignet, weil in diesem Kontext auch Didaktik und Lehrinhalte wesentlich wären, für die die Erziehungs-Ministerien zuständig sind. In Frankreich und England werden sich die Kollegen bei ihren dortigen Ansprechpartnern nach Möglichkeiten erkundigen und Vorschläge erarbeiten – in Deutschland (und z.B. der Schweiz) gibt es kein derartiges Ministerium, und hier dürfte es im föderalen Bereich schwierig sein, auf nationaler Ebene entsprechende Vorschläge zu erarbeiten.
  • Es wurde zwar beschlossen, den COST-Vorschlag zunächst ruhen zu lassen, inzwischen hat jedoch Prof. Jon Wieringa (Holland) einen überarbeiteten Entwurf vorgelegt, über den mit dem Ziel zu diskutieren ist, bis zum Oktober einen in Brüssel einreichbaren Vorschlag zu entwickeln. Hiermit werden sich von der RMS Malcolm Walker, von der SMF vorauss. Jean-Claude Pastre und von der DMG die Herren Spekat/Wehry befassen. Am 15.2.1999 trafen sich einige der in Reading Beteiligten im Rahmen der Programm-Besprechung der ECAM99 in Norrköping. Mit Vertretern mehrerer europäischer Länder (Österreich, Tschechien, Schweden, England) diskutierten Morin und W.Wehry die oben beschriebene Situation, und auch der Vertreter der WMO, Dr. Zaitzev, unterstützte diese Vorbereitungen, die er von Seiten der Weltorganisation als sehr wichtig einstufte.
  • Lizensierung von Meteorologen: Sowohl in Reading als auch in Gesprächen am Rande des ECAM99-Komitees in Norrköping ergab sich ein großes Interesse an Definitionen für eine wissenschaftlich einwandfreie Präsentation von Wetterinformationen in allen Medien. Hier wären die Ergebnisse des entsprechenden DMG-Qualitäts-Kreises (Prof. Hasse) international sehr gefragt!
Prof. Dr. Werner Wehry
Inst. für Meteorologie/FU Berlin
Carl-Heinrich-Becker-Weg 6-10
12165 Berlin 

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EINLADUNG!

50 Jahre numerische Wetterprognose ein Gedächtnissymposium

am 9. und 10. März 2000 in Potsdam
Wir schreiben das Jahr 1950. In der noch sehr jungen, aufstrebenden Fachzeitschrift Tellus erscheint ein Artikel mit dem Titel Numerical Integration of the Barotropic Equation von den Klimatologen Jule Charney und Ragnar Fjørtoft gemeinsam mit der Mathematikerlegende John von Neumann. Was wohl kaum jemand zu dieser Zeit ahnt: der wenige Seiten lange Aufsatz läutet den Beginn einer neuen Ära in der Entwicklung der Meteorologie ein. Auch die Wiege des modernen Computerzeitalters ist in dieser Zeit zu finden.

Im wahrsten Sinne des Wortes bedeutete der Artikel einen Durchbruch, denn die numerische Wetterprognose war bis dahin in einem Kreis aus Selbstzweifel und Skepsis gefangen. 1904 hatte V. Bjerknes die schwindelerregende Komplexität der Vorhersageproblematik mit ihrer ungleichmäßig verteilten Erhebung von Basisdaten und der Unkenntnis der Bedingungen in der freien Atmosphäre klar dargestellt. 18 Jahre später erlitt Richardson mit seiner akribischen Rechenarbeit Schiffbruch und noch wenige Jahre, bevor der nun berühmte Artikel in Tellus erschien, waren sich führende Köpfe einig, daß aus dem geringen Wissen um die Verhältnisse in der Atmosphäre kaum genug Material für veritable numerische Prognosen zu destillieren sei.

Charney, Fjørtoft und John von Neumann wischten gleichsam die meisten der Bedenken vom Tisch und lösten eine stürmische Entwicklung aus. Wenn ein Beispiel für dynamische Koevolution gesucht wird: hier ist es exquisit realisiert. Methoden, wache Geister und Computertechnik wuchsen an- und miteinander, stellten die Meteorologen den Technikern und Entwicklern von Rechenanlagen doch außerordentliche Aufgaben - eine Entwicklung, die bis auf den heutigen Tag anhält; und all dies geschah nicht als abgehobene Elfenbeinturm-Wissenschaft, sondern im Dienste der wesentlichen Meteorologenaufgabe: der Wettervorhersage.

50 Jahre numerische Wetterprognose - ursprünglich von Prof. Wippermann angeregt, findet am 9. und 10. März 2000 ein Fest- und Gedächtnissymposium auf dem ebenfalls wissenschaftshistorisch geprägten Boden des Telegrafenbergs in Potsdam statt. In dreizehn Vorträgen werden die Tage der stürmischen Entwicklung rekapituliert, die Fortschritte aufgezeigt und Ausblicke auf die Zukunft der numerischen Wettervorhersage gegeben. Das Programmkomitee, bestehend aus Prof. Bengtsson, Dr. Wergen und Prof. Fortak kann stolz auf eine beeindruckende Liste von Lektoren weisen, die ihren Vortrag zugesagt haben:

  • Regionale Modellierung mit quasi-geostrophischen Modellen und historische Entwicklung der numerischen Wettervorhersage: N. Phillips (Merrimack, USA), A. Wiin-Nielsen (Kopenhagen) und H. Reiser (Offenbach)
  • Globale Modellierung mit primitiven Gleichungen und Übergang zu den heute gebräuchlichen Modellen: G. Marchuk (Moskau), L. Gates (Livermore, USA), L. Bengtsson (Hamburg) und T.N. Krishnamurti (Talahassee, USA)
  • Entwicklung der nächsten Modellgeneration mit Betonung der Modelle hoher Auflösung: W. Wergen (Offenbach), A. Staniforth (Bracknell, U.K.) und J.F. Geleyn (Toulouse, Frankreich)
  • Anwendungen und Zukunftsaussichten: T. Palmer (Reading, U.K.), A. Eliassen Jr. (Oslo) und M. Latif (Hamburg)
Das Symposium wird ausschließlich in englischer Sprache stattfinden und von der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft zusammen mit der zur Zeit in Gründung befindlichen Europäischen Meteorologischen Gesellschaft (EMS) veranstaltet. Es wird weiterhin in Zusammenarbeit mit dem

GeoForschungZentrum Potsdam, dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, der Außenstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung, dem Meteorologischen Observatorium Potsdam des Deutschen Wetterdienstes und dem Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin organisiert.

Die Royal Meteorological Society (RMS) und die Société Météorologique de France (SMF) haben zugesagt, das zur Tagung erscheinende, von der DMG herauszugebende Buch in ihrem Bereich mit zu vermarkten, die anderen europäischen meteorologischen Gesellschaften als baldige Mitglieder der EMS werden ebenfalls darum gebeten. Weiterhin hat die American Meteorological Society (AMS) zugesagt, die Veranstaltung zu unterstützen, Einzelheiten werden dazu noch geklärt.

Da ich nicht ausschließen kann, Ihr Interesse geweckt zu haben, möchte ich Sie auf das neu eingerichtete Wissenschaftliche Sekretariat der DMG in Berlin als Bezugsquelle für weitere Informationen hinweisen:

Tagungsbeitrag: DM 250,- (DM 150,- für Studierende). Darin enthalten sind der Tagungsband (ca. 200 Seiten, Hardcover, zahlreiche Abbildungen), zwei Mittagessen und Pausen-Kaffee.

Für diejenigen, denen das World Wide Web zur Verfügung steht: die Homepage der Konferenz findet sich unter
http://www.met.fu-berlin.de/dmg/dmg_home/50thnwp_e.html
e-Mails erreichen die Veranstalter über dmg@bibo.met.fu-berlin.de

Dipl.-Met. Arne Spekat
Wissenschaftlicher Sekretär der DMG
Institut für Meteorologie, Freie Universität Berlin
Carl-Heinrich-Becker-Weg 6-10, 12165 Berlin
Fax: 030 791 90 02, Tel.: 030 838- 711 39, -711 97; (030 838 38 27)

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DMG FA BIOMET:

Roundtable-Gespräch

"Biometeorologische Informationen in den Medien" am 21.4.1999


In einer Sitzung des Fachausschusses BIOMET der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft im Anschluß an die 3. Fachtagung BIOMET im Dezember 1996 in München wurde angeregt, ein Diskussionsforum über biometeorologische Angebote in den Medien zu organisieren. Anlass war die vor allem in den letzten Jahren rasch zunehmende Informationsvielfalt in diesem Bereich, die z.T. für den Verbraucher sehr verwirrend ist - manchmal werden auch Dinge verbreitet, die nicht dem Stand der biometeorologischen Forschung entsprechen. Die Gesprächsrunde wurde vom Institut für Arbeits- und Umweltmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität in München organisiert und fand in dessen Institutsräumen statt. Das Roundtable-Gespräch "Biometeorologische Hinweise in den Medien" am 21. April sollte zu einer Klärung der in diesem Bereich bestehenden Probleme beitragen. Ziel der Gesprächsrunde war letztlich der Versuch einer Abstimmung von biometeorologischen Informationen (Kenngrößen) unter den Anbietern. Dies soll zu einem wesentlich besseren Verständnis der biometeorologischen Informationen für den Verbraucher und damit aber auch zu einer größeren Akzeptanz führen.

Teilnehmer am Roundtable-Gespräch waren Vertreter vieler bedeutender Anbieter von Wetterinformationen im deutschsprachigen Raum (Bayerischer Rundfunk, Bundesamt für Strahlenschutz, Deutscher Wetterdienst, Litton-WSI Europa, MC-Wetter GmbH, More and More Communication, WNI/Meteo Consult, Zentralanstalt für Meteorologie u. Geodynamik (Wien), ZDF Wetterredaktion) und eine Vertreterin des Hydrometeorological Institute of Slovenia.

Im Einzelnen wurden folgende Themenbereiche diskutiert:

  • Biowetter - Wetterfühligkeitsinformationen
  • UV-Index
  • Empfundene Temperatur
  • Heat Watch/Warning
  • Pollenmeldungen
  • Ozonmeldungen
  • Reisewetter
Das Gespräch führte zu folgenden Ergebnissen:

In grafischen Darstellungen von biometeorologischen Kenngrößen sollte die Farbgebung vereinheitlicht werden (z.B. Belastungen immer mit rot). Die Gesprächsrunde warnt vor einem möglichen Qualitätsverlust der biometeorologischen Informationen durch immer geringere Bereitschaft für hochwertige Leistungen zu bezahlen.

Biowetter - Wetterfühligkeitsinformationen

Die Gesprächsteilnehmer erachten eine Information der Bevölkerung über die zu erwartenden Wetterfühligkeitssymptome als sinnvoll. Basis dazu soll das 13-Wetter-Klassenschema des Deutschen Wetterdienstes (Bucher) sein. Es sollen jedoch nur erhöhte Wahrscheinlichkeiten von Symptomen aufgeführt werden, die vom Verbraucher auch beeinflußbar sind (z.B. Kopfschmerzen, Blutdruckveränderungen) und auch in relevant großer Häufigkeit auftreten. Immer sollen auch die positiven Eigenschaften einer speziellen Wetterlage genannt werden. Verhaltensregeln sollen diese Informationen abrunden.

UV-Index

Der UV-Index ist weltweit einheitlich eingeführt und dient dem gesunden Umgang mit der Sonne - und damit der Gesundheitsvorsorge. Die privaten Anbieter fordern kostenlosen Zugang zu den entsprechenden Daten. Sie sollen ihn vor allem im Sommerhalbjahr häufig benutzen (Tag zu Tag Variationen durch Mini-Ozonlöcher, Gewöhnung an die Skalierung) und in regelmäßigen Abständen auch Informationen zum Aussagegehalt und den Verhaltenskonsequenzen geben. Wünschenswert ist auch die Möglichkeit nicht nur Prognosen für die nächsten Tage, sondern auch die aktuell gemessenen UV-Werte zu erhalten.

Polleninformationen

Es besteht großer Bedarf an Polleninformationen, da ca. 15% der Bevölkerung (Tendenz zunehmend) an "Heuschnupfen" (Pollenallergien) leiden. Ein Problem ist die Verfügbarkeit der Daten für private Anbieter. Diese Inforationen sollten auch auf Urlaubsgebiete in Nachbarländern erweitert werden. Das Meßnetz müßte erweitert werden. Man sollte sich jedoch auf allergierelelevante Pollenarten beschränken (Hasel, Erle, Birke, Gräser, Roggen und Beifuß).

Ozon-Meldungen

Ozoninformationen sollten an Tagen mit erhöhten Ozonwerten (ab 180 µg/m3) gegeben werden. Es sollte empfohlen werden, dass auf Ozon empfindlich reagierende Personen (z.B. Kinder) körperliche Anstrengungen im Freien vermeiden sollten.

Wärme- und Kältebelastung

Um eine bessere Charakterisierung der thermischen Bedingungen in Bezug auf den Menschen machen zu können, sollen neben der Lufttemperatur auch die "Gefühlte Temperatur" oder "Physiologisch Äquivalente Temperatur" (berücksichten den Wärmehaushalt des Menschen) benutzt werden, vor allem dann, wenn sie sich erheblich von der Lufttemperatur unterscheiden (starker Wind, hohe Sonneneinstrahlung). Alte Indizes wie Windchill-Faktoren entsprechen nicht dem Stand der Wissenschaft und sollten daher nicht mehr benutzt werden.

Reisewetter

Die Teilnehmer der Gesprächsrunde regen an, die biometeorologischen Informationen auch im Rahmen von Reisewetterberichten für die Hauptreiseziele verfügbar zu machen. Hier sind vor allem die UV-Informationen und Verhaltensempfehlungen für beliebte Fernreiseziele gemeint.

Im nächsten Jahr soll diese Gesprächsrunde fortgesetzt werden. Interessenten daran können sich bei PD Dr. Höppe (P.Hoeppe@lrz.uni-muenchen.de) vormerken lassen.

PD Dr. Peter Hoeppe

Institute for Occupational and Environmental Medicine, Ludwig-Maximilians-University,
Ziemssenstr. 1, D-80336 Munich, Germany
Tel:+49-89-5160-2466, Fax: +49-89-5160-4444
Internet: http://www.med.uni-muenchen.de/arbmed

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DMG ZV LEIPZIG:

Fortbildungsveranstaltung: Workshop Stadtklima
am 17. und 18. Febr. 1999 in Leipzig


Das Institut für Meteorologie der Universität Leipzig, die Windtechnologische Gesellschaft e.V. und der Zweigverein Leipzig der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft e.V. hatten zu einem Workshop Stadtklima nach Leipzig eingeladen. Am 17. und 18. Februar 1999 trafen sich im Theoretischen Hörsaal des Physikalischen Instituts der Fakultät Physik und Naturwissenschaften der Universität Leipzig 64 Fachvertreter der verschiedensten Institutionen, die sich mit stadtklimatologischen Fragestellungen beschäftigen.

Der Workshop Stadtklima war in folgende Schwerpunkte aufgeteilt:

  • Physikalische Modelle (Windkanaluntersuchungen)
  • Moderne numerische Modelle
  • Meß- und Analysetechnik sowie Methodik stadtklimatologischer Untersuchungen
  • Präsentation und anwendungsorientierte Nutzung stadtklimatologischer Erkenntnisse
An den beiden Tagen wurden insgesamt 20 Vorträge und 3 Poster vorgestellt. Nahezu alle Beiträge wurden im Sonderheft der Wissenschaftlichen Mitteilungen aus dem Institut für Meteorologie der Universität Leipzig und dem Institut für Troposphärenforschung e.V. Leipzig, Band 13, 1999, zusammengefaßt, das allen Workshopteilnehmern zur Veranstaltung überreicht werden konnte.

Wie bereits im Vorwort von U. Müller/ Leipzig hervorgehoben, stellte sich der Workshop folgende Ziele

  • Darstellung der Methodik stadtklimatologischer Arbeiten
  • Vermittlung aktueller Ergebnisse auf diesem Gebiet
  • Förderung der Zusammenarbeit der in diesem Bereich Tätigen
  • Diskussion der Zukunftsperspektiven der Angewandten Stadtklimatologie.
Infolge der großen Anzahl der Vortragsanmeldungen war die Redezeit für die Übersichtsreferate zu den einzelnen Schwerpunkten auf 30 Minuten und für die weiteren Einzelvorträge auf 15 Minuten zuzüglich 5 Minuten Diskussionszeit begrenzt. Trotzdem ist es durch straffe Organisation gelungen, einen fachübergreifenden Meinungsaustausch zu organisieren; dafür ist besonders den Sitzungsleitern zu danken.

Im ersten Schwerpunkt standen Windkanaluntersuchungen im Mittelpunkt. Es wurde gezeigt, daß diese Modelluntersuchungen durchaus eine Alternative für die Darstellung der zu erwartenden stadtklimatologischen Bedingungen sind. Auch der Vergleich verschiedener Kanäle an unterschiedlichen Standorten brachte den Beweis, daß die Ergebnisse recht gut übereinstimmen (siehe auch Übersichtsreferat von J. Brechling/ Dresden "Modellierung des Stadtklimas im Windkanal - Möglichkeiten und Grenzen"). In weiteren Beiträgen wurden Windkomfortuntersuchungen mittels Thermografieaufnahmen (R. Buckisch und K. Költzsch/ Dresden) beschrieben, über die physikalische Modellierung von Fahrzeugemissionen aus Tiefgaragen (B. Leitl, Hamburg) und die Maximierung der Bodendeposition in natürlichen Schutzflächen (J. Donat und B. Ruck/ Karlsruhe) berichtet sowie Ausführungen zur Modellierung von Geruchsausbreitungsvorgängen in Grenzschichtwindkanälen (B. Leitl/ Hamburg) gemacht.

Im zweiten Schwerpunkt wurden numerische Modelle erörtert, die zur zeitgerechten Behandlung stadtklimatologischer Probleme unerläßlich sind und insbesondere die Möglichkeit von Planspielen erlauben. Eine Übersicht gab G. Groß/ Hannover in seinem Beitrag "Numerische Modellierung stadtklimatologischer Aspekte". Messungen vor Ort und Windkanaluntersuchungen beziehen sich meist auf bestimmte Schwerpunkte der Untersuchungen, in Modellen lassen sich mit wachsendem Erfolg die Verknüpfung und gegenseitige Beeinflussung der verschiedenen Spezifika des Stadtklimas darstellen. Ob mesoskalige Modelle herangezogen werden müssen, hängt von der Aufgabenstellung ab. So kamen in den weiteren Beiträgen zu diesem Schwerpunkt die Validierung von Modellergebnissen für Stadtgebiete (G. Tetzlaff, R. Daunke und O. Fanenbruck/ Leipzig), die Bestimmung der Auswirkung einer geplanten innerstädtischen Bebauung auf die thermischen Verhältnisse (J. Wacker und M. Rau/ Birkenfeld) und Ausführungen zum dynamischen Kern des mikroskaligen Modells MITRAS (M. Lambrecht und O. Knoth/ Leipzig) zur Sprache.

Die Meß- und Untersuchungsmethodik stand im dritten Schwerpunkt zur Diskussion. Grundsätzliche Ausführungen wurden im Übersichtsreferat von J. Baumüller/ Stuttgart "Zur Methodik stadtklimatologischer Messungen" gemacht, wobei trotz verbesserter numerischer Modelle auf die Notwendigkeit von Messungen - hierzu gehören stationäre, mobile und Stichprobenmessungen, ergänzt durch Tracerexperimente und Vertikalsondierungen - verwiesen wurde. In den Einzelvorträgen, wie die Untersuchung der Strömungsmechanik bei der Ausbreitung von Abgasen in Stadtgebieten (E. Plate/ Karlsruhe) und die Untersuchung überlagerter Kaltluftsysteme (A. Rühling und A. Lohmeyer/ Karlsruhe), wurden spezifische Fragestellungen aufgegriffen.

Für den vierten Schwerpunkt, der der Präsentation und anwendungsorientierten Nutzung stadtklimatologischer Erkenntnisse vorbehalten war und damit für die Anwender das größte Interesse besitzt, ergaben sich die meisten Vortragsanmeldungen. W. Kuttler/ Essen nahm in seinem Übersichtsvortrag eine "Humanklimatologische Bewertung und anwendungsorientierte Nutzung stadtklimatologischer Erkenntnisse" vor. Weitere drei Beiträge befaßten sich mit Besonderheiten des Stadtklimas von Leipzig. Anhand von Thermalbefliegungen im Jahre 1997 nahm U. Schwab/ Freiburg eine klima- und immissionsökologische Bewertung des Leipziger Stadtgebietes vor. Ergebnisse von langjährigen experimentellen Untersuchungen - stationäre und mobile Klimamessungen - stellte U. Müller/ Leipzig vor. Eine interessante Verknüpfung von Klimadaten und Pflanzenvorkommen wurde in dem Beitrag von W. Richter, B. Bauer, U. Müller und E. Zimmer/ Leipzig vorgenommen. Ergänzt wurden diese Ausführungen durch Ergebnisse zum Stadtklima von Dresden (B. Kirchner/ Dresden). Angesichts der Tatsache, daß der moderne Stadtmensch einen großen Teil seiner Zeit in geschlossenen Räumen zubringt, verdienen die von U. Müller und G. Tetzlaff/ Leipzig vorgestellten Untersuchungen zur thermischen Belastung in Leipziger Innenräumen einschließlich Verkehrsmitteln Beachtung.

Im Anschluß an die Vorträge wurden in der Podiumsdiskussion Fragen zur Zukunft der Stadtklimatologie erörtert. Hierzu hatte W. Kuttler/ Essen einige Thesen ausgearbeitet, die den Teilnehmern vorlagen und der Strukturierung der Diskussion dienten. Unter der Diskussionsleitung von G. Groß/ Hannover wurden u.a. der Einfluß von Grünflächen und Wind auf das Stadtklima, die Anwendung von Vorschriften und Gesetzen bei der Planung und das Verhältnis von Messungen und Berechnungsergebnissen aus Modellen für die Beurteilung des Stadtklimas erörtert. Es zeigt sich, daß in der Zukunft insbesondere eine engere Zusammenarbeit zwischen Stadtklimatologen und Anwendern erforderlich ist. Unabdingbare Voraussetzung ist das Finden einer gemeinsamen Sprache und das Verständnis für die fachspezifischen Probleme des Anderen.

Die vorgestellten Poster rundeten das in den Vorträgen Dargebotene ab. Die Bedeutung von Strahlungsdaten für die Stadtplanung, insbesondere auch im Hinblick auf die Nutzung regenerativer Energiereserven, zeigten A. Helbig und J. Lüers/ Trier am konkreten Beispiel des Gebietes Trier. Einen geschichtlichen Überblick und Konkrete Ergebnisse langjähriger Klimamessungen stellten M. Boerngen und U. Müller/ Leipzig für den Leipziger Raum in zwei Postern vor. Den von P. Heinz/ Leipzig und U. Schwab/ Freiburg vorgestellten Karten konnten die Teilnehmer detaillierte Ergebnisse der Leipziger Thermalbefliegungen 1997 entnehmen.

Die Veranstaltung verlief trotz beeindruckender Witterungsereignisse reibungslos. Nach Meinung verschiedener Teilnehmer wurde der Workshop Stadtklima als eine gelungene Veranstaltung bezeichnet; der zusammengestellte Tagungsband gibt einen guten Überblick zum gegenwärtigen Erkenntnisstand dieses Fachgebiete.

Bei dem abendlichen Beisammensein im traditionsreichen Auerbachs Keller konnten die Teilnehmer in lockerer Atmosphäre persönliche Kontakte knüpfen, vom Tagungsgeschehen entspannen und die Gastfreundschaft der alten Universitäts- und Meteorologenstadt Leipzig genießen. Die Organisatoren der Veranstaltung hoffen rückblickend, daß die Teilnehmer die Leipziger Stadtklimatologie - Tage in guter Erinnerung behalten werden.

U. Müller, S. Schienbein, G. Tetzlaff, Leipzig

Institut für Meteorologie der Univ. Leipzig
Stephanstr. 3
04103 Leipzig

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METEOROLOGE!

Berufsbezeichnung oder Selbstüberschätzung?
Mißwahl einer medienwirksamen Berufskennung?
Ein inzwischen beliebiges, aber sponsorenfreundliches Etikett?


Ein wesentlicher Teil des Renommees der Meteorologie wird über den Wetterbericht im Fernsehen vermittelt. Darum tut unsere Fachdisziplin auch gut daran, dieser Informationsvermittlung sorgfältige Beachtung zu widmen. Die Akzeptanz dieserart Sendung ist immerhin so groß, daß sie als willkommener "Attraktor" für die Werbung dient, die ihrerseits dafür gern mehr Geld gibt, was wiederum den Sender freut.

Zunehmend haben sich auch private Sender dieses Zugpferdes bedient. Und um die Qualität der Wettersendung zu belegen, wirbt man zumindest senderweise dann gern mit der Kompetenz der Wetterberichterstatter: Man präsentiert sie ausdrücklich als "Meteorologen"! So wie man anderenorts jemand mit der Benennung als Chemiker, Pfarrer, Rechtsanwalt oder Arzt dessen (und damit auch die des Senders) Reputation unterstreichen möchte. Dagegen ist nichts zu sagen, sofern es beim Publikum auch den der Wahrheit entsprechenden Eindruck vermittelt, nämlich, daß es sich hierbei um Vertreter mit einer abgeschlossenen Fachausbildung handelt.

Nun wissen wir jedoch, daß diese sich als "Meteorologen" (und eben nicht als "Dipl.-Meteorologen") Ausweisenden das gar nicht sind! Sie betätigen sich nur als solche, auch wenn das nicht unbedingt gegen die Qualität ihrer Sendung spricht (und der akademische Titel nicht automatisch dafür!). Das ist zumindest Etikettenschwindel, wenn nicht sogar - jedenfalls moralisch gesehen - Hochstapelei! Ganz abgesehen von dem Fall, der einmal gar als "Chefmeteorologe" angekündigt wurde. Warum steht andernfalls nicht "Journalist", "Schauspieler" o.ä. Wahrheitsgemäßes? Weil damit natürlich nicht so werbemäßig wertsteigernd gewirkt würde. - Ist die Sendung gut, dann wirbt sie hinreichend mit der Sache; ist der Kommentator gut (und etliche sind es ja wirklich!), so mag er letztlich allein mit seinem Namen werben, völlig unabhängig von seiner Profession. Er braucht dann - auch ohne Berufsbezeichnung - nicht zu fürchten, als Verkäufer bzw. Werbeträger mißdeute zu werden. Wem jedoch schon das erlaubt erscheint, was juristisch gesehen ungeschützt ist, der hat diese Art Hilfe offenbar auch nötig! Die damit zurückgesetzten sind ja keineswegs die Diplom-Meteorologen, sondern die sich seriös gebenden Nicht-Meteorologen.

Das öffentliche Urteil über jedwede (und inzwischen auch divergierende) Wetterberichtserstattung fällt schließlich, ob es uns paßt oder nicht, auf alle legitimierten Meteorologen zurück! Sollten, müssen und dürfen wir auch noch unseren schließlich hart erarbeiteten Berufsnamen so einfach zur Verfügung stellen und uns diese freibeuterische Verwendung und Verwässerung einer Berufsbezeichnung stillschweigend und achselzuckend gefallen lassen? Sollten wir es dem Publikum überlassen, ob je nach Qualität der Sendung diese Berufsbezeichnung als Garantie, Anmaßung oder Entschuldigung empfunden wird?

Übrigens: Bei den Medizinern beispielsweise komm es ja schon deswegen nicht so weit, weil sie ihre Disziplin gar nicht erst von Medizinischen Assistenten vertreten lassen!

Walter Fett, Berlin

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Geokonferenz in Würzburg

 
Unter dem Rahmenthema "Das Studium der Geowissenschaften im 21. Jahrhundert" fand am 30. Oktober 1998 die 14. Plenarversammlung der geowissenschaftlichen Fachbereiche an den wissenschaftlichen Hochschulen der Bundesrepublik Deutsch-land (Geokonferenz) statt. 31 der 37 Mitgliedsfakultäten waren vertreten.

Neben fachspezifisch geowissenschaftlichen Themen wurde in Würzburg vor allem über die geplante Erhöhung der Mobilität der Studierenden innerhalb Europas, die damit verbundene "Internationalisierung" des Studienablaufs an den deutschen Hochschulen und deren Konsequenzen für die geowissenschaftlichen Fachbereiche und Institute diskutiert. Da diese Themen sicherlich auch für die meteorologische Leserschaft von Interesse sind, soll hier kurz darüber berichtet werden.

  • Einführung des "European Credit Transfer System" (ECTS):
Als Alternative zu den jetzigen Blockprüfungen (z.B. Vordiplom, Diplom) sind studienbegleitende Prüfungen vorgesehen und mit einem Leistungspunktesystem (Credits) verbunden. Für einen Hochschulwechsel innerhalb Deutschlands oder ins Ausland sind dann die erreichten Credits als Leistungsnachweis ausschlaggebend. Credits (etwa 60 pro Jahr in einem Diplomstudiengang) werden für Lehrveranstaltungen vergeben, in denen Leistungsnachweise durch mündliche oder schriftliche Prüfungen erbracht werden. Die Anzahl der je Lehrveranstaltung zu vergebenden Credits richtet sich nach dem in der jeweiligen Studienordnung zugrundegelegten Arbeitsaufwand und nicht nach dem Anforderungsniveau.
 

Die Umfrage bei den einzelnen Fakultäten ergab, daß gegenwärtig Credits oder Credit-ähnliche Punkte nur an wenigen Orten vergeben werden. Eine Ausnahme bildet die Universität Bonn an das ECTS seit zwei Jahren eingeführt ist. In der Plenumsdiskussion wurde das ECTS prinzipiell bejaht, jedoch sah man bei einer Einführung des ECTS auch eine drastisch erhöhte Prüfungsbelastung auf Studierenden und Lehrenden zukommen. Im übrigen wurde darauf hingewiesen, daß das ECTS nicht ohne eine gleichzeitige weitreichende Neuordnung des Studienablaufs verwirklicht werden kann. Insbesondere müssten einzelne Lehrveranstaltungen zu themenorientierten Einheiten, sog. Modulen (siehe unten) verbunden werden. Wegen des zu erwartenden hohen Arbeitsaufwandes bei einer Einführung des ECTS empfiehlt das Plenum den einzelnen Fakultäten mit den Vorbereitungsarbeiten so bald als möglich zu beginnen.
 

  • Verbunden mit der Einführung des ECTS ist die Umsetzung der in den Prüfungsordnungen festgelegten Noten in "ECTS-grades" (von A: excellent bis F: fail), wobei die Notenabstufung sich an einer vorgegebenen Häufigkeitsverteilung orientieren soll ("relative Notengebung"). Hierzu äußerte sich das Plenum äußerst skeptisch. Es wurde der einstimmige Beschluß gefaßt, die bisherige "absolute" Notengebung beizubehalten und eine "relative" Notengebung abzulehnen.
  • Modularisierung des Studiums
Das ECTS gründet auf einer überschaubaren Feingliederung des Studienangebotes und einer damit gekoppelten Bewertbarkeit von Studienleistungen. Dementsprechend müssen Studienbausteine (oder Module) eingeführt werden, deren Umfang in Credits gemessen wird. Die Definition von Modulen und die Zuordnung von Credits trägt fachspezifische Züge. Im Gegensatz zu dem tradierten System voneinander unabhängiger Vorlesungen, Übungen, Praktika und Seminare sollten sinnvoll konzipierte Module sachliche (themenorientierte) Klammern um bisher divergente Lehrveranstaltungen sein können. Hierbei ist eine Vorreiterarbeit der Fakultäten gefragt.Die Erhebung des status quo ergab, daß modulare Lehrveranstaltungen an einigen Fakultäten bereits vorhanden (Hannover, Aachen) beziehungsweise demnächst konkret geplant sind (Bremen, Tübingen). Die Frage, ob im Rahmen einer Modularisierung völlig neue Lehrveranstaltungen eingeführt werden müssen, wurde im Plenum unterschiedlich beurteilt. Einstimmigkeit herrschte jedoch in der Forderung, die Vorbereitungen zur Modularisierung so bald als möglich in Angriff zu nehmen.

Einführung neuer Studienabschlüsse: Batchelor (Bakkalaureus) - Master

Erzielung der internationalen Vergleichbarkeit von Studienabschlüssen.

Die Möglichkeit zur Erlangung eines B. Sc. bzw. M. Sc. besteht z. Zt. in Göttingen bzw. Kiel. Der Regelfall ist der Diplomabschluß. Besteht (etwa für eine Anerkennung im Ausland) der Wunsch nach einer detaillierteren Dokumentation der Studienleistungen, so können Studierende in einzelnen Fakultäten ein "Diploma supplement" erhalten. Eine Notwendigkeit für die Einführung eines M. Sc. Abschlusses wurde vom Plenum nicht gesehen, da letzterer als gleichwertig mit dem Diplom erscheine.

Ein Hinweis: Weitere Informationen zu dem oben angesprochenen Themenkreis findet man etwa in: F. Dachilow, 1997: Kredit- und Leistungspunktsysteme im internationalen Vergleich. Hrsg.: BMBF.

Schließlich sei noch erwähnt, daß zum neuen Vorsitzenden der Geokonferenz Herr Prof. Jacobs, Leipzig, als Nachfolger von Herrn Prof. Voßmerbäumer, Würzburg, gewählt wurde.

Prof. Dr. W. Metz

Institut für Meteorologie
Universität Leipzig
Stephanstr. 3
04103 Leipzig
E-Mail: werner@dynamics.meteo.uni-leipzig.de

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Meteorologische Bibliothek im Internet


Auf der Suche nach meteorologischen Informationen im Internet ist man meist auf die bekannten Suchmaschinen angewiesen. Gewöhnlich erhält man zwar viele Suchergebnisse, doch ob sich genau das Gesuchte darunter befindet, ist fraglich.

Abhilfe soll hier das METLIS-System des DWD schaffen (vgl. Mitteilungen 01/99, S. 18ff). Allerdings werden Online-Recherchen erst in einiger Zeit möglich sein, so muss man derzeit noch auf andere Webseiten zurückgreifen.

Eine nicht zu unterschätzende Fülle an Informationen bietet hier die englischsprachige "WWW Virtual Library for Meteorology", die unter der Adresse

http://www.ugems.psu.edu/~owens/%20WWW_Virtual_Library/

erreicht werden kann.

Im Gegensatz zu anderen Webservern, wie "Georg´s Wetterzentrale"

http://www.wetterzentrale.de/

die Wetterkarten und Vorhersagemodelle anbieten, steht die Bibliothek mit umfangreichen Datenbanken und vielen Links zur Recherche bereit.

Über die Startseite wird der Besucher in verschiedenen Kategorien geführt, die u. a. Seiten mit folgenden Themen beinhalten:
 

  • Organisationen und Gesellschaften
  • staatliche Wetterdienste
  • Zeitschriften, Magazine, Newsletter und Bücher
  • Mailinglisten und Newsgroups
  • Software
  • Universitäten
  • Meßtechnik
  • weltweite Vorhersagemodelle
  • Satellitenbilder und -filme
Bemerkenswert ist, dass beispielsweise allein die Liste mit meteorologischen Instituten schon mehr als 170 Einträge umfasst, woran sich die große Datenmenge der Bibliothek erkennen lässt. Auch auf dem Gebiet der Tornado-Forschung und des "Storm Cheasing" werden viele Informationen angeboten.

Außerdem finden sich Links zu FTP-, Telnet- und Gopher-Servern, die weitere Möglichkeiten zur gezielten Recherche bieten.

Tobias Gerstmaier,

Scharnhorststraße 5
86165 Augsburg
tobias.gerstmaier@a-city.de

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Kurzmitteilung: Ozonprognosen und Ozonwerte im Internet


Ab sofort sind auf der Internet-Seite des Umweltbundesamtes bundesweite Ozonprognosen und aktuelle Ozon-Meßwerte abrufbar. Unter der Adresse

http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-daten/daten/aod.htm

gibt es täglich neu ab 10 Uhr (für den jeweiligen Tag) und ab 16 Uhr (für den folgenden Tag) Ozonprognosen. Sie werden auf einer bundesweiten Prognosekarte plus Prognosetext farbig und einfach verständlich dargestellt. Die aktuellen Ozon-Meßwerte aller verfügbaren deutschen Meßstellen sind ab 13.15 Uhr abrufbar. Sie werden stündlich aktualisiert. Schließlich können auch die gemessenen Ozon-Maximalwerte des Vortages als Karte eingesehen werden.

An den Wochenenden werden Ozonprognosen nur erstellt, wenn erhöhte Ozonkonzentrationen zu erwarten sind. Anders die Meßdaten: Sie werden auch an Wochenenden bereitgestellt, an denen aufgrund der meteorologischen Situation nicht mit erhöhten Ozonkonzentrationen zu rechnen ist.

Die bundesweiten Ozonprognosen vom Umweltbundesamt sollen die Bevölkerung über die Ozonwerte informieren. Sie sind kein Hilfsmittel für den Vollzug des bis Ende 1999 gültigen "Ozongesetzes", der ausschließlich bei den Ländern liegt. In iesem Rahmen nehmen die Länder ihrerseits eigene Einschätzungen der jeweiligen Entwicklung der Ozonkonzentration in ihrem Gebiet vor. Auch die Bundesländer informieren über die Ozon-Meßwerte und erstellen zum Teil Ozonprognosen für ihr Gebiet

Presseoinfo, UBA, Berlin, April 99

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1998 - Weltweit die höchsten Temperaturwerte des Jahrhunderts



Der über den gesamten Erdball gemittelte Temperaturwert des Jahres 1998 wird nach den vorläufigen Auswertungen der höchste seit Beginn der Messungen im Jahre 1860 sein. Er liegt um fast 0,6 Grad über dem Durchschnitt der Standardperiode 1961-1990 und um 0,7 Grad über dem Wert des Jahres 1900.

Die vergangenen 20 Jahre waren alle ohne Unterbrechung mal mehr, mal weniger zu warm. Die 6 wärmsten Jahre liegen alle in den 90er Jahren dieses Jahrhunderts. In einer fallenden Reihung zählen zu den 20 weltweit wärmsten die Jahre (1998), 1997, 1995, 1990, 1991, 1994, 1983, 1988, 1987, 1996, 1944, 1993, 1989, 1992, 1981, 1980 und 1958, 1986 und 1941 sowie 1953.

Legt man die Temperaturwerte der Monate Januar bis einschließlich November zugrunde, war es außer den nördlichen Teilen Eurasiens in allen Kontinenten zu warm.

In weiten Teilen Frankreichs und Großbritanniens war es im Februar so warm wie seit über 100 Jahren nicht mehr. Zentralrußland litt im Juni unter einer Hitzewelle, die enorme Flächenbrände verursachte und über 100 Opfer forderte. Menschenleben waren auch bei der Hitze im Mai in großen Teilen Indiens zu beklagen.

Auf der Halbinsel Qatar im Persischen Golf wurde von Juni bis September der bisher heißeste Sommer registriert. In der Atmosphäre zwischen Erdoberfläche und etwa 11 km Höhe traten ebenfalls außergewöhnliche Temperaturwerte auf. Gegenüber dem Mittelwert der vergangenen 20 Jahre war es dort um fast ein halbes Grad wärmer. Damit war es auch hier 1998 am wärmsten.

In den darüberliegenden Schichten war es bis etwa 20 km Höhe zu kalt. Modellrechnungen geben Hinweise dafür, daß dies sowohl mit der Zunahme des Kohlendioxidgehaltes in der Atmosphäre als auch mit der Schwächung der Ozonschicht in Verbindung stehen könnte.

Der Ozonmangel während des südhemisphärischen Frühlings (September bis November) war der größte bisher registrierte. Die vom antarktischen Ozonloch überdeckte Fläche hielt sich, auch das ist ein neuer Rekordwert, ununterbrochen über 100 Tage. Die maximal überdeckte Fläche wuchs gegenüber 1997 um ca. 3 Mill. km². Ab dem 60. Breitengrad Süd war der Ozonmangel um 25% größer als im Mittel der vorangegangenen 90er Jahre.

Das 1997 begonnene El Niño-Ereignis hielt auch 1998 noch an und beeinflußte das Klima. Das führte zu extremer Trockenheit in Guyana, Papua-Neuguinea und in Indonesien noch zusätzlich zu enormen Waldbränden. In der Endphase von El Niño (Mai bis Juni) gab es verheerende Überschwemmungen in Ecuador, Peru und Kenia sowie extreme Trockenheit in Mexiko und den südlichen Staaten der USA. In einigen Teilen Chiles wurde der trockenste Juli dieses Jahrhunderts registriert. Auch Brasilien, Ost-Neuseeland und die Fiji-Inseln litten unter Trockenheit.

Mitte des Jahres wurden die warmen El Niño-Gewässer des tropischen Pazifiks durch kältere ersetzt (La Niña-Ereignis). Dieser Wechsel brachte im westlichen Pazifik extrem starke Niederschläge sowie Erdrutsche und Überschwemmungen in Indonesien.

El Niño trug letztlich auch zum späteren Beginn der atlantisch-karibischen Hurrikansaison bei, die unter dem Einfluß von La Niña 14 Hurrikans aufwies. Der stärkste war Hurrikan MITCH, der im späten Oktober gewaltige Fluten und Erdrutsche in Mittelamerika auslöste. Er forderte über 9.000 Menschenleben, zerstörte über 130.000 Häuser und machte 2,4 Mill. Menschen obdachlos.

Nach vorläufigen Schätzungen sind in China in 22 Provinzen ca. 8,5 Mill. Hektar überschwemmt gewesen. Über 3.000 Menschen fanden dabei den Tod. Extreme Niederschläge setzten in Indien, Nepal und Bangladesch in den

Monaten Juli/August weite Teile des Landes zum Teil bis 3m unter Wasser. Auch Korea, Vietnam, die Philippinen, der Sudan und etliche Länder der Russischen Föderation verzeichneten extreme Niederschläge mit nachfolgenden Überschwemmungen.

Diese vorläufige Einschätzung beruht auf den Messungen und Beobachtungen der weltweit verteilten Wetterstationen, Schiffe, Bojen und Satelliten. Die Abweichungen mögen in ihrem Betrag zwar gering sein, doch können sie in dieser Größenordnung schon ein Signal darstellen.

Presseinfo, DWD, Offenbach, Jan. 99

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NACHRUFE

Prof. Dr. Rainer Roth

* 21.10.32 + 05.02.99


Nach schwerer Krankheit ist Herr Professor Rainer Roth am 5. Februar 1999 verstorben. Die Meteorologie in Deutschland verliert mit ihm einen der prominentesten und engagiertesten Vertreter. Über viele Jahre hinweg waren wichtige Entwicklungen und Entscheidungen im Bereich der Meteorologie ohne seine Mitwirkung nicht vorstellbar.

Sein beruflicher Werdegang führte ihn ab 1955 mit dem Studienplatzwechsel von Bonn nach München und dort zum Studiengang Meteorologie. 1959 legte er in München die Diplomprüfung ab, mit einem Diplomarbeitsthema zu Verdunstung und Taubildung. Vertieft verfolgte er danach Fragen des Vertikalaustausches und verwendete für seine experimentellen Arbeiten eine von ihm konzipierte, innovative Meßeinrichtung. Die Promotion zum Dr. rer. nat. erfolgte 1964, ebenfalls an der Universität München, mit einer experimentellen Arbeit zu turbulenten Schwankungen meteorologischer Größen in der Grenzschicht. Diese Arbeit war die Grundlage für eine Reihe von Publikationen und auch der Grundstein seiner wissenschaftlichen Karriere. In den nachfolgenden Jahren vertiefte er seine Vorstellungen zur Turbulenz.

Auslandsaufenthalte in Australien und Dänemark bewirkten eine weitere Entwicklung seiner Ideen. An der bewegten Zeit nahm er Anteil und war zeitweise Vertreter der Assistenten der Universität München. Sein Habilitationsverfahren wurde 1971 abgeschlossen, die Schrift behandelt turbulente Vorgänge in der Grenzschicht. In Würdigung seiner wissenschaftlichen Leistungen war es nur folgerichtig, daß er 1972 einen Ruf auf eine C3-Professur an die Universität Frankfurt für Theoretische Meteorologie erhielt. Schon drei Jahre später erhielt er den Ruf auf die C4-Professur für Meteorologie an die Universität Hannover, die er bis zu seiner Emeritierung zum Ende des Wintersemesters 1998 als Wirkungsstätte wählte.

An der Universität Hannover war er mit seinem Institut zunächst in der Fakultät für Gartenbau und Landeskultur angesiedelt, u.a. mit dem Promotionsrecht zum Dr.rer.hort (rerum hortensium). Die inhaltliche Ausrichtung seiner Arbeiten und die Gesamtentwicklung im Fach Meteorologie legten es nahe, im Zuge der Hochschulreform das Institut für Meteorologie und Klimatologie ab 1980 in den Fachbereich Physik einzugliedern. Damit einher gingen einige wichtige Entwicklungen, so die Schaffung einer Professur für Theoretische Meteorologie, die ab 1979 mit Herrn Prof. Etling besetzt werden konnte. Die Raumausstattung konnte verbessert werden, die Zahl der Studierenden wuchs. Herr Prof. Roth war mit seiner Lehre sehr beliebt und anerkannt.

So war denn die Grundlage geschaffen, auch in größerem Umfang Forschungsaufgaben anzugehen. Hier sollen stellvertretend nur die Antarktisforschung, die Klimaforschung und das hubschraubergetragene Meßsystem "Helipod" genannt werden. Alle diese Entwicklungen erbrachten sehr positive Ergebnisse.

In der Folge wurde Herr Prof. Roth in viele Kommissionen und Gremien zum Mitglied berufen. So war er von 1987 bis 1989 Vorsitzender der Meteorologischen Gesellschaft, von 1993 bis 1996 Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates des Deutschen Wetterdienstes, von 1993 bis 1998 Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates des Instituts für Troposphärenforschung in Leipzig, Herausgeber der Meteorologischen Rundschau und danach auch der nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten neu gegründeten Meteorologischen Zeitschrift, Mitglied des internationalen SCAR (internationaler wissenschaftlicher Antarktisbeirat) und vieles andere mehr. In allen diesen Gremien wurde seine Arbeit sehr geschätzt, und er konnte seine originellen Vorstellungen und umfangreichen Erfahrungen fruchtbar einbringen.

In den letzten Jahren gelang es ihm, trotz der allgemeinen Situation an den Universitäten, das Institut weiter zu stärken und die Grundlage für die Einrichtung einer weiteren Professur zu legen. Hervorzuheben ist besonders, daß er an allen Stellen immer auch das Wohl des Ganzen berücksichtigte und stets für die Gemeinschaft gedacht und gehandelt hat. Dabei konnte er so erfolgreich sein, weil seine starke persönliche Ausstrahlung und die große Freude, mit der er alle seine Arbeiten und auch Anstrengungen unternommen hat, ihm von vielen Seiten her Unterstützung haben zuwachsen lassen. Um so betroffener waren alle Fachkollegen und Freunde, als sie die Kenntnis von seiner schweren Erkrankung erreichte, zu einem Zeitpunkt als er seinen Übergang in den Ruhestand für sich, aber auch für das Institut, schon bestens und gründlich geregelt hatte. Seines Ruhestandes konnte er sich nur für sehr kurze Zeit erfreuen. Die Erkrankung breitete sich aus und er mußte dem allmählichen Schwinden seiner körperlichen Kräfte zusehen - in bewundernswerter Gefaßtheit. Mit seinem Ableben am 5. Februar 1999 hat die meteorologische Wissenschaft einen ihrer Besten verloren. Seine Wirkung wird noch lange zu spüren sein, möge er vielen ein Vorbild sein!

G. Tetzlaff, Leipzig

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Regierungsdirektor a.D. Dr. Friedrich Krügler

* 5.5.1910 + 26.11.1998
Schon in den letzten beiden Schuljahren vor seinem Abitur 1929 in Swinemünde stellte Friedrich Krügler Beobachtungen und Messungen an der Bioklima-Station Swinemünde und auch für das Preußische Meteorologische Institut, an. Der persönliche Kontakt zu Prof. H.Ertel ermunterte ihn zum Studium der Meteorologie.

Die ersten drei Semester studierte Friedrich Krügler in Berlin (u.a. bei Prof. v.Ficker und Prof. A.Defant). Von der Wetterflugstelle Tempelhof aus unternahm er mehrere, für heutige Verhältnisse abenteuerliche Strecken- und Wetterflüge, die ihn nachhaltig beeindruckten. Vom Herbst 1930 bis zum Sommer 1934 war Friedrich Krügler Assistent an der Universitäts-Luftwarte Rostock und führte Drachen- und Ballonaufstiege sowie Strahlungs- und Wärmehaushaltsmessungen durch. Im Jahr 1931 war er für vier Monate zur Flugwetterwarte Berlin-Tempelhof abgeordnet, wo er eine flugklimatologische Ausarbeitung für die geplante Ostasienstrecke der Lufthansa anfertigte.

Nach mehrjähriger Tätigkeit als Angestellter im Flugwetterdienst in den Flugwetterwarten Kiel-Holtenau, Norderney und Warnemünde, in der er 1937 bei Prof.Falckenberg die Doktorwürde erlangte, nahm er von Februar bis Mai 1937 an der II. Deutschen Atlantik-Expedition auf dem Forschungsschiff "Meteor" teil, wo zum ersten Mal Radiosonden auf See in größerem Umfang eingesetzt wurden. In den Vorkriegsjahren und während des 2. Weltkrieges war Dr. Friedrich Krügler in mehreren Fliegerhorstwetterwarten, u.a. auch in Norwegen, eingesetzt und nahm an zahlreichen Wetter- und Eiserkundungsflügen teil.

Nach Kriegsende war er zunächst als Synoptiker beim MANWD (Meteorologisches Amt für Nordwest-Deutschland) tätig, später im Seewetteramt im Wirtschafts- und Seewetterdienst. Von November 1951 bis Februar 1960 hat Dr. Krügler am Fernsehwetterkartendienst bei der Tagesschau des Nordwestdeutschen bzw. Norddeutschen Rundfunks mitgewirkt.

Beeindruckend war seine Tätigkeit als Bordmeteorologe auf insgesamt 37 Reisen mit zusammengerechnet über 4 Jahren Seeeinsatz, die ihn vor allem bis nach Grönland, aber auch in den tropischen Atlantik führten. Darunter waren Einsätze auf der ersten und zweiten "Meteor" (das dritte Forschungsschiff "Meteor" wurde Anfang 1986 in Dienst gestellt), Fischereischutzbooten, wie der legendären "Meerkatze", und Fischereiforschungsschiffen. Friedrich Krügler hat einmal ausgerechnet, daß er dabei auf einer Gesamtstrecke mitgefahren ist, die dem 10fachen Erdumfang entspricht.

Friedrich Krügler hatte zu Hause, im Dienst, auf privaten und dienstlichen Reisen immer den Fotoapparat einsatzbereit. Seine abertausende Fotos und Dias von Wolken und Meer finden sich überall wieder: im Marine Cloud Album der WMO, in wissenschaftlichen Veröffentlichungen, Büchern, in Diensträumen des Deutschen Wetterdienstes und Hochschulinstituten.

Friedrich Krügler lebte viele Jahre mit Ehefrau Maria in Hamburg-Blankenese. Er starb am 26.11.1998.

Seine ehemaligen Kollegen und die DMG trauern um Dr. Friedrich Krügler und werden ihm ein ehrendes Angedenken bewahren.

A.Kresling, ZV Hamburg

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TAGUNGSKALENDER


Bearbeiter: Dipl.-Met. Peter Döll. Nähere Informationen, wenn nicht anders vermerkt, durch das Sekretariat (SK) der DMG in Traben-Trarbach. Anfragen schriftlich, per Telefon 06541/18-737 oder FAX 06541/18-296 bzw./ 18-767

Für Hinweise auf Tagungen zur Vervollständigung der Liste sind wir dankbar (Mitteilungen auf Fax oder E-mail DMG-Sekretariat@t-online.de).

Der Tagungskalender existiert inzwischen auch als aktualisiertes Webdokument.

1999

2nd INTERNATIONAL CONFERENCE ON REANALYSES

  • 23 bis 27. August 1999 in Wokefield Park, Reading UK
Fundamental TOPICS: Deepening of understanding of low frequency variability; development and validation of coupled atmosphere - ocean - land - ice - chemistry models; assessment of predictability, spanning the medium-range time-scale through seasonal and interannual time-scales to decadal time-scales

INFO: Dr. D. Burridge, ECMWF, Shinfield Park, Reading, RG2 9AX, UK; Tel: +44 - 118 949 9000, Fax: +44-118986 9450, E-mail: Reanalyses@ecmwf.int; WWW: www.ecmwf.int/conf/sicra/fcpapers.html

THE 1999 EUMETSAT METEOROLOGICAL SATELLITE DATA USERS´ CONFERENCE

  • 06 bis 10. September 1999 in Kopenhagen / Dänemark
CATEGORIES: 1. Current and future satellite systems; 2. Geophysical products and applications; 3. Operational applications; 4. Data management and pre-processing for products

INFO: Madeleine Pooley, EUMETSAT Information Services Division, Am Kavalleriesand 31, 64295 Darmstadt

Tel.: 06151-807-606, Fax: 06151-807-612, E-mail: pooley@eumetsat.de, Web: http://www.eumetsat.de

EUROPEAN AEROSOL CONFERENCE

  • 06. bis 10. September 1999 in Prag / Tschechien
INFO: Prof. Dr. Wladyslaw W. Szymanski, University of Vienna, Institute of Experimental Physics, Boltzmanngasse 5, A - 1090 Wien

CLIMAR 99 ( WMO-Workshop on Advances in Marine Climatology )

  • 08. bis 15. September 1999 in Vanvouver / KanadaHamburg
INFO: Fernando Guzmán, Ocean Affairs Division, WMO, Geneva, Switzerland,

Fax: +41 22 733 0242; E-mail:fguzman@www.wmo.ch

4. Inernational Conference on MODELLING OF CLIMATE CHANGE AND VARIABILITY

  • 13. bis 17. September 1999 in Hamburg
Subjects: 1. Development and Validation of Comprehensive Climate Models and Emerging Issues

2. Modelling of the Seasonal to Interannual Climate Variability ( CLIVAR GOALS )

3. Modelling Decadal to Centennial Climate Variability ( CLIVAR DecCen )

4. Prediction, Detection and Attribution of Anthropogenic Climate Change ( CLIVAR ACC )

INFO: Dr. Lydia Dümenil, Conference Coordinator, Max-Planck-Institut für Meteorologie, Bundesstraße 55, D-20146 Hamburg, Tel.: 040 / 40-41173-310; Fax: 040 / 40-41173-366; E-mail: mpi-conference@dkrz.de; Internet: www.mpimet.mpg.de/~mpi-conference

4. EUROPEAN CONFERENCE ON APPLICATIONS OF METEOROLOGY ( ECAM 99 )

  • 13. bis 17. September 1999 in Norrköping / Schweden
THEMES: Goverment Services-w Rescue services and warnings; Transport-w Traffic and Transportation; Environment, Energy, Construction: Energy -wEnergy, wAir Quality management, w Insurance, w Building and construction; Media, other business - w Broadcast, media, w Press services, w Internet services, w Agriculture and forestry, w Retail, w Leisure,sports and recreationw

INFO: Conference Bureau, Destination Norrköping, SE-601 81 Norrköping´, Schweden

Tel.: +46 11 15 50 21, Fax.: +46 11 15 50 75, WWW: http://www.smhi.se

ANGEWANDTE STADTÖKOLOGIE - VON PLANUNGSRELEVANTEN GRUNDLAGEN BIS ZUR PRAKTISCHEN UMSETZUNG

Veranstalter: Fachbereich Landschaftsarchitektur der Fachhochschule Erfurt

  • 24. bis 25. September 1999 in Erfurt
INFO: Prof. Dr. Norbert Müller und Prof. Dr. Gisela Völksch, FH Erfurt, Fachbereich Landschaftsarchitektur, Leipziger Str. 77, 99085 Erfurt, Fax: 0361 - 6700259

Deutscher Geographentag mit Fachsitzung "Klima"

  • 04. bis 06. Oktober 1999 in Hamburg
INFO: (sk)

DVWK JAHRESTAGUNG 1999

  • 05. bis 07. Oktober 1999 in Nürnberg
Thema: Wasser in der Stadt

INFO: Geschäftsstelle des Landesverbandes Bayern im DVWK , Edmund-Rumpler-Str. 7, 80939 München,

Tel.: 089-9214-1050; Fax: 089-9214-1051

SYMPOSIUM " NATURKATASTROPHEN IN MITTELGEBIRGSREGIONEN"

  • 11. bis 12. Oktober 1999 in Karlsruhe
Themengebiete: Stürme und Orkane; Starkniederschläge; Hochwasser; Erdbeben

INFO: Institut für Meteorologie und Klimaforschung, M. Kohler, Universität Karlsruhe / Forschungszentrum Karlsruhe, Kaiserstraße12, 76128 KARLSRUHE

Tel.: 0721 / 608 2761, Fax: 0721 / 608 6102, E-mail: Martin.Kohler@imk.fzk.de

WWW: http://imkhp3.fzk.de/sympos/sym.htm
 
 

6th INTERNATIONAL CONFERENCE ON HARMONIZATION WITHIN ATMOSPHERIC DISPERSION MODELING FOR REGULATORY PURPOSES

  • 11. bis 14. Oktober 1999 in Rouen / Frankreich
INFO: Prof. Alexia Coppalle, CORIA - UMR 6614, CNRS - Universit and INSA de Rouen, Campus du Madrillet, Avenue de l’Université - BP 8, 76801 Saint-Etienne-du-Rouvary-Cedex - France

Tel.: +33 232 95 97 82, Fax: +33 232 95 97 80,

E-mail: 6harmo99@coria.fr Internet: http://www.coria.fr

3. INTERNATIONAL SRNWP: WORKSHOP ON NONHYDROSTATIC MODELLING

  • 25. bis 27. Oktober 1999 in Offenbach
Special Topic: Data Assimilation for Fine-Scale Models

INFO: J. Steppler, Deutscher Wetterdienst, Frankfurter Straße 135, 63067 Offenbach, Fax. 069 8236 1493 E-mail: jsteppler@dwd.d400.de

18. Treffen des Arbeitskreises Klima

  • 29. bis 31. Oktober 1999 in Burg Rothenfels am Main bei Marktheidenfeld
INFO: Prof. Dr. J. Jacobeit, Geographisches Institut der Universität Würzburg, Am Hubland, 97074 Würzburg

Tel.: 0931 / 888 5586, Fax: 0931 / 888 5544; E-mail: jucundus.jacobeit@mail.uni-wuerzburg.de

15. INTERNATIONAL CONGRESS OF BIOMETEOROLOGY & INTERNATIONAL CONFERENCE ON URBAN CLIMATOLOGY ( ICB-ICUC '99 )

  • 08. bis 12. November 1999 in Sydney / Australien
INFO: ICB-ICUC'99 Secretariat, GPO Box 128, Sydney NSW 2001, Australia, Tel.: +61 2 9262 3135,

Fax: +61 2 9262 2277, E-mail: ICBICUC@tourhosts.com.au, WWW: http://www.es.mq.edu.au/ICB-99/

2000

80th AMS ANNUAL MEETING

  • 09. bis 14 Januar 2000 in Long Beach / Kalifornien USA
THEME: Applying Environmental Science to Societal Needs in the new Millenium

50th ANNIVERSARY OF NUMERICAL WEATHER PREDICTION COMMEMORATIVE SYMPOSIUM

  • 09. bis 10. März 2000 in Potsdam
THEMES: Focus One: Regional modelling with quasigeostrophic models including historical development of numerical weather prediction; Focus Two: Global models with primitive equations, including the transition to models currently in use; Focus Three: Towards the next generation of models ( Emphasis on high resolution modelling); Focus Four: Applications and the future

INFO: Deutsche Meteorologische Gesellschaft; Sekretariat, Institut für Meteorologie, Freie Universität Berlin, Carl-Heinrich-Becker-Weg 6-10, 12165 BERLIN

Tel.: 030 30 838 71 197; Fax: 030 30 791 9002, E-mail: dmg@bibó.met.fu-berlin.de, WWW: http://www.met.fu-berlin.de/dmg

Fachtagung METTOOLS IV

Fachausschuß Umweltmeteorologie ( AKUMET )

  • 03. bis 05. April 2000 in Stuttgart
Thema: aktuelle Fragen der Umweltmeteorologie, insbesondere Probleme der Untersuchungsmethoden, der Validierung und der Ergebnisdarstellung; Qualitätssicherung

INFO: Dr. U. Reuter, Amt für Umweltschutz, Abteilung Stadtklimatologie, Gaisburgstraße 4, 70182 Stuttgart

Tel.: 0711 / 216 6858, Fax: 0711 / 216 3940, E-mail: u360002@stuttgart.de

Anmeldung von Vorträgen möglichst bis 31.10.1999!!

6th INTERNATIONAL CONFERENCE ON SOUTHERN HEMISPHERE METEOROLOGY AND OCEANOGRAPHY

  • 03 bis 07. April 2000 in Santiago / Chile
INFO: Patricio Aceintuno , Department of Geophysics at the University of Chile, Casilla 2777, Santiago, Postal Code 6511227, Chile

E-mail:Aceituno@SMHO.Chile2000.cl

METEOROLOGY AT THE MILLENNIUM, its relationship to other sciences and technology , and to society

organised by the Royal Meteorological Society

  • 10. bis 14. Juli 2000 in St: John’s College Cambridge
INFO: Royal Meteorological Society, 104 Oxford Road, Reading RG1 7LL, United Kingdom, Tel.: +44 118 956 8500, Fax: +44 118 956 8571, E-mail:execsec@royal-met-soc.org.uk
 
 

GLOBAL CHANGE CONFERENCE ON MEDITERRANEAN-TYPE ECOSYSTEMS ( MEDECOS IX )

  • August oder September 2000 in Stellenbosch / Süd afrika
INFO: Hans Jürgen Bolle, München, über IGBP Sekretariat, Potsdam -Institut für Klimaforschung e.V.,

Tel.: 0331-288-2650, Fax: 0331-2882648, E-mail: igbp@pik-potsdam.de; http//www.pik-potsdam.de/~igbp

13th INTERNATIONAL CONFERENCE ON CLOUDS AND PRECIPITATION

  • 14. bis 18. August 2000 in Reno / Nevada USA
TOPICS: microphysics of clouds and precipitation, 2. cloud dynamics and structure, 3. cloud-climate interactions, 4. modeling of clouod-scale processes, 5. cloud processes and the mesoscale, 6. interactions between clouds and atmospheric chemistry, 7. instrumentation for cloud physics research, 8. applications of cloud physics and coud parameterization

INFO: Committee Chairperson, George Issac, AES, 4905 Dufferin,St. Downsview, ON M3H 5T4, Canada

Tel.: 416-739-4605; Fax: 416-739-4211, E-mail: george.isaac@ec.gc.ca

Internet, http://www.tor. ec.gc.ca/armp/CP_Conf/ CP_C0NF.html

26th INTERNATIONAL CONFERENCE ON ALPINE METEOROLOGY

  • 11. bis 15. September 2000 in Innsbruck / Österreich
Themes: Mesoscale Alpine Programme (MAP); results especially from the field experiment SOP

Alpine Synoptics: diagnostics, nowcasting and forecasting in mountainous terrain; application for specific users, e.g. aeroonautics

Observing Systems: in situ and remote sensing instruments and their use in mountains

Alpine Climatology: long and short term varialbility; sensitivity of the Alpine climate withregard to global change: data evaluation and model approach

Hydrology: specific hydrological questions in complex terrain; hydrometeorological risks in the Alpine environment

Snow and Ice: Alpine nivology and glaciology including avalamche research

Biometeorology and Environmental Meteorology: role of UV-radiation and Ozone trace gases, air pollution in the Alpine environment

INFO: Zentralinstitut für Meteorologie und Geodynamik, Postfach 342, A-1191 Wien;

Tel.: +43 1/36 0 26-2201; Fax: +43 1/36 026-72,

E-mail ICAM@zamg.ac.at; Internet: http://www.zamg.ac.at/~ICAM2000

CONFRERENCE ON VISIBILITY, AEROSOLS, and ATMOSPHERIC OPICS

  • 11. bis 15. September 2000 in Wien / Österreich
INFO: Institut of Experimental Physics, University of Vienna, Boltzmanngasse 5, A-1090 Wien, Österreich

Tel.: +43 1 31367 3077; Fax: +43 1 310 2338, E-mail: HYPERLINK mailto: hor@ap.univie.ac.at

5. Deutsche Klimatagung

Klima zwischen Natur- und Geisteswissenschaften

  • 02. bis 06. Oktober 2000 in Hamburg
INFO: Walter Lenz, Universität Hamburg, Tel.: 040 4123-4523; E-mail: walter.lenz@dkrz.de oder

Dr. Götz Flöser, GKSS Forschungszentrum, Max-Planck-Straße, 21502 Geesthacht

Tel.: 04152 / 87-1834, Fax: 04152 / 87-1888, E-mail: floeser@gkss.de

WWW: http://w3g.gkss.de/5dkt.html

ACID RAIN 2000, 6th INTERNATIONAL CONFERENCE ON ACIDIC DEPOSITION

  • 10. bis 16. Dezember 2000 in Tsukuba / Japan
INFO: Secretariat of Acid rain 2000, c/o International Communications Specialista, Inc., Sabo Kaikanbekkan, 2-7-4, Hirakawa-cho, Chiyoda-ku, Tokyo 102-8646, Japan

Tel.: +81 3 3263-6474, Fax: +81 3 3263-7077

E-mail: acid2000@ics-inc.co.jp

2001

INTERNATIONAL CARBON DIOXIDE CONFERENCE

  • ------ / Japan
INFO: http//www.dar.csiro.au/pub/events/co2_conf+

WENGEN WORKSHOP ON CLIMATE IMPACTS ON FORESTS

  • ???????
DEUTSCHE METEOROLOGENTAGUNG 2001

(gemeinsam mit der Österreischen Gesellschaft für Meteorologie)

  • -------- Wien/Österreich
 


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1.7.1999 A. Spekat